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Kurzfristige Verschuldung kommt NRW-Kommunen teuer zu stehen

18.06.2012 | 11:34 Uhr
Kurzfristige Verschuldung kommt NRW-Kommunen teuer zu stehen
NRW-Städte wie Dortmund mussten 2011 ihre Verschuldung kurzfristig erhöhen.Foto: Knut Vahlensieck

Essen.  Um ihre Zahlungsfähigkeit zu bewahren, müssen sich die Kommunen an Rhein und Ruhr immer häufiger kurzfristig und damit teurer verschulden. Besonders hart hat es Hagen und Oberhausen getroffen. Musterknaben in NRW sind Münster und Düsseldorf.

Die Städte und Gemeinden an Rhein und Ruhr müssen sich immer öfter kurzfristig und damit teurer verschulden. Sie machen dies, um ihre Zahlungsfähigkeit zu bewahren. Nach den neuen Daten des Statistischen Landesamtes it. nrw stehen sie mit 22,2 Milliarden Euro mit Kassenkrediten in der Kreide. Die Summe ist zehn Mal so hoch wie im Jahr 2000. Kassenkredite haben für die Kommunen den gleichen Stellenwert wie der Überziehungskredit für den Inhaber eines Girokontos.

Besonders hart getroffen hat es Oberhausen und Hagen. In Oberhausen sind die Bürger pro Kopf mit 6870 Euro Kassenkredit verschuldet, in Hagen sind es 5618 Euro. Dabei ist die Kreditaufnahme 2011 in beiden Städten noch einmal angestiegen. Ein besonderen kräftigen Zuwachs der Kassenkreditaufnahme hat es in Mülheim an der Ruhr gegeben: Plus 23 Prozent. Allerdings liegt hier die Pro-Kopf-Verschuldung mir 3674 Euro doch noch deutlich unter der des Nachbarn Oberhausen.

Bochum, Essen und Gelsenkirchen legten kräftig zu

Fast alle Kommunen im Ruhrgebiet mussten 2011 die kurzfristige Verschuldung erhöhen. Duisburg: Plus 1,7 Prozent, Bochum plus 28 Prozent. Dortmund legte um elf Prozent zu, Hagen nochmal um knapp fünf Prozent. Essen brauchte kurzfristig zehn Prozent mehr Kredit, Bottrop 15,8 und Gelsenkirchen 34 Prozent. Allerdings ist Gelsenkirchens Pro-Kopf-Verschuldung mit etwas über 2000 Euro noch verhältnismäßig niedrig.

Auch die Kreise vom Niederrhein bis zum Sauerland müssen weit öfter als früher Kassenkredite pumpen – mit Ausnahme des Kreises Olpe. Seine Gemeinden sind mit 48 Euro je Einwohner in der Kreide. Der Betrag konnte um 64 Prozent gesenkt werden.

Kreditaufnahme macht NRW-Innenminister Jäger große Sorgen

Münster und Düsseldorf sind die Musterknaben in NRW. „Von den kreisfreien Städten des Landes ist Münster mit 104 Euro je Einwohner die Stadt mit den geringsten Verbindlichkeiten aus Kassenkrediten“, lobt it.nrw. Es stellt auch bedauerlich fest: Die Kreditaufnahmen für die wichtigen Investitionen (Schulen, Straßen, Kindergärten) sinken seit Jahren. Pumpten die Kommunen an Rhein und Ruhr dafür im Jahr 2000 noch 25,3 Milliarden Euro, liegt dieser Betrag heute bei nur noch 22,7 Milliarden.

Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) macht die Entwicklung bei der Kreditaufnahme größte Sorge. Seine Furcht: Die Banken geben besonders hoch verschuldeten Rathäusern eines Tages keine Kredite mehr oder nur noch unter ganz ungünstigen Bedingungen. Auf der Hauptversammlung des Städtetages NRW sagte er: „Keine einzige Kommune darf aus dem Boot herausfallen, denn dann wird das ganze Boot bedenklich schaukeln“.

Dietmar Seher

Kommentare
19.06.2012
12:43
Die Politik wird das Sparen lernen, wetten?
von nike8 | #3

Die hoch verschuldeten Städte an Rhein und Ruhr sind doch in derselben Stellung wie derzeit Griechenland – nur mit der Garantie der Bundesrepublik...
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2012-06-18 11:34
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