Schmiergeldskandal
Ratiopharm soll 100 Ärzte in Westfalen bestochen haben
14.07.2009 | 09:44 Uhr 2009-07-14T09:44:00+0200
Im Westen. Gegen rund 100 Ärzte aus Südwestfalen und dem östlichen Ruhrgebiet laufen derzeit Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs: Die Mediziner sollen sich von Mitarbeitern des Pharmaherstellers Ratiopharm haben bestechen lassen.
Rund 100 Ärzte aus Südwestfalen und dem östlichen Ruhrgebiet sind wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs ins Visier der Staatsanwälte geraten: Die Mediziner sollen in einen bundesweiten Schmiergeldskandal verwickelt sein. Demnach haben sich die Ärzte von Mitarbeitern des Pharmaherstellers Ratiopharm bestechen lassen.
Geld als Anreiz für mehr Ratiopharm-Rezepte
Es ist der Ausfluss eines Bestechungsskandals aus den Jahren 2002 bis 2005, den federführend die Staatsanwaltschaft Ulm führte. Der Vorwurf an die Weißkittel: Sie sollen von Außendienstmitarbeitern des Pharmariesen Geld kassiert haben als Anreiz dafür, ihren Patienten Arzneien aus dem Haus Ratiopharm zu verschreiben. Die Justizbehörde in Ulm hat jetzt die 2 800 Fälle an die jeweils zuständigen Staatsanwaltschaften vor Ort abgegeben.
„60 bis 70 Ärzte” sind im Bezirk der Staatsanwaltschaft Hagen (Märkischer Kreis/Hagen/Ennepe-Ruhr) betroffen, bestätigte ein Sprecher der Behörde gestern der WR. Die Höhe der Zuwendungen spiele zunächst keine Rolle, so Oberstaatsanwalt Münker: „Es reicht aus, wenn ein Schaden hätte eintreten können.”
Höhere Provision für Pharmavertreter
Zudem geht der Blick der Ermittler auf die Pharma-Vertreter, die über eine höhere Provision davon profitiert haben, das vermehrt Ratiopharm-Produkte verordnet worden sind. Fünf bis sechs Pharmavertreter stehen im Fokus der Staatsanwaltschaft.
Die Behörde in Siegen hat 20 Ärzte in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein im Visier. Die Ermittlungen sind dort zentral bei einem Ermittler in Form einer Sonderzuständigkeit gebündelt. Bisher geht die Siegener Staatsanwaltschaft von eher kleineren Beträgen aus, die an die Mediziner geflossen sein sollen. Von „100 bis 200 Euro-Beträge” ist die Rede.
Einzig die Staatsanwaltschaft Dortmund hält sich derweil in der Bewertung zurück: „Ob es sich tatsächlich um Betrugsfälle handelt, muss erst genau geprüft werden”, erklärte die Sprecherin der Behörde, Dr. Ina Holznagel, gestern; die Behörde hat vier Fälle zu bearbeiten.
Verstöße gegen Berufsordnung?
Diskutieren Sie mit anderen DerWesten-Lesern
Schließlich seien keine teureren Produkte, sondern günstigere Medikamente von den Ärzten verschrieben worden, heißt es aus der Behörde mit Blick auf den Betrugsvorwurf. Ebenso sei fraglich, ob der Vorwurf der Bestechung zutreffe: „Arzt ist ein freier Beruf.” Die Dortmunder Ermittler gehen offenbar eher davon aus, dass es sich um Verstöße gegen die Berufsordnung der Mediziner handelt und nicht um Straftatbestände. Steht diese Auffassung auch am Ende der rechtlichen Prüfung, wären zur Aufarbeitung Ärztekammer und Berufsgerichte gefragt.

14:15
@ AliMomente #28;
hierzu passt ein aktueller beitrag der sendung fakt (vom 13.07.2009) ...
http://www.mdr.de/fakt/6520687.html
13:39
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
11:44
mich wundert bei dem artikel, dass es nur 100 sein sollen ---
aber sicher ist das, wie so oft, ne reine definitionsfrage ...
11:43
Ratiopharm soll 100 Ärzte in Westfalen bestochen haben
UAAH, ICH ROLL MICH GLEICH AB....
Nur 100??? Da war wohl das Papier im Drucker alle, die restlichen Namen tauchen nicht auf. Da muss wohl erst neues Druckerpapier gekauft werden. Und das kann dauern....
MAN, MAN, MAN...
11:39
Ist erstaunlich wie alle hier bescheid wissen.
Was glaubt ihr eigendlich wieviele pharmavertreter so im laufe einer woche bei den doktoren auflaufen????
und jeder hat dasneuste-beste undso weiter im gepäck.
und für irgendwas muß sich der doktor ja entscheiden--oderglaubt ihr er kennt alle wirkungsweisen --bzw. soll nur noch ein medikament im sortiment sein????
Meckern meckern meckern--nichts anderes könnt ihr.
versucht euch mal selbständig zu machen--dann werdet ihr sehen--kaum laden auf und schon vertreter auf der matte.
Habt ihr in der letzten zeit euch beim einkaufen beraten lassen????
was ist daran denn anders.jeder hat das beste im programm.UND KÖNNT IHR ES ÜBERPRÜFEN?????
NEIN.--Also wenn Ihr dann auch ein stark beworbenes-empfohlenes Produkt gekauft habt--könnte man auch sagen ihr wurdet bestochen.(mit Nachlässen)
Also warum solche aufregung.
11:37
So gehen die Beitragsgelder ohne Vergleiche und Wettbewerb baden. Unverschämt. Scheinbar kann das nur noch eine linke Politik ändern. Alle anderen Parteien sitzen mit in dem Betrugsboot. Es ist einfach zum Kotzen.
11:32
100 ? Mehr nicht ???
10:27
Und wer zahlt am Ende die Zeche ????
Der kleine dumme Versicherte.
Also kommt dann bald wieder einer erhöhung der Krankenkassenbeiträge.
10:25
Als Kinder haben wir immer gesungen:
Heil dir im Siegerkranz, nimm was du kriegen
kannst.
Die zweite Zeile ist gegenwärtig aktueller denn je.
Wer heute nicht rafft, lügt, betrügt, zockt, besch- - t,
absahnt ist selbst schuld. Das Geld liegt auf der
Straße, man muss es sich nur ergaunern.
Mit jedem Euro den man gerafft hat steigt das An-
sehen. Wenn man genug zusammen hat, wird man anschliessend mit Ehrungen überhäuft.
Ist doch ganz einfach, oder nicht?
10:13
jetzt hab ich`s auch falsch geschrieben, tsss: Homöopathie