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Radarfalle auf der A46 schafft acht Arbeitsplätze

22.08.2009 | 14:14 Uhr
Radarfalle auf der A46 schafft acht Arbeitsplätze

Schwelm. Des einen Freud' ist des anderen Leid. 40 000 Autofahrer haben sich in 20 Monaten über eine neue Radarfalle im Ennepe-Ruhr-Kreis geärgert, weil sie geblitzt wurden. Und sie haben damit acht Arbeitsplätze im Straßenverkehrsamt in Schwelm geschaffen. Das ist rekordverdächtig.

Die Lage des Starenkastens ist ungewöhnlich. Er steht am Ende der Autobahn 46 von Düsseldorf nach Wuppertal, die in Sprockhövel ausläuft. „Das war früher einmal der Unfallschwerpunkt im Kreis”, sagt Peter Hoffmeier, Leiter der Bußgeldstelle. 

Der Bereich am Autobahnkreuz Wuppertal-Nord ist unübersichtlich. Kurz hintereinander geht es auf die A 43 nach Recklinghausen und auf die A 1 nach Köln und Bremen. Wenig später mündet die Autobahn in eine Landstraße ein. Deshalb wurden erst Schilder und später eine so genannte Verkehrsbeeinflussungsanlage, die je nach Aufkommen ein unterschiedliches Tempolimit anzeigen kann, aufgestellt. Höchstens 70 km/h sind erlaubt.

Filme waren schneller voll, als man sie wechseln konnten

Zuerst hat die Polizei die Geschwindigkeitsbegrenzung kontrolliert. „Die Beamten konnten aber gar nicht so schnell die Filme wechseln, wie sie voll waren,” berichtet Hoffmeier. Deshalb habe die Bezirksregierung in Arnsberg den Kreis gebeten, eine stationäre Geschwindigkeitsüberwachung, so heißt die Radarfalle offiziell, einzurichten. Seit November 2007 wird nun auf der Autobahn geblitzt. Mit durchschlagendem Erfolg.

Acht der insgesamt 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schwelmer Kreishaus sind allein mit der Bearbeitung der gestochen scharfen Fotos der digitalen Kameras beschäftigt. Hinzu kommen noch zwei Außendienst-Mitarbeiter, die zweimal in der Woche die Speicher mit den Bildern auswechseln. Die Sachbearbeiter im Kreishaus haben alle Zeitverträge, weil Straßen-NRW das Autobahnkreuz 2012 umbauen möchte und die Radarfalle überflüssig wird. Bis dahin hat der Kreis eine gute Einnahmequelle. Bußgeldstellen-Leiter Hoffmeier will nicht schätzen, wieviel Geld die Anlage eingebracht hat: „Alle Anlagen gehen in eine Haushaltsstelle. Aber eine Modellrechnung ist erlaubt. Sollten die bisher 40 000 Knöllchen durchschnittlich 50 Euro eingebracht haben, wären zwei Millionen Euro ins Kreissäckel geflossen.

Spitzenreiter bei den Geschwindigkeitsübertretungen ist ein Autofahrer, der mit 174 km/h statt der erlaubten 70 km/h in die Falle tappte. „Und das bei Regenwetter,” schüttelt Hoffmeier den Kopf, „wir haben auf dem Foto noch die Gischt hinter den Reifen spritzen sehen.” 600 Euro Bußgeld, vier Punkte in Flensburg und drei Monate ohne Führerschein waren die Folge.

Hitparade der Blitzausreden

Und auch um Ausreden sind diejenigen nicht verlegen, die geblitzt wurden. Hoffmeier hat seine eigene Hitparade erstellt. „War gerade mit der Räumung meiner Nase beschäftigt”, ist sein Spitzenreiter. „Dachte an den letzten Sex mit meiner Frau”, „Ich bin überrascht, dass mein 16 Jahre alter Fiat Uno noch 96 km/h fährt” und „Ich wurde durch den Windsog des vor mir fahrenden Fahrzeuges mitgerissen” folgen auf den Plätzen.

Auch Fachleute sind unter den Temposündern. Einer schrieb zum Beispiel: „Auf dem Foto befindet sich im Hintergrund eine Person, die pinkelt. Dadurch wurde eine Knickstrahlreflexion ausgelöst und somit das Messergebnis verfälscht”. Es kann durchaus einmal passieren, dass ein Radarstrahl bei der Messung abgelenkt wird. Bei der Anlage auf der A 46 im Ennepe-Ruhr-Kreis ist das nicht möglich. Hier wird der Blitz durch Sensoren in der Fahrbahndecke ausgelöst. Und das hat sich nicht nur in der Kasse gelohnt. „Die Zahl der Unfälle ist deutlich zurückgegangen,” so Hoffmeier.

Die Autofahrer seien in den vergangenen Jahren sowieso vernünftiger geworden. „Vor zwei bis drei Jahren hatten wir bei einer durchschnittlichen Anlage im Kreis 300 bis 400 Aufnahmen pro Woche, heute sind es nur noch 40 bis 50”, lobt der Fachmann.

Klaus Bröking

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Kommentare
16.11.2009
23:14
Radarfalle auf der A46 schafft acht Arbeitsplätze
von kdi | #23

Geschwindigkeitsbegrenzungen sind keine Richtgeschwindigkeiten. Leider verstehen das unsere Vollpfosten auf den Straßen nicht. Die Friedhöfe sind voll mit solchen guten Fahrern.

Eine Verkehrsüberwachung mit Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen geht vollkommen in Ordnung, anders ist den Chaoten nicht beizukommen.

10.09.2009
04:25
Radarfalle auf der A46 schafft acht Arbeitsplätze
von brian griffin | #22

@Nimmersatt: Die Berechtigung einer Verkehrsregulierung in der Auslaufzone wird wohl niemand anzweifeln, der dort einmal durchgefahren ist.

Eine andere Sache ist, wie man so etwas löst. Man könnte zum Beispiel die zahlreich vorhandenen Schilderbrücken einbeziehen (und nicht nur die letzte, unmittelbar vor dem Blitzer) und/oder deutlicher auf der Ende der Ausbaustrecke hinweisen.

Für Auswärtige kommen Autobahnende und Blitzanlage gerade nachts faktisch aus dem Nichts.

22.08.2009
14:37
Radarfalle auf der A46 schafft acht Arbeitsplätze
von isolde | #21

Naja, in der Verwaltung braucht man halt 8 Leute, um das zu schaffen, was woanders einer alleine leistet. So gesehen ist es doch toll, wenn 8 Leute von der Straße weg sind.

22.08.2009
12:23
Radarfalle auf der A46 schafft acht Arbeitsplätze
von Quass | #20

Das schaffen in der Privat Wirtschaft sicherlich 4 Auszubildene.
bwq

22.08.2009
10:19
Radarfalle auf der A46 schafft acht Arbeitsplätze
von Wolfgang Werner | #19

ich fahre ca. 50 000 km im Jahr, fast nur Autobahn. Wenn ich in eine Geschwindigkeitsbegrenzung komme hau ich den Tempomat rein, fahre mit der angeordneten Geschwindigkeit da durch, und lasse erst nach dem weissen Schild mit den 5 Querstreifen meine 245 Pferdchen wieder rennen. Nur, was mir auffällt: ich bin dann immer der langsamste! ich werde von Muttis im Sharen (mit Chiara an Bord Aufklebern), von Omis im alten Fiestas, von Porsches, vom DHL Sprinter Lieferwagen, eigentlich von allen überholt .Und die ziehen meist mit einigem Geschwindigkeitsüberschuss an mit vorbei. Da frage ich mich dann immer warum ich Depp mich eigentlich an die Begrenzung halte, oder, anders herum: halb Deutschland müsste doch den Lappen wech haben. Und besonders toll finde ich dann immer, wenn die Begrenzung aufgehoben ist und man richtig legal Gas geben kann hab die oben besagten Leute vor mir auf der linken Spur mit 110....

22.08.2009
10:06
Radarfalle auf der A46 schafft acht Arbeitsplätze
von viertelpetit | #18

Ich bin kein Raser, aber die Raser stören mich nicht. Rechts in eine Lücke zwischen den LKWs und husch sind sie vorbei. Gefährlicher und absolut nervig sind die Fahrer/innen die langsam an einem vorbeizuckeln und zur Vollbremsung hinter einem LKW nötigen. Außerdem: Vorn fahren und gleichzeitig hinten mit den Kindern spielen. Das sind wahre Idi......

22.08.2009
09:32
Radarfalle auf der A46 schafft acht Arbeitsplätze
von GMB | #17

Wer nicht in der Lage ist, die Verkehrszeichen mit der Geschwindigkeitsbegrenzung zu lesen und zu verstehen, ist definitiv auch nicht in der Lage ein Kraftfahrzeug zu führen und sollte daher seine Fahrerlaubnis abgeben!! Was ist daran so schwierig, sich an Regeln zu halten? Warum muss jeder seine fehlende Potenz durch lebensgefährliche Manöver auf den deutschen Straßen kompensieren? Warum muss jeder immer so dicht auffahren und drängeln, obwohl es offensichtlich ist, das die Autobahn VOLL ist, und es nicht schneller geht?

22.08.2009
09:14
Radarfalle auf der A46 schafft acht Arbeitsplätze
von jemand | #16

RADARFALLE BESEITIGT UNFALLSCHWERPUNKT -einfach die zwei Spuren mit Leitplanke trennen - wäre billiger aber bringt kein Geld

22.08.2009
09:03
Radarfalle auf der A46 schafft acht Arbeitsplätze
von holle58 | #15

ich staune immer wieder dort am autobahkreuz. die deppen kommen von hinten angerast als sei der teufel hinter ihnen her. die meisten gehen voll in die eisen wenn sie die anlage sichten. die polizei sollte aber auch vorne zur einmündung der autobahn nach bremen stehn .was da ab geht ist auch unter aller kanone.da wird sich zwischen die lkw´s gedrängelt,ausgebremst usw. jeder will der erste sein.schon traurig sowas.

22.08.2009
08:45
Radarfalle auf der A46 schafft acht Arbeitsplätze
von Ali Ibn Abi Talib | #14

Es gibt bereits heute die technischen Möglichkeiten,daß ein Fahrzeug mit einem selbständigen Geschwindigkeitsreduzierungssytem ausgestattet werden kann.ieses System ist in der Lage,Geschwindigkeitsbeschränkungen zu lesen und das Fahrzeug automatisch abzubremsen. Man muß nur die jetzigen Schilder gegen neue,auf das System abgestimmte,austauschen.
Die Pläne hierfür wurden vorerst ad acta gelegt,da hierfür,die von allen Politikern geforderte Sicherheit der Verkehrsteilnehmer gewährleistet wäre und keine Bußgelder mehr eingenommen werden können.Auch wären die für teures Geld angeschafften Gelddruckmaschinen überflüssig,die Beamten,die an der Straße stehen arbeitslos und die neuen Schilder müßten von den Kommunen ja auch noch bezahlt werden.
Das ist mit der Forderung nach Sicherheit im Straßenverkehr unvereinbar.

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