US-Waffenlobby fordert nach Massaker die Aufrüstung aller Schulen
21.12.2012 | 18:43 Uhr 2012-12-21T18:43:16+0100
Washington. Bewaffnete Wachleute in allen Schulen der USA hat der Waffenlobby-Verband NRA als Konsequenz nach dem Schul-Massaker in Newtown verlangt. Der Vize-Präsident der "National Rifle Association", Wayne LaPierre, warf der Politik vor, Amokläufe wie den in Connecticut zu begünstigen, weil sie Schulen zu waffenfreien Zonen erklärt habe.
Amerikas Waffen-Lobby kennt nach dem Massaker an einer Grundschule in Connecticut, bei dem vor einer Woche 20 Kinder im alter von sechs und sieben Jahren und sechs Lehrerinnen erschossen wurden, nur eine einzige Konsequenz: Sämtliche Lehranstalten im ganzen Land müssten unverzüglich mit bewaffnetem Sicherheitspersonal ausgestattet werden.
Das sagte der Vize-Präsident der rund vier Millionen Mitglieder zählenden „National Rifle Association“ (NRA), Wayne LaPierre, gestern in Washington. Er forderte den Kongress auf, bereits nach den Weihnachtsferien entsprechende Vorkehrungen zu treffen, um so schnell wie möglich ein lückenloses "Schutzschild" für die Schulen aufzubauen.
NRA: Politik begünstigt Blutbäder, weil Schulen waffenfreie Zonen sind
Bei der als Pressekonferenz angekündigten Veranstaltung durften keine Fragen gestellt werden. Zwei Demonstranten, die mit Spruchbändern Kritik übten („Die NRA tötet unsere Kinder“ - „Die NRA hat Blut an den Händen“) wurden von Saaldienern abgeführt.
LaPierre, der seit 35 Jahren die zentrale Figur des Verbandes ist, ging mit keinem Wort auf die landesweit geführte Debatte ein, wonach die Überversorgung mit Waffen (300 Millionen Stück) und der vergleichsweise laxe Zugang in etlichen Bundesstaaten Ursache von folgenschweren Amokläufen sein könnte. Im Gegenteil. Der NRA-Vize warf der etablierten Politik vor, Blutbäder wie das von dem 20 Jahren alten Adam Lanza in Newtown am Freitag vor einer Woche veranstaltete, fahrlässig zu begünstigen, indem sie Schulen zu waffenfreien Zonen erklärt habe.
Amerika setze seine Schwächsten, „unsere geliebten, unschuldigen und verletzbaren Kinder“ in den Schulen, „kranken Monstern“ aus. Flughäfen, öffentliche Gebäude, Sport-Arenen, Banken und andere wichtige Orte würden dagegen von bewaffnetem Personal oder der Polizei gesichert. „Warum ist eine Waffe gut, wenn sie unseren Präsidenten schützt“, fragte LaPierre rhetorisch, „und schlecht, wenn damit Schüler gesichert werden?“ Die einzige Möglichkeit, einen „bösen Menschen mit einer Waffe zu stoppen“, sei es, „einem guten Menschen eine Waffe an die Hand zu geben“.
LaPierre beschuldigt Medien, Blutbäder mit Berichterstattung zu belohnen
Vehement verwahrte sich LaPierre gegen Kritik an der NRA , in der gesetzestreue Bürger ihr durch die Verfassung geschütztes Recht auf Waffenbesitz ausübten. Den Leitmedien Amerikas, die der NRA mit „Hass“ begegneten, warf der 64-Jährige die „Komplizenschaft“ mit einer „gefährlichen Schattenwirtschaft“ vor, in der „Mord als way of life und Unterhaltung“ dargestellt werde. LaPierre versteht darunter Videospiele, Kino-Filme und Musik-Videos, in denen „die dreckigste Form der Pornographie“ gepflegt werde: das Töten. Ausdrücklich erwähnte LaPierre Video-Spiele wie „Bullet Storm“, „Grand Theft Auto“ oder „Mortal Combat“. Medien betätigen sich hier als „korrupte Helfershelfer“; zumal sie Blutbäder wie das in Newtown mit „umfassender Berichterstattung belohnen“ und so schreckliche Vorbilder für Nachahmungstäter schaffen würden.
Anstatt wie nach allen vorangegangenen Amokläufen erneut „fruchtlose, langatmige Debatten zu führen“, müsse der Kongress nach dem „unaussprechlichen Verbrechen“ von Newtown sofort tätig werden. LaPierre: „Glaubt irgendwer, dass nicht schon der nächste Adam Lanza das nächste Massaker plant?“ Die NRA kündigte an, an einem umfassenden Trainingsprogramm für die Wehrhaftigkeit der Schulen mitarbeiten zu wollen.
Menschen in den USA gedenken der Opfer von Newtown
Kurz vor dem Aufritt der NRA in der Hauptstadt haben Menschen in ganz Amerika und inNewtown um die 26 Opfer in der Sandy Hook-Grundschule getrauert . Um 9.30 Uhr schlugen vielerorts die Kirchenglocken 26 Mal - für jedes Opfer einmal.
US-Präsident Barack Obama hat unterdessen den Befürwortern schärferer Waffengesetze, die etwa das Verbot von halbautomatischen Sturmgewehren oder Munitions-Magazinen mit mehr als zehn Schuss vorsehen, den Rücken gestärkt. In seiner wöchentlichen Video-Botschaft stellte sich Obama hinter die inzwischen von 200.000 Amerikanern unterzeichnete Petition auf der Internetseite des Weißen Hauses und rief dazu auf, den Druck auf die Abgeordneten in Senat und Repräsentantenhaus zu verstärken. "Ich brauche Ihre Hilfe. Rufen Sie Ihre Kongressvertreter so oft an wie nötig, bekennen Sie Farbe und sagen Sie im Namen unser aller Kinder: Es reicht."
10:38
Ganz Amerika ist Krank
Jetzt haben Sie mich überzeugt! Sehr ausgefeilter Argumentationsaufbau! Wenn man dagegen an unsere liberalen dumpfen Parolen denkt, muss ich richtig demütig werden.
15:43
Das Beste wäre, wenn jeder Anmerikaner wieder wie im wilden Westen, Colts links und rechts trägt und jeden umballern kann, der für ihn ein böser Mensch ist.
Zumindest, was Florida betrifft, beschreiben Sie die Gegenwart, wenn man davon ausgeht, das die Waffen verdeckt getragen werden.
Aber im Wilden Westen war die Deliktdichte pro 1000 Einwohnern deutlich niedriger als heute, bei deutlich restriktiveren Waffengesetzen heute. Haben Sie Ihr disbezügliches Wissen aus Western?
09:49
"Seit Heute Morgen, 5.45 Uhr wird jetzt zurück geschossen." Es wiederholt sich (leider) alles, auch das die Dummheit nie aus stirbt.
Nur dass es in Ihrem Beispiel der Staat war, welcher "zurück schoss". Übrigens: Wer hat wohl mehr Morde begangen, der bewaffnete Staat oder der legal bewaffnete Bürger? Mit der Dummheit haben Sie leider Recht...
21:23
ich würde meinen Job sofort aufgeben, wenn ich an schwarzen Sheriffen vorbei in die Schule müsste!!! So ist kein sinnvolles Lernen möglich!!!!
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
17:49
Recht hat sie, die Waffenlobby.
Leider, ist es fast nur mit Waffengewalt möglich solche Übergriffe zu begrenzen.
Wahrscheinlich währen auch nicht so viele Kinder gestorben, hätte jemand zurück schießen können.
Bei eine Bevölkerung wo jeder Zugriff auf Waffen hat, brauch man auch Schutz durch Waffengewalt.
Nur wenn die Bevölkerung einsieht, das nur ein wirklich kleiner Kreis Waffen benötigt und alle anderen zum Wohle der anderen ihre abgeben sollten, wird sich was ändern.
Erst wenn jemand den wirklichen Bedarf nachweisen kann, sollte er auch eine führen dürfen.
17:36
Ja, die US-Waffenindustrie will Feuer mit Öl bekämpfen...
@wohlzufrieden
Welch ein Vergleich! Es ist natürlich viel besser dafür zu sorgen, dass garantiert jeder mit einer Knarre diese auch illegal führt. Das ist zwar für die Opfer dann etwas suboptimal, dafür geht es dann ganz schnell. Und sie sterben im wohligen Gefühl, keine Waffe bei ihrer Ermordung getragen zu haben.
17:10
@25: Das ganze USA-Bashing mancher Foristen ist nunmal ebenso bezeichnend wie lächerlich.
An dieser ernsten Sache , kann ich nichts lächerliches entdecken. Sie finden also die Bewaffnung eines ganzen Volkes, mit den Folgen, also in Ordnung?
@Pit01
Die Argumentationsführung ist lächerlich: Es ist lächerlich zu glauben, dass ein Mörder keine Morde mehr begeht, wenn es verboten ist, eine Waffe zu führen. Es ist lächerlich zu glauben, die Entwaffnung von gesetzestreuen Bürgern (die anderen lassen sich nicht durch Gesetze entwaffnen) würde zu mehr Sicherheit führen. Es ist lächerlich zu glauben, dass man in den USA auch nach einem totalen Waffenverbot keine Waffe mehr bekäme.
16:58
und nicht informiert.
Was soll dieses populistisches Geschrei?
Kann der geneigte Kommentator seinen Hass auf die USA endlich, ja endlich herauskotzen?
Fakten bzgl. der Kriminalitätsentwicklung in Korrelation mit schweren Verbrechen interessieren den deutschen Besserwisser nicht, nicht wahr?
So traurig das Geschehen auch ist, bitte das Einschalten des Gehirns nicht vergessen !!
Dieses Einschalten scheint bei ihnen nicht zu funktionieren oder haben sie da nichts zum Einschalten?
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
15:01
Ist schon irgendwie Irrsinn was die NRA da für Gedanken hat. Böse Menchen mit Waffen an Schulen könnten nur von guten bewaffneten Männern gestoppt werden.
Wer soll denn entscheiden wer gut genug ist, bewaffnet in den Schulen zu stehen ?
Wie lange habe ich denn eine Garantie das diese Leute auch gut bleiben und nicht selbst durchdrehen ?
Waffen gehören grundsätzlich nicht in Kindergärten oder Schulen !!!
Eltern die ihren Kindern Waffen in die Hände geben und Schießübungen veranstalten
sind doch krank !
13:20
krank, diese mutierte ex-kolonie. mehr tier als mensch !
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.