Das aktuelle Wetter NRW 26°C
Politik

Thierse wirft deutschen Konzernen Versagen bei Großprojekten vor

30.12.2012 | 16:01 Uhr
Foto: /dapd/Steffi Loos

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat zum Jahreswechsel deutschen Konzernen Versagen bei Großprojekten wie dem Berliner Flughafen oder dem Bahnhofsbau Stuttgart 21 vorgeworfen. "Ich lasse es nicht zu, dass immer nur mit dem Finger auf die Politik gezeigt wird", sagte Thierse der "Berliner Morgenpost" (Silvesterausgabe).

Berlin (dapd). Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat zum Jahreswechsel deutschen Konzernen Versagen bei Großprojekten wie dem Berliner Flughafen oder dem Bahnhofsbau Stuttgart 21 vorgeworfen. "Ich lasse es nicht zu, dass immer nur mit dem Finger auf die Politik gezeigt wird", sagte Thierse der "Berliner Morgenpost" (Silvesterausgabe).

"Beim Großflughafen sind es die Firmen Bosch und Siemens, die die Brandschutzanlage nicht zum Laufen kriegen." Ebenso stelle sich die Lage bei Stuttgart 21 dar, wo die Deutsche Bahn verantwortlich sei. Bei der Elbphilharmonie in Hamburg habe wiederum der größte deutsche Baukonzern Hochtief den "Schlammassel" verursacht.

Die Politiker könnten bei derart großen Projekten zwar die Aufsicht führen, doch seien sie "auf eine peinlich brutale Weise abhängig von den Informationen, die ihnen gegeben werden". Er wünsche sich, dass die tatsächlich Verantwortlichen benannt und nicht Politiker als "Ersatzschuldige" an den Pranger gestellt werden, sagte Thierse.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
30.12.2012
18:35
Thierse wirft deutschen Konzernen Versagen bei Großprojekten vor
von berni44 | #2

Man merkt, dass H. Thierse aus der alten DDR kommt. Er kennt nicht die Auftragsvergaben nach VOB . Die Leistungsverzeichnisse, auch für Grossanlagen, werden in 100 derte Positionen, mit genauen Beschreibungen aufgeteilt und mit den ausführenden Untenehmen abgerechnet. Hierdurch verschwimmt der grosse Blick für die ganze Anlage. Es muss mit Sonderarbeiten an vielen Stellen in der Grossanlagee
nachgearbeitet werden.
Dieses ist auch der Grund, dass die Anlagen immer viel teurer werden, als vor angeboten. Viele Unternehmen setzen auch auf diese Sonderarbeiten, damit sie überhaupt an den öffentlichen Aufträgen etwas verdienen.
Diese Vergabesystem der öffentlichen Hand soll Korruption und Betrug verhindern, aber leider wird beides begünstigt.
Das Vergabesystem muss geändert werden. Es muss so sein, dass das Ziel, die Anlage oder Bauwerk, im Blick steht.
Die einzelnen Schritte, wie das Ziel ereicht wird, sollte dem Auftragnehmer überlassen werden.Für das Ziel sollte der Unt.-nehmer haften.

30.12.2012
16:43
Kommunikationsprobleme
von knueppeljunge | #1

Die Aufsicht funktioniert nicht wg fehlender Informationen - das ist die Kernaussage.

Welche Konsequenzen zieht die Aufsicht daraus? Wer führt eigentlich die Aufsicht in den Konzernen?
Es ist so einfach den Schwarzen Peter weiterzureichen. Zumal wenn die Aufsicht gänzlich "ehrenamtlich" (???) arbeitet.

Die einzig bekannte Konsequenz:
Weitermachen - der Bürger bezahlt - wir können keine Schuldigen benennen.

Umfrage
Das Beispiel ist krass: Ein 23-Jähriger wird auf Facebook einer Vergewaltigung bezichtigt — aber er ist unschuldig. Wurden Sie schon Opfer von Facebook-Hetze oder Mobbing?

Das Beispiel ist krass: Ein 23-Jähriger wird auf Facebook einer Vergewaltigung bezichtigt — aber er ist unschuldig. Wurden Sie schon Opfer von Facebook-Hetze oder Mobbing?

 
Fotos und Videos
Trauer nach Flugzeugabsturz
Bildgalerie
Flugzeugabsturz
Flugzeugunglück in der Ukraine
Bildgalerie
MH17-Unglück
Aus dem Ressort
Das Misstrauen gegenüber dem Freihandelsabkommen TTIP wächst
TTIP-Abkommen
Für die Beteiligten in den Verhandlungen zwischen EU und USA bei dem umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP gilt Geheimhaltungspflicht. Auch der designierte EU-Kommissionschef Juncker fordern mehr Transparenz. Denn gegenüber TTIP wächst das Misstrauen.
Zeuge versetzt Gericht im NSU-Prozess - in Kneipe eingekehrt
NSU-Prozess
Mit einer skurrilen Begründung ist ein Zeuge im NSU-Prozess seiner Ladung vor Gericht nicht nachgekommen: Er sei zwar zunächst in einen Zug nach München gestiegen, habe dann aber "etwas trinken müssen" und sich eine Wirtschaft gesucht. Bundesanwalt Diemer will ihn jetzt zwangsweise vorführen lassen.
FDP-Chef Christian Lindner entdeckt den starken Staat
FDP
Der FDP-Chef Christian Lindner will die innere Sicherheit stärken und die Bürger besser vor Einbrüchen schützen. Ein Gespräch über die Grenzen der Toleranz, den schwierigen Wiederaufbau der Partei und seine Abneigung gegen Beckenrand-Schwimmer.
SPD warnt vor der Schließung von Kitas freier Träger
Kitas
Kurz vor dem Start in das neue Kindergartenjahr am 1. August hat die SPD-Fraktion Bedenken geäußert, dass die Finanzierung der Betreuung nicht reicht. Die freien Träger hätten deutlich gemacht, Kitas schließen zu müssen, wenn die Zuschüsse pro Kind nicht angehoben würden, hieß es im Landtag.
Antisemitische Hetze alarmiert die Bundesregierung
Antisemitismus
Nach den antisemitischen Vorfällen bei Demonstrationen zum Nahost-Konflikt in Essen und anderen Städten ist die Bundesregierung alarmiert. Innenminister de Maizière sprach von einer „roten Linie“, die überschritten worden sei. Der Zentralrat der Juden beklagt eine „Explosion des Antisemitismus“.