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Streit über Videoüberwachung nach versuchtem Bombenanschlag in Bonn

17.12.2012 | 07:03 Uhr
Streit über Videoüberwachung nach versuchtem Bombenanschlag in Bonn
Unions-Innenexperte Hans-Peter Uhl (CSU) fordert eine Nachrüstung der DB-Überwachungsanlagen. Foto: dapd

München.  Der versuchte Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof hat einen Streit um die Videoüberwachung ausgelöst. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich fordert schärfere Gesetze und mehr Überwachung. Grüne und SPD kritisieren die Forderung des Innenministers.

Nach dem versuchten Bombenanschlag im Bonner Hauptbahnhof ist eine Debatte über Videoüberwachung entbrannt. "Mit seinem reflexhaften Ruf nach schärferen Gesetzen und mehr Videoüberwachung macht es sich Innenminister (Hans-Peter) Friedrich zu leicht", sagte die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast der "Süddeutschen Zeitung". Es würden "effektive Sicherheitsbehörden und keine flächendeckende Überwachung" benötigt. Aufgabe der Innenminister sei es, "für mehr Kooperation der verschiedenen Stellen und zielgerichtetes Arbeiten zu sorgen, damit Anschläge im Vorfeld verhindert" würden.

Der schleswig-holsteinische SPD-Chef und frühere Landesinnenminister Ralf Stegner sagte der Zeitung, der "Reflex, sich etwas von einer verschärften Überwachung zu erhoffen, ist in aller Regel falsch". Es gebe "an Bahnhöfen und Flughäfen, also dort, wo es sinnvoll ist, ohnehin Überwachung". Der Vorstoß von Bundesinnenminister Friedrich (CSU) sei "hilflose Öffentlichkeitsarbeit", sagte Stegner.

Unions-Innenexperte Hans-Peter Uhl (CSU) fordert Nachrüstung der Überwachungsanlagen

Der Unions-Innenexperte Hans-Peter Uhl (CSU) forderte unterdessen von der Deutschen Bahn eine Nachrüstung ihrer Überwachungsanlagen. "Videobilder von Überwachungskameras in sensiblen Bereichen wie Bahnhöfen sollten generell aufgezeichnet werden. Solche Defizite kann man sich nicht erlauben", sagte Uhl der "Passauer Neuen Presse". ´Wenn es stimme, dass "die anderen Kameras im Bahnhof nichts aufgezeichnet haben, besteht ein Defizit im System."

Anschlag
Zünder der Bombe im Bonner Bahnhof war ausgelöst

Vier Tage nach dem versuchten Bombenanschlag in Bonn ist noch immer kein Tatverdächtiger gefasst; die Diskussion um Verantwortlichkeiten für (fehlende) Videoaufzeichnungen dagegen voll entbrannt.

Die Bombe soll am vergangenem Montag am Bonner Hauptbahnhof abgestellt worden sein , sie löste keinen Schaden aus. Seit Freitag führt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen. Von den sechs Überwachungskameras am Bonner Hauptbahnhof wurden keine Videobilder des Vorfalls aufgezeichnet. Friedrich forderte als Konsequenz aus dem Anschlagsversuch die Ausweitung der Videoüberwachung. (AFP)



Kommentare
21.12.2012
08:54
Streit über Videoüberwachung nach versuchtem Bombenanschlag in Bonn
von ulrics | #20

Vielleicht sollte man mal eine Petition einreichen, um den Innenminister in Überwachungsminister umzubenennen.

Ich frage mich, was er dazu sagen würde in seinem Büro und seiner Wohnung Kameras anzubringen. Nach der Gefährdungslogik dürften ja Politiker mit Ministerposten besonders durch Terroristen gefährdet sein.

Welcher Terroranschlag wurde durch Kameras verhindert? Höchstwahrscheinlich keiner. Bisher war es mehr Glück als können oder saubere Ermittlungsarbeit.

19.12.2012
08:02
Streit über Videoüberwachung nach versuchtem Bombenanschlag in Bonn
von zwergschatten | #19

je mehr ich über diese ganze geschichte nachdenke, desto mehr stinkt mir der fisch vom kopfe her.

ist der hbf bonn der einzige grosse bahnhof (man bedenke: hier war mal die hauptstadt und hunderte behörden residieren immer noch dort!) ohne kameras?? normalerweise sind doch vor, auf, hinter, unter und zwischen den gleisen kameras verbaut? und gerade hier nicht??

kann ich immer weniger glauben. entweder wussten die genau, wo alle kameras sind (unwahrscheinlich) oder sie wussten, dass von denen keine gefahr droht.

passt auch sonst alles schön ins bild: die pösen pösen islamisten mal wieder, der belebte bahnhof kurz vor weihnachten (an einem 11. natürlich), die bombe nach einer al kaida.anleitung, die dann (so ein glück!) nicht zündete...ich hoffe ja immer noch, dass diese ansicht nur meine persönliche paranoia ist, aber seit der nsu-geschichte glaub ich den sicherheitsorganen dieses staates nicht mehr allzuviel.

18.12.2012
20:01
Streit über Videoüberwachung nach versuchtem Bombenanschlag in Bonn
von silera | #18

Nachweislich liegt es ja garnicht an einer fehlenden Überwachung. Bis jetzt liegt in allen Fällen ob NSU oder Terrorbekämpfung stets ein Fehlverhalten der Errmittler vor.
Es wird vertuscht und gelogen , und manchmal ist auch naivität vorhanden. Diese ganze Debatte ist blinder Aktionismus um den Bürgern kurz vor neuen Wahlen ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln. Seht her wir kümmern uns.Man stelle sich nur vor diese Behörden entscheiden dann an Hand von Aufnahmen wer sich verdächtigt verhält und wer nicht ? Grausam.

18.12.2012
10:02
Streit über Videoüberwachung nach versuchtem Bombenanschlag in Bonn
von Pinwand | #17

Man stelle sich vor, die Bombe wäre explodiert und hätte vielen Menschen den Tod gebracht. Und das alles nur, weil wir keine Muslime sind und die Terroristen uns deshalb hassen.

17.12.2012
19:01
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Name von Moderation entfernt | #16

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17.12.2012
18:36
Streit über Videoüberwachung nach versuchtem Bombenanschlag in Bonn
von babilon | #15

Wer nichts zu verbergen hat,stört eine Videoüberwachung nicht,verschiedenen
Datenschützern nehmen scheinbar den Tod vieler Menschen in kauf.
Im öffenlichen Raum sollten vielmehr Vidioüberwachungen sein.

2 Antworten
Streit über Videoüberwachung nach versuchtem Bombenanschlag in Bonn
von EU4ever | #15-1

Und wie soll Videoüberwachung Anschläge verhindern? Meinen Sie, die terroristen winken in die Kameras und warten, bis das Videos ausgewertet wird?

Streit über Videoüberwachung nach versuchtem Bombenanschlag in Bonn
von silera | #15-2

Dieses Totschlagargument kommt aus einem naiven Gedankengut.

17.12.2012
15:52
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Name von Moderation entfernt | #14

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17.12.2012
15:07
Streit über Videoüberwachung nach versuchtem Bombenanschlag in Bonn
von akaz | #13

Das wirkliche Dilemma macht sich doch allein an dem Schwarze-Peter-Spiel zwischen Bahn und Polizei fest. Die Bahn hat ja keine Anforderung der Polizei bekommen, die Videos aufzuzeichnen. Die Polizei kontert, dass das ja sinnlos gewesen wäre, da dort keine Aufzeichnungsgeräte vorhanden sind.
Nach Bahnverständnis hätte aber ein Antrag vorliegen müssen, das ist Schwachsinn in einer höheren Potenz.
Das wird nur getoppt durch die sofort geforderten Erhöhungen von Überwachungen und von Verschärfung der Gesetze.
Was nutzen schärfere Gesetze mit irren Drohungen von Gefängnisstrafen bis zu 20 Jahre, wenn die Mindeststrafe auf Bewährung ausgesetzt wird.
Überwachung und Aufzeichnung ist nur was für die Strafverfolgung. Oder sollen an den Bildschirmen Profiler sitzen, die potentielle Übeltäter an ihrem Gehabe erkennen und vorsichtshalber verhaften lassen? Kann keiner bezahlen!

17.12.2012
14:50
Streit über Videoüberwachung nach versuchtem Bombenanschlag in Bonn
von ratzefummel | #12

meiner meinung nach braucht man den menschen den gesetzeshüter sprich polizei mehr als die ausspähung und überwachung der kameras.es werden doch immer mehr menschen weg rationalisiert und durch maschinen ersetzt.ne kamera kann ich nicht an sprechen wenn not am mann ist.natürlich ist es in manchen bereichen unumgänglich
und früher noch in den sechziger jahren sass ich hinter einem spiegel und musste zeitweise die menschen beim einkaufen oder englisch einkaufen beobachten und das war auch nicht gerade lustig aber dadurch wurde schon der eine oder andere langfinger gleich gestellt.

17.12.2012
13:34
Hilflos
von RainerN | #11

Über was wird eigentlich gestritten? Geht es dabei um mehr Sicherheit für den Bürger? Wie sollen zukünftige Anschläge verhindert werden? Etwa durch, Zitat: „... mehr Kooperation der verschiedenen Stellen und zielgerichtetes Arbeiten zu sorgen, damit Anschläge im Vorfeld verhindert würden“. Wie soll das denn in der Praxis aussehen? Oder anders, selbst wenn die erwähnten Forderungen bereits Realität wären, hätte das den Anschlag von Bonn verhindert? Die jetzt geforderte Videoüberwachung inkl. Aufzeichnung greift doch erst dann, wenn eine Tat bereits geschehen ist. Außerdem, zu allem entschlossene Terroristen lassen sich kaum durch eine Kamera abschrecken. Auch durch schärfere Gesetze nicht.
Der jetzige Streit vermittelt mir als Bürger nur eins, unserer Staat, unsere Politiker scheinen Ereignissen wie jetzt in Bonn hilflos gegenüber zu stehen.

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