Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Politik

Sorge um Chávez wächst

04.01.2013 | 16:11 Uhr
Foto: /AP/Ramon Espinosa

Der Gesundheitszustand des venezolanischen Staatspräsidenten Hugo Chávez erscheint zunehmend kritisch: Nach seiner vierten Krebs-OP hat sich Chávez nach Regierungsangaben eine schwere Lungenentzündung zugezogen und wird wegen Atemproblemen behandelt.

Caracas (dapd). Der Gesundheitszustand des venezolanischen Staatspräsidenten Hugo Chávez erscheint zunehmend kritisch: Nach seiner vierten Krebs-OP hat sich Chávez nach Regierungsangaben eine schwere Lungenentzündung zugezogen und wird wegen Atemproblemen behandelt. "Als Folge einer schweren Entzündung der Atemwege" seien Komplikationen aufgetreten, teilte Informationsminister Ernesto Villegas am Donnerstagabend im Staatsfernsehen mit. Die Erklärung ließ offen, ob Chávez womöglich künstlich beatmet werden muss.

Damit wachsen die Zweifel, ob der Staatschef tatsächlich wie geplant am 10. Januar für eine weitere Amtszeit vereidigt werden kann. Seit Tagen wird über sein Befinden spekuliert. Chávez hatte sich am 11. Dezember in Kuba seiner vierten Krebsoperation seit Juni 2011 unterzogen und wurde seitdem nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Unter anderem gab es Gerüchte, er liege im Koma. Die venezolanische Regierung beschuldigte die internationalen Medien wegen ihrer Berichterstattung über den Gesundheitszustand des Präsidenten der "psychologischen Kriegsführung".

Chávez war erst im Oktober für weitere sechs Jahre ins Präsidentenamt gewählt worden. Zwei Monate später gab er bekannt, dass der Krebs ihn wieder eingeholt hat. Vor der Operation sagte Chávez, falls er wegen seiner Krankheit nicht Präsident bleiben könne, solle Vizepräsident Nicolas Maduro an seiner Stelle bei Neuwahlen kandidieren.

Umstritten ist, ob die Amtseinführung verschoben werden könnte und was passieren würde, sollte Chávez seine neue Amtsperiode nicht antreten können. Laut Verfassung sollte der Präsident am 10. Januar vor der Nationalversammlung den Amtseid ablegen. Stirbt ein Präsident oder ist er zur weiteren Ausübung seiner Pflichten nicht in der Lage, geht die Amtsgewalt demnach vorläufig auf den Präsidenten der Nationalversammlung über. Eine Neuwahl ist binnen 30 Tagen vorgesehen.

Die Opposition fordert von der Regierung genauere Angaben über das Befinden des Präsidenten. Sie hält Chávez nicht mehr für amtsfähig und verlangt eine Neuwahl für den Fall, dass er am vorgesehenen Tag der Vereidigung nicht in Caracas ist. Vertraute des Präsidenten hingegen vertreten die Auffassung, die Amtseinführung könne auch verschoben und Chávez wenn nötig mehr Zeit gegeben werden, sich von der Operation zu erholen.

© 2013 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

 
Aus dem Ressort
Rats-Bewerber will von Kandidatur zurücktreten - zu spät!
Kommunalwahl
Aus der Partei ist Ralf Welters, der für Bündnis 90/Grüne bei der Kommunalwahl antritt, schon ausgetreten. Nun will er auch seine Kandidatur für den Rat zurück ziehen - geht aber nicht, sagt die Duisburger Stadtverwaltung.
Hannelore Kraft prophezeit Groko Konflikte mit Bundesrat
Energiewende
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat ihren Gestaltungsanspruch im Bundesrat bekräftigt. Die Große Koalition habe im Bundesrat keine Mehrheit. Im Interview spricht sie über ihr Bekenntnis zu Bildung und Infrastruktur, das Verhältnis von rot-grün in NRW und das Gelingen der Energiewende.
Amtsinhaber Bouteflika gewinnt Präsidentenwahl in Algerien
Algerien
Abdelaziz Bouteflika bleibt wie erwartet Präsident in Algerien. Die Opposition in dem öl- und gasreichen Land spricht von dreistem Wahlbetrug. Echte Beweise dafür gibt es jedoch bislang nicht.
Rüstungsfirmen wollen schneller über Exporte informieren
Waffenexporte
Die Rüstungs-Unternehmen wollen die Öffentlichkeit schneller über Waffenlieferungen ins Ausland informieren. Damit kommt die Industrie einer Forderung der Bundesregierung nach. Bislang werden Rüstungsgeschäfte manchmal erst nach zwei Jahren gemeldet.
Ukraine sagt "Sonderstatus" für russische Sprache zu
Ukraine
Auch nach der Unterzeichnung des Friedensplans bleibt die Lage in der Ost-Ukraine gespannt. Die pro-russischen Kämpfer weigern sich, die besetzten Gebäude zu freizugeben. Der Friedensplan sieht Gewaltverzicht beider Seiten vor — und die Entwaffnung der Separatisten.