Das aktuelle Wetter NRW 7°C
Politik

Nordkorea beantwortet UN-Sanktionen mit Aufrüstungsdrohung

23.01.2013 | 07:58 Uhr
Foto: /KRT via AP Video/Uncredited

Nach dem nordkoreanischen Raketenstart vom Dezember hat der Weltsicherheitsrat mit Chinas Stimme neue Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt. Das Außenministerium in der nordkoreanischen Hauptstadt kündigte nur Stunden nach Verabschiedung der UN-Resolution an, "die militärischen Fähigkeiten zur Selbstverteidigung inklusive nuklearer Abschreckung auszubauen".

Seoul (dapd). Nach dem nordkoreanischen Raketenstart vom Dezember hat der Weltsicherheitsrat mit Chinas Stimme neue Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt - die prompt mit einer Drohung beantwortet wurden. Das Außenministerium in der nordkoreanischen Hauptstadt kündigte nur Stunden nach Verabschiedung der UN-Resolution an, "die militärischen Fähigkeiten zur Selbstverteidigung inklusive nuklearer Abschreckung auszubauen". Die "feindliche US-Politik" werde "mit Stärke, nicht mit Worten gekontert", hieß es in der Stellungnahme vom Mittwoch. Verhandlungen über nukleare Abrüstung kämen nicht mehr infrage.

Zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat einstimmig eine neue Resolution verabschiedet, die den Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete am 12. Dezember verurteilt. Der Westen vermutet hinter der Aktion die heimliche Vorbereitung eines weiteren Atomwaffentests, Pjöngjang will dagegen lediglich einen Beobachtungssatelliten zu Forschungszwecken ins All geschossen haben. Die Resolution sieht zudem erstmals seit vier Jahren neue Sanktionen vor: Neben den ausländischen Vermögen der nordkoreanischen Raumfahrtagentur sollen auch die mehrerer Unternehmen und Personen eingefroren werden, gegen vier Regierungsvertreter wurden Reisesperren verhängt.

Pjöngjang müsse sein nukleares Waffenprogramm "vollständig, nachvollziehbar und unwiderruflich" aufgeben sowie auf jegliche Raketenstarts verzichten, verlangte der Weltsicherheitsrat. Der Forderung schloss sich auch Nordkoreas engster Verbündeter und Wirtschaftspartner China an, der bislang immer sein Veto gegen Sanktionen eingelegt hatte - worin politische Analysten ein Zeichen der Frustration Pekings mit seinem Nachbarn erkannten.

Als Reaktion darauf kündigte das Außenministerium in Pjöngjang an, eine Fortführung der sogenannten Sechs-Parteien-Gespräche über nukleare Abrüstung sei indiskutabel: "Es kann Gespräche über Frieden und Stabilität in der Region geben, aber keine Gespräche über eine Denuklearisierung der (koreanischen) Halbinsel." An den Sechsergesprächen sind neben Nord- und Südkorea auch China, Russland, Japan und die USA beteiligt.

© 2013 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

 
Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Stichwahl um Präsidenten-Amt in Tunesien erwartet
Tunesien-Wahl
Die Wahl des neuen Präsidenten soll den Übergang Tunesiens zur Demokratie abschließen. Erste Prognosen sehen den 87-jährigen Essebsi vor dem Übergangspräsidenten Marzouki. Eine Stichwahl wird immer wahrscheinlicher.
Wie Saudi-Arabien Verurteilte mit dem Säbel hinrichtet
Todesstrafe
Saudi-Arabien lässt zum Tode Verurteilten öffentlich den Kopf abschlagen – und praktiziert damit als einziger Staat die gleiche Hinrichtungsart wie die Barbaren des „Islamischen Staats“. Nach der Hinrichtung werden schnell die blutigen Spuren beseitigt – und der Ort wieder zum Spielplatz für Kinder.
Ukraine-Krise - Putin treibt Keil in die Berliner Koalition
Ukraine-Streit
CSU-Chef Seehofer warnt Außenminister Steinmeier (SPD) vor Alleingängen. Der Bayer will die deutsche Russland-Politik beim Koalitionsgipfel klären. In der Union geht die Sorge um, dass der Außenminister in der Ukraine-Krise einen eigenen Kurs fahren und sich damit profilieren könnte.
Ein wahrer Wende-Krimi – Das Geheimnis der SED-Millionen
25 Jahre Mauerfall
Vor mehr als 20 Jahren musste der Fahnder Uwe Schmidt, in Berlin der „Kugelblitz“ genannt, ermitteln, wer das gerade vereinigte Deutschland betrog. Die Gelder sind teils bis heute nicht gefunden. Was der pensionierte Chefermittler zu erzählen hat, erinnert an einen Kriminalroman.
Grüne wollen nach der Energiewende jetzt die Agrarwende
Parteitag
Die Partei versucht, einen Schlussstrich unter ihre Führungskrise zu ziehen und will mit der Agrarwende punkten. Der Grünen-Parteitag stärkt die Vorsitzenden und feiert den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.