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Narrenschelle für Schwabenschelte

23.01.2013 | 08:14 Uhr
Foto: /dapd/Steffi Loos

Die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) betrachtet Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) als prädestiniert für die Verleihung der Goldene Narrenschelle 2013.

Bad Dürrheim (dapd-bwb). Die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) betrachtet Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) als prädestiniert für die Verleihung der Goldene Narrenschelle 2013. Nicht nur dessen öffentliches Klagen über "die mangelnde Integrationsbereitschaft" Berliner Exil-Schwaben habe die Narrenvereinigung "zur Verleihung gedrängt", sagte der Präsident des Narrendachverbands, Roland Wehrle, der Nachrichtenagentur dapd.

Wehrle führte an, die "Torheiten" des SPD-Politikers reichten bis ins Jahr 2000 zurück als Thierse, damals noch im Amt des Bundestagspräsidenten, den Narren zur Fasnachtszeit den Einzug in den Bundestag verwehrt habe. Acht Jahre später sei von ihm "fernab jeglicher historisch-karnevalistischer Wurzeln" der Karneval der Kulturen zum schönsten Fest in Berlin gekürt worden.

Thierse bekommt heute (23. Januar) im Europa-Park Rust die nicht ganz ernst gemeinte Auszeichnung der traditionsreichen Vereinigung aus Bad Dürrheim verliehen. Allerdings war der SPD-Politiker nicht die erste Wahl. Ursprünglich sei ein anderer Kandidat vorgesehen gewesen, sagte der Präsident des Narrendachverbands. Nach der Schwabenschelte entschied sich die Vereinigung aber anders.

Dabei sei zunächst aber nicht sicher gewesen, ob Thierse überhaupt kommen werde, führte Wehrle an. Dieser habe sich dann bei seinem Parteikollegen und Laudator Peter Friedrich, dem baden-württembergischen Europaminister, erkundigt und schließlich zugesagt.

Der Vorsitzende der Narrenvereinigung will die Preisverleihung als rein "satirischen Beitrag" in der seiner Ansicht nach derzeit mit wenig Humor geführten Diskussion verstanden wissen. Ziel sei es, mit zwinkerndem Auge "den Torheiten des Alltags eine Schelle zu verpassen". Hier werde eine alte Tradition "des Rügerechts der Narren" wiederbelebt, um gemäß der ersten Verbandssatzung von 1924 dem "deutschen Michel das Lachen beizubringen", unterstrich der Präsident des Verbands, der in Süddeutschland und der Schweiz 60.000 Narren vertritt.

dapd

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