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Mehr Geld ab dem dritten Kind

28.04.2008 | 15:40 Uhr

Berlin. Es könnte ihr letztes großes Projekt vor der Wahl werden: Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will das Kindergeld ab 2009 stärker als bisher zugunsten kinderreicher Familien staffeln.

Will sich für kinderreiche Familien stark machen: Familienministerin Ursula von der Leyen. (Bild: Axel Schmidt/ddp)

Derzeit bekommen Eltern bei den ersten drei Kindern jeweils 154 Euro monatlich, ab dem vierten Kind 179 Euro. Künftig soll das Kindergeld nach dem Willen der Ministerin bereits vom dritten Geschwisterkind an stetig steigen. Hintergrund ist ein gestern in Berlin vorgestelltes Gutachten, das die familienbezogenen Leistungen des Staates auf den Prüfstand stellt: Demnach füllt das Kindergeld üblicherweise etwa ein Drittel der Lücke, die das Leben mit Kindern ins Portemonnaie reißt. Bei kinderreichen Familien steigen die Kosten sprunghaft an - allein dadurch, dass Väter und Mütter oft nicht mehr gleichzeitig berufstätig sein können.

Über die geplante Staffelung des Kindergeldes wird frühestens im Herbst entschieden, wenn der Existenzminimumsbericht vorliegt, von dem familienbezogene Leistungen wie Kinderfreibeträge und Kindergeld abhängig sind. Nicht mehr in dieser Wahlperiode zu erreichen sind die anderen drei Kernziele des Gutachtens. Dieses empfiehlt: die Ausweitung der Vätermonate beim Elterngeld, die Weiterentwicklung des Kinderzuschlags bei Familien am Existenzminimum und die Stärkung von haushaltsnahen Dienstleistungen zur Entlastung von berufstätigen Eltern.

Anders als erwartet präsentierten die Gutachter um den Soziologen Hans Bertram keine Streichleiste bei den 153 familienbezogenen Leistungen. "Nicht die Zahl der Leistungen ist das Problem. Wir müssen das Geld nur besser anlegen", so die Ministerin. Mit rund 189 Milliarden Euro werden Familien jährlich unterstützt - 77 Milliarden Euro für ehebezogene Maßnahmen, wie etwa das Ehegattensplitting, das die Ministerin trotz aller Kritik erhalten will.

Von Julia Emmrich

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