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Letzte Schonfrist für Stinker mit der roten Plakette

03.01.2013 | 19:04 Uhr
Letzte Schonfrist für Stinker mit der roten Plakette
An der B224 in Essen dürfen auch Autos mit roter Plakette in die Umweltzone einfahren.Foto: Sebastian Konopka, WAZ Foto-Pool

Essen.  Seit 1. Januar dürfen Autos mit roter Plakette nicht mehr in die Umweltzone Ruhrgebiet. Soweit die Theorie. Weil sich das Aufstellen der Schilder noch hinzieht, werden Verstöße aber offenbar erst einmal nicht geahndet. Die Strafverschonung dürfte sich bis Ende des Monats hinziehen.

Mini-Schonfrist für die Autos mit den roten Plaketten: Die Verschärfung der Regeln in der Umweltzone Ruhrgebiet, die den Feinstaub-Ausstoß bremsen soll und „Stinkern“ die Einfahrt in die Stadtbereiche verwehrt, gilt zwar schon drei Tage. Rein rechtlich. Geahndet aber werden Verstöße wohl erst, wenn alle Hinweistafeln stehen. Alleine an den Autobahnen des Reviers kann das noch bis Ende Januar dauern.

Heizungen als Steinstaubproduzenten

„Wir haben jetzt angefangen und müssen 500 Schilder im Ruhrgebiet aufstellen“, sagt Bernd Löchter vom Landesbetrieb Straßen.nrw. Zwei bis drei Wochen werde man dafür brauchen. Auch in den Städten sind die Verwaltungen noch nicht so weit. Beispiel Essen, wo 70 Tafeln in kommunaler Regie zu platzieren sind: Hier soll am 8. Januar alles stehen.

Doch am Ende dürften die Behörden gegen Fahrverbots-Sünder deutlich härter vorgehen als im vergangenen Jahr, in dem die flächendeckende Umweltzone Ruhr erst einmal eingerichtet werden musste. Weil die Ausschilderung so zögerlich lief, kontrollierten die Kommunen die Einhaltung der Regeln in den letzten Monaten nur sporadisch bis gar nicht. Bußgelder blieben Ausnahme. In naher Zukunft sind dann 40 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig.

Das Projekt Umweltzone kommt in drei großen Schritten. Seit Beginn des Jahres 2012 sind schon alle Autos ohne genehmigte Plakette mit Fahrverbot belegt. Am 1. Januar 2013 ist Stufe 2 in Kraft getreten. Das bedeutet, dass nur noch Fahrzeuge mit gelben oder grünen Plaketten in den Stadtbereichen fahren dürfen – je nach Stadt immerhin rund 90 bis 98 Prozent des Fahrzeugbestandes.

Vor allem Nutzfahrzeuge, die oft noch den höheren Schadstoffausstoß der Schadstoffgruppe 2 haben und mit der roten Plakette gekennzeichnet sind, dürfen nicht mehr fahren. In Kreisen der Wirtschaft wird geschätzt, dass ruhrgebietsweit immerhin rund 10 000 stehen bleiben oder ausgetauscht werden müssen. Vor allem Kleingewerbetreibenden und Handwerksbetrieben dürften die hohen Investitionen in einen neuen Fuhrpark schwer fallen.

Meldung vom 08.11.2012
Autofahrern droht massive Bußgeld-Erhöhung

Verkehrsverstöße könnten nach der Punktereform der Bundesregierung deutlich teurer werden als bisher angekündigt. Der Automobilclub AvD warnt vor...

Ab 2014 nur noch "grün" erlaubt

Zum 1. Juli 2014 ist dann nur noch „grün“ erlaubt – auch Fahrzeuge mit gelben Aufklebern (Schadstoffgruppe 3) bleiben außen vor. Im Revier wären dies wohl noch einmal 30 000 Kleinlaster und Kombis.

Dabei sind die Vorschriften im Revier nicht die schärfsten. In Baden-Württemberg und seinen Großstädten Stuttgart, Mannheim, Freiburg und Karlsruhe sind schon seit dem Beginn des Monats auch die gelben Plaketten nicht mehr gültig.

Zu den Befürwortern der Umweltzonen gehört die Umweltorganisation BUND, zu den Gegnern der ADAC. Sie streiten, ob die Fahrverbote die krebserregende Feinstaubbelastung wirksam senken können. Denn den meisten Feinstaub produzieren Heizungen und Industrie.

Dietmar Seher

Kommentare
04.01.2013
13:26
Letzte Schonfrist für Stinker mit der roten Plakette
von Theo_ten_Takel | #19

Tja, Herr Seher, mein Stinker mit gelber Plakette ist aber kein Kleinlaster oder Kombi, sondern ein nicht nachrüstbarer BMW 730d, Baujahr 11/04....
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2013-01-03 19:04
Feinstaub,Umweltzone,NRW
Politik