Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Resozialisierung

Justizminister stellt Pläne für den Strafvollzug vor

27.06.2012 | 16:43 Uhr
Justizminister stellt Pläne für den Strafvollzug vor
Die Landesregierung will Gefangene besser auf das Leben nach der Haft vorbereiten. Foto: dapd

Düsseldorf.   NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) will ein neues Strafvollzugsgesetz vorlegen. Es geht ihm vor allem um einen besseren Übergang in die Zeit nach der Haft. „Wir müssen verhindern, dass der Gefangene nach der Haft orientierungslos vor dem Gefängnistor steht“, sagte der Minister.

Strafgefangene in NRW sollen besser auf ihr Leben nach der Haft vorbereitet werden. „Irgendwann kommt fast jeder wieder aus dem Gefängnis – und dann ist er unser Nachbar“, sagte Justizminister Thomas Kutschaty (SPD), der Leitlinien für den künftigen Strafvollzug vorstellte. Häftlinge in die Lage zu versetzen, später ein möglichst geordnetes Leben zu führen, sei auch „der effektivste Opferschutz“.

Im Herbst will Kutschaty ein Strafvollzugsgesetz vorlegen, das sich stärker am Verfassungsgebot der Resozialisierung orientiert. Darin will er auch mehr Wert auf die Belange der Opfer legen. Ihnen sollen beispielsweise Ängste vor der Entlassung des Täters genommen werden, indem sie sich über sein Verhalten in der Haft informieren können. Verstärkt will sich das Land um finanzielle Entschädigung über den Täter-Opfer-Ausgleich kümmern.

„Wir wollen die Abkehr vom Verwahrvollzug“, sagte Michael Walter, NRW-Justizvollzugs-Beauftragter. Hohe Rückfallrisiken bestehen in den ersten Monaten nach der Entlassung. Um Häftlingen den Übergang in „unsichere Lebensverhältnisse“ zu erleichtern, sollen überregionale Netzwerke enger geknüpft werden, so mit der Bundesanstalt für Arbeit.

Mehr „Brücken“ nach draußen

Kutschaty schlug vor, auch „unwilligen“ Gefangenen mehr Angebote zur Resozialisierung zu machen, wenn sie sich an klare Regeln halten. Lockerungen im Vollzug, verantwortbare Langzeitbesuche oder Hafturlaube seien eine „Brücke“ nach draußen.

Mit mehr Angeboten gemeinnütziger Arbeit will NRW die hohe Zahl von Ersatzfreiheitsstrafen reduzieren. Jährlich sitzen über 6000 Häftlinge teils monatelang hinter Gittern, weil sie eine Geldstrafe nicht zahlen können. Jeder Hafttag kostet das Land 111 Euro pro Gefangenen.

Theo Schumacher



Kommentare
28.06.2012
06:51
Justizminister stellt Pläne für den Strafvollzug vor
von eidaisserjawieder | #1


Es geht ihm vor allem um einen besseren Übergang in die Zeit nach der Haft

und wie sehen seine plaene fuer einen besseren uebergang der opfer von straftaten in ein leben nach der tat aus?????

werden die opfer wieder vergessen ????

;o(

Aus dem Ressort
Secret-Service-Chefin tritt nach Pannenserie zurück
Leibwächter
Reihenweise Pannen bei Barack Obamas Leibwache - das konnte die Regierung nicht mehr mit ansehen. Jetzt zog sie die Reißleine: Offiziell heißt es zwar, die Secret-Service-Chefin habe den Rücktritt angeboten. Aber es war wohl eher ein Rauswurf. Die Pannen der Leibgarde waren teilweise haarsträubend.
Koalition bombardiert Terrormiliz - heftige Kämpfe um Kobane
Terror
Seit Tagen versuchen die IS-Extremisten, die kurdische Stadt Kobane einzunehmen. Sie sind nur noch zwei Kilometer entfernt. Mit Luftangriffen versucht eine internationale Allianz den Vormarsch zu stoppen. Das türkische Parlament will der Regierung die Erlaubnis für Militäreinsätze geben.
Trickdieb-Opfer Jäger muss sich im Landtag rechtfertigen
Trickdiebstahl
"Augen auf und Tasche zu": Während NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) vor Taschendieben warnt, wird er selbst bestohlen - obwohl von drei Personenschützern umgeben. Die Opposition verlangt Auskunft, wie das geschehen konnte - und verweist auf bekannte Attentate auf Politiker.
Wieder Sicherheitspanne - Mann mit Waffe bei Obama im Aufzug
Weißes Haus
US-Präsident Barack Obama gehört zu den bestbewachten Menschen der Welt. Umso erstaunlicher sind die Pannen, die den erfahrenen Personenschützern des Secret Service dabei unterlaufen. Jetzt wurde bekannt: Beim Besuch einer Behörde fuhr ein Mann mit Obama Aufzug und trug dabei eine Waffe.
Stoltenberg tritt Amt als Nato-Generalsekretär an
Nato
Der neue Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ist offiziell im Amt. Der 55 Jahre alte frühere norwegische Ministerpräsident trat am Morgen seinen Dienst im Brüsseler Hauptquartier der Militärallianz an.
Umfrage
Fastfood-Ketten wollen den Mindestlohn aushebeln - verstehen Sie die Empörung der Angestellten?

Fastfood-Ketten wollen den Mindestlohn aushebeln - verstehen Sie die Empörung der Angestellten?

 
Fotos und Videos