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Hoffnungslosigkeit bei Kindern wächst

26.05.2008 | 19:47 Uhr

Unicef präsentiert Vergleichsstudie. Die Kinderarmut steigt in sämtlichen Industriestaaten

Berlin. In Deutschland wächst die Kluft zwischen Kindern, die gesund, sicher und in ihren Talenten gefördert aufwachsen und denen, deren Alltag von Ausgrenzung, Mangel und Hoffnungslosigkeit geprägt ist. Zu diesem Schluss kommt das UN-Kinderhilfswerk in seinem Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland. Nachdem Deutschland 2007 in einer internationalen Unicef-Vergleichsstudie zur Lage der Kinder in den Industrieländern nur im Mittelfeld gelandet war, vertieft der nun vorliegende Länderbericht die Analyse.

Er untersucht nicht nur die finanzielle Situation, sondern auch Gesundheit und Zugang zu Bildung, zu sozialen und kulturellen Angeboten. Fazit: Arme Kinder müssen häufig viel mehr leisten, um ihre Lebenschancen zu nutzen, als ihre wohlhabenderen Altersgenossen.

In allen Industriestaaten ist die Kinderarmut seit den 90er-Jahren gestiegen. In Deutschland sind Kinder häufiger arm als Erwachsene. Jedes sechste Kind wächst in einer von Armut bedrohten Familie auf. Armutsrisiko heißt, dass die Familie mit nur 60 Prozent des Durchschnittseinkommens auskommen muss. "Es geht nicht nur um eine bessere materielle Versorgung von Kindern. Genauso wichtig ist es, Eigenaktivität, Verantwortungsgefühl und Konfliktfähigkeit von klein auf zu fördern", sagte der Unicef-Vorsitzende Jürgen Heraeus.

Die gute Nachricht: Einige der Vorschläge von Unicef werden in Deutschland bereits umgesetzt. So empfehlen die Kindheitsforscher unter anderem verbesserte Betreuungsmöglichkeiten insbesondere für Unter-Dreijährige, Sprachförderung und frühe Bildung für benachteiligte Kinder.

Von besseren Beschäftigungschancen verbunden mit guten Betreuungsangeboten profitieren laut Unicef ganz besonders Kinder aus benachteiligten Familien. In Deutschland hängen die Bildungschancen eines Kindes viel stärker von der sozialen Herkunft ab als in anderen Industrieländern.

Von Nadja Kremser

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