Das aktuelle Wetter NRW 24°C
Pflege

Firmen wollen Teilzeit-Pflege ermöglichen

19.10.2011 | 19:15 Uhr
Firmen wollen Teilzeit-Pflege ermöglichen
Foto: dapd

Berlin.   Mehrere große deutsche Unternehmen wollen ihren Beschäftigten vom 1. Januar 2012 an eine zweijährige Familienpflegezeit gewähren. Die schwarz-gelbe Koalition will das neue Teilzeitmodell am Donnerstag im Bundestag durchsetzen.

Mehrere große deutsche Unternehmen wollen ih­ren Beschäftigten vom 1. Januar 2012 an eine zweijährige Familienpflegezeit gewähren. Die schwarz-gelbe Koalition will das neue Teilzeitmodell heute im Bundestag durchsetzen. Kritiker bemängeln, dass das Gesetz keinen Rechtsanspruch festschreibt.

Es ist ein Zugeständnis an die FDP: Wie beim Ringen um verbindliche Zielquoten für Führungsfrauen in der Wirtschaft muss Familienministerin Kristina Schröder (CDU) auch hier auf den liberalen Koalitionspartner Rücksicht nehmen. Beim Rechtsanspruch sei die Ministerin „vor der FDP eingeknickt“, so die familienpolitische Sprecherin der SPD, Caren Marks.

Prüfung des Modells bei RWE

Wie Schröder der WAZ-Mediengruppe sagte, wollen unter anderem Deutsche Post, Deutsche Telekom und Airbus Deutschland ihren Mitarbeitern ab 2012 ei­ne Familienpflegezeit ermöglichen. Auch RWE und Signal Iduna prüfen, das Modell einzuführen.

Es erlaubt Arbeitnehmern, ihre Arbeitszeit maximal zwei Jahre lang auf bis zu 15 Wochenstunden zu reduzieren, um Angehörige zu Hause zu betreuen. Während dieser Zeit verringert sich ihr Lohn aber nicht im selben Maß, sondern nur anteilig. Wer vorher 100 Prozent gearbeitet hat und jetzt auf 50 Prozent reduziert, bekommt immer noch 75 Prozent des Gehalts. Nach dem Ende der Pflegezeit bleibt das Gehalt so lange abgesenkt, bis das Darlehen wieder abgear­beitet ist.

Julia Emmrich


Kommentare
20.10.2011
10:35
Firmen wollen Teilzeit-Pflege ermöglichen
von wohlzufrieden | #1

Vielleicht brauchen die Mitarbeiter nach der zweijährigen Auszeit sogar gar nicht mehr in ihre Firma zurück...

Aus dem Ressort
Städte wollen Spielautomaten komplett aus Kneipen verbannen
Spielsucht
Im Kampf gegen die Glücksspielsucht sehen die Städte die Bundesregierung stärker in der Pflicht: Der Deutsche Städtetag fordert ein konsequentes Verbot von Geldspielgeräten in Gaststätten. Auch Verbraucherschützern geht die Neuauflage der Spielverordnung nicht weit genug.
Massive Angriffe auf Gaza - Raketenalarm in Tel Aviv
Gaza-Konflikt
Der Gazakonflikt verschärft sich. Gaza erlebt eine entsetzliche Bombennacht, die die Bewohner in Angst und Panik versetzte. Die Opferzahlen steigen. Führende westliche Nationen forderten eine sofortige, bedingungslose und humanitäre Waffenruhe.
Kleine Parteien in NRW legen zu - nur die Piraten schrumpfen
Parteien
Seit der Bundestagswahl geht es bei den beiden Volksparteien in Nordrhein-Westfalen wieder abwärts mit den Mitgliederzahlen. Dafür verbuchen viele "kleine" Parteien seit einem Jahr Zuwachs. Nur eine von ihnen bricht zwei Jahre nach ihrem Boom regelrecht ein: die Piraten.
"Den Krieg im Osten der Ukraine gäbe es nicht ohne Russland"
Schriftstellerin
Traumatische Kriegserlebnisse von Kindern hält Swetlana Alexijewitsch in ihrem Buch "Die letzten Zeugen" fest. im Interview spricht die weißrussische Schriftstellerin über Krieg und Frieden - und die Rolle Russlands im Ukraine-Konflikt.
Libyen stürzt ins Chaos - Deutschland zieht Diplomaten ab
Lybien
Die Situation in Libyen gerät außer Kontrolle. Die Flughäfen der Hauptstadt Tripolis können nicht mehr genutzt werden. Trotzdem reisen wegen heftiger Kämpfe immer mehr Ausländer ab. Der Einschlag einer Rakete in ein Benzindepot in Tripolis löste einen Großbrand auf. Es droht eine Katastrophe.
Umfrage
Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?

Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?