Das aktuelle Wetter NRW 21°C
Politik

Das Saarland will sich enger mit Frankreich vernetzen

18.01.2013 | 06:09 Uhr

Das Saarland will sich in Zukunft noch enger mit dem französischen Nachbarn vernetzen. "Die Systeme sind unterschiedlich und wir haben ein hohes Interesse, dass es zu einer engeren Verzahnung kommt", sagte der saarländische Europaminister Stephan Toscani (CDU) in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd in Saarbrücken. Das gelte besonders für junge Erwachsene in der Ausbildung.

Saarbrücken/Berlin (dapd). Das Saarland will sich in Zukunft noch enger mit dem französischen Nachbarn vernetzen. "Die Systeme sind unterschiedlich und wir haben ein hohes Interesse, dass es zu einer engeren Verzahnung kommt", sagte der saarländische Europaminister Stephan Toscani (CDU) in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd in Saarbrücken. Das gelte besonders für junge Erwachsene in der Ausbildung.

"Wir haben im Saarland einen Fachkräftemangel und in Lothringen gibt es eine hohe Jugendarbeitslosigkeit, Angebot und Nachfrage könnten sich decken", betonte Toscani. So sollten beispielsweise künftig Ausbildungszeiten auch in Frankreich verbracht werden können.

Der Minister räumte allerdings ein, dass sich die Sprachkompetenz im Saarland dazu noch verbessern müsste. "Wir sind bei weitem noch nicht zweisprachig", sagte der CDU-Politiker. Daher gebe es die Vision, dass die heute geborene Kinder tatsächlich zweisprachig würden. "Wir wollen dafür im Kindergarten und in der Grundschule die Grundlagen legen", sagte Toscani. Dabei dürfe es aber kein Gegeneinander von Französisch und Englisch geben. Ganz selbstverständlich müsse in den weiterführenden Schulen Englisch hinzukommen.

Toscanis Angaben zufolge gibt es im Saarland mit Abstand prozentual die höchste Anzahl von Kindern, die Französisch lernen. Auch deshalb sei das Saarland in Deutschland die Region mit der höchsten Frankreichkompetenz. Das kleinste deutsche Flächenland habe bei der deutsch-französischen Freundschaft eine entscheidende Rolle als Brücke und Nahtstelle gespielt.

Das als Élysée-Vertrag bekannt gewordene Freundschaftsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich wurde am 22. Januar 1963 geschlossen. Das Saarland war nach dem Zweiten Weltkrieg ein Protektorat Frankreichs und schloss sich nach einer Volksabstimmung 1955 zwei Jahre später Deutschland an.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Ein Landtags-Abgeordneter der Grünen hat in Dortmund Zigarettenplakate überklebt — eine Straftat. Meinen Sie auch, dass Tabakwerbung komplett verboten werden muss?

Ein Landtags-Abgeordneter der Grünen hat in Dortmund Zigarettenplakate überklebt — eine Straftat. Meinen Sie auch, dass Tabakwerbung komplett verboten werden muss?

 
Aus dem Ressort
Loch an Loch - So mies sind die Straßen an Rhein und Ruhr
Schlaglöcher
Löcher, Buckel, Risse – immer mehr Straßen an Rhein und Ruhr verkommen. Im Sauerland pflanzten Politiker vor vier Jahren einen Baum in ein Schlagloch. Die Aktion war witzig, genützt hat sie nicht. Die Löcher sind immer noch da. Für die städtischen Straßen fehlen im Jahr fast drei Milliarden Euro.
EU-Außenminister beraten über Ukraine und Irak
EU
Die Außenminister der 28 EU-Staaten beraten in Mailand über die sich verschärfende Krise in der Ukraine. Von dem informellen Treffen werden keine Entscheidungen erwartet, sagten Diplomaten.
2600 Tote im Ukraine-Krieg - Merkel setzt auf Diplomatie
Ukraine-Krieg
Die Warnungen aus dem West haben Russlands Präsident Wladimir Putin nicht aufgehalten: 1000 russische Soldaten befinden sich nach westlichen Angaben auf ukrainischem Terrain. Merkel und Obama sind sich einig: Das darf nicht folgenlos bleiben. An ein militärisches Eingreifen ist aber nicht zu denken.
Arbeitsmarkt laut Studie seit Hartz IV nicht besser geworden
Sozialreform
Zwei Untersuchungen der Uni Duisburg befassen sich mit Hartz IV. Nach zwölf Jahren ist der Arbeitsmarkt nicht gesünder geworden, sondern nur zu Lasten der Arbeitnehmer flexibilisiert worden und darum erstarrt. Eine weitere Studie besagt, dass Menschen in Städten stärker von Leistungen abhängig sind.
Christen im Irak - Enttäuscht von den muslimischen Nachbarn
Irak
Bei der Eroberung der irakischen Stadt Mossul durch IS-Terroristen musste die christliche Gemeinde fliehen. „Mein Volk ist verzweifelt. Wir brauchen Hilfe“, sagt der Erzbischof von Mossul, Emil Shimoun Nona, bei seinem Besuch in Deutschland. Er dankte den Lesern der Funke-Gruppe für ihre Spenden.