Brüderle löst hitzige Debatte über Sexismus aus
25.01.2013 | 20:02 Uhr 2013-01-25T20:02:00+0100
Essen. Seit der „Stern“ beschrieb, welche Anzüglichkeiten sich der FDP-Politiker Rainer Brüderle gegenüber der Reporterin Laura Himmelreich erlaubte, debattieren Frauen und Männer den Fall heftig im Internet und sozialen Netzwerken. Hans-Michael Klein, Chef der Knigge-Gesellschaft, nannte Brüderles Äußerung „geil und ekelhaft“.
Die Vorwürfe gegen FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle haben eine hoch emotionale Debatte über Sexismus ausgelöst – unter anderem in Internet-Foren und sozialen Netzwerken. Vor allem Frauen twitterten über Beleidigungen, Diskriminierungen und Übergriffe.
Brüderle soll – wie berichtet – gegenüber einer Stern-Journalistin anzüglich geworden sein. Er habe nach einem Blick auf ihren Busen gesagt: „Sie können ein Dirndl auch ausfüllen.“ Der Stern hatte erst jetzt über den Vorfall berichtet, der sich im vorigen Jahr ereignet haben soll.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warb in diesem Zusammenhang für einen „menschlich professionellen und respektvollen Umgang“ zwischen Politikern und Journalisten. Eine Sprecherin des Bundesfrauenministeriums erklärte, sexuelle Belästigung sollte als Dauerthema diskutiert werden. In einer Studie hätten 58 Prozent der Frauen angegeben, mindestens einmal Opfer von sexueller Belästigung geworden zu sein, davon 42 Prozent am Arbeitsplatz.
„Es kommt auf die richtige Form an“
Der Vorstandsvorsitzende der Knigge-Gesellschaft, Hans-Michael Klein, sprach gegenüber der WAZ Mediengruppe von einem „heiklen Thema“. Es sei „schwer in Mode“ gekommen, sich über Sexismus im Business zu beklagen. Das sei zwar legitim – „solange es nicht in Hysterie ausartet“. Man dürfe nämlich bei all dem nicht vergessen: Es gehe zunächst „um das ewige Spiel von Mann und Frau, um Eros und Sexualität“.
Sexualität dürfe nicht verteufelt werden. „Anbaggern an sich ist legitim. Es kommt aber auf die richtige Form an“, betonte Klein. Brüderles Verhalten gegenüber der Stern-Journalistin bezeichnete der Knigge-Mann allerdings als „plump, geil und ekelhaft“.
Chauvinismus – wie im Falle Brüderle – habe auch etwas mit Macht zu tun, sagte Katja Sabisch, Frauenforscherin an der Ruhr-Universität Bochum. Mächtige Männer ließen sich ihre Geltung gerne durch ihren Erfolg bei Frauen bestätigen. Sabisch: „Sie sind überzeugt, sie hätten dazu das Recht und fühlen sich unantastbar.“

14:33
Dass sich ausgerechnet BILD zur Hüterin von Moral und Sitte erhebt, ist doch der eigentliche Treppenwitz und ein Widerspruch in sich. Wer sonst belegt fast täglich, wie respekt- und würdelos ein Medium den Umgang mit dem weiblichen Geschlecht zu pflegen erachtet?
Indem sich das Blatt der Paparazzo bedient, die offensichtlich Foto-Material liefern, wo Damen mit ausgestreckten Mittelfinger ihre Wut und Abscheu gegenüber diesem fragwürdigen Journalismus deutlich zum Ausdruck bringen. Veröffentlicht werden die menschenverachtende Fotos dennoch. Pfui Teufel - ihr miesen Heuchler!
12:55
"Es geht um das ewige Spiel von Mann und Frau, um Eros und Sexualität." Da liegt der Mann von Knigge wohl doch etwas falsch..Eiin 67er jähriger leicht pummeliger, angetrunkener Polit-Opa, macht einer 28- jährigen gutaussehenden Journalistin anzügliche "Komplimente" ."Sie können ein Dirndl auch ausfüllen.". Das ewige Spiel zwischen Mann und Frau, Eros und Sexualität"? Lieber Herr Knigge-Klein, das stell ich mir dann aber doch anders vor! Es geht nicht um ein Spiel, sondern um Macht. Brüderle meint halt, dass er es darf, weil er der Brüderle ist. Sollte die FDP demnächst vollkommen in der Bedeutungslosigkeit verschwinden traut er sich dies wohl nicht mehr. Noch merkwürdiger ist aber die Aussage von "Knigge-Klein", dass es "schwer in Mode gekommen ist", sich über Sexismus im Beruf aufzuregen. Es ist nicht in Mode gekommen, sondern es wird Zeit, dass man mal darüber spricht. Es ist nicht nur "legitim", sondern auch notwendig dies zu einem Thema zu machen und darüber zu sprechen. T.C. BO
11:05
Wie schon gesagt, das Niveau zu einem Strauss-Kahn fehlt ihm.
StraussKahn musste unterer anderem wegen seiner Nähe zu den Griechen gehen, er hätte um das Gezäng mit Greichenland die Geschäfte von Goldmann Sachs versauen können.
Genauso im Fall Brüderle, im letzten Jahr war es das Vergehen eines weinseligen "Hinterbänklers", für die Medien völlig uninteressant.
Jetzt ist er (wieder) Spitzenkandidat, das hat ein anderes Kaliber.
Ansonsten sind das doch nur die Anzeichen von verklemmten, sollte Leute siollten von den "Hebeln der Macht" ferngehalten werden.
Insgesamt wird das Thema, Sexismus, (nicht nur) in diesem Land sehr flachgehalten,
bzw. anders diskutiert. Auch die Herbpremie gehört zum Gesamtthema.
09:18
Schlage vor, das Thema mit in die Compliance Thematik mit aufzunehmen!!! ;-) weia.
23:18
Falsch nicht Brüderle sondern Frau Himmelreich löste Debatte aus.
Sie hat allerdings ein Jahr gebraucht um die Angelegenheit als sexistisch einzustufen.
Eine Bemerkung an einer Bar in lockerer Atmosphäre und eine"Annäherung" ? nach mehreren Stunden in der Bar weit nach Mitternacht.
Ja wir haben Wahlkampf - und zur Not graben wir tief in alten Kisten nach vermeintlichen Skandälchen. So schlimm kann es nicht gewesen sein - Frau Himmelreich ist nach der Bemerkung nicht aus der Bar geflüchtet, arbeitet weiter für den Stern und verhüllt auch ihr Dekollete nicht - oder?;-)
Honi soit qui mal y pense.
Einen Freifahrtschein für alle besoffenen Politiker solange sie Mitglied der fdp sind?War ja nicht so schlimm ,ist ja nichts passiert,wahrscheinlich hat sie sich ihm an den Hals geworfen.So und ähnlich hörte sich das bei Strauss-Kahn auch an.Brüderle sucht wohl noch nach einem Anwalt der dem von Strauss-Kahn ebenbürtig ist.