Ausschuss: Palin missbrauchte ihr Amt
12.10.2008 | 18:26 Uhr 2008-10-12T18:26:54+0200Washington. Neuer Wirbel um die republikanische Vizepräsidenten-Kandidatin Sarah Palin: Nach einem in Alaska veröffentlichten Untersuchungsbericht hat sie ihr Amt als Gouverneurin des nördlichsten US-Bundesstaates missbraucht.
Ein vom Kongress in Alaska eingesetzter Ausschuss nach sechswöchigen Ermittlungen zu dem Schluss, dass Palin ihren Polizeichef aus persönlicher Rachsucht entließ und damit Ethik-Richtlinien verletzte. Zugleich bescheinigte das Gremium der Gouverneurin aber, dass die Entlassung des Polizeichefs in ihrer Befugnis gelegen habe und daher keinen Gesetzesverstoß darstelle. Vor diesem Hintergrund wurden auch keine strafrechtlichen Ermittlungen empfohlen.
Palin selbst sagte am Samstag, sie sei erfreut, dass ihr das Recht bescheinigt worden sei, den Polizeichef zu feuern. Ansonsten sah die Gouverneurin in dem Bericht den Teil einer "Schmierkampagne", um ihr zu schaden. Das Ganze sei ein "politischer Zirkus", sage Palin. Allerdings setzte sich der Ausschuss aus zehn Republikanern, also Mitgliedern ihrer eigenen Partei, und nur vier Demokraten zusammen. Die Untersuchungen der mittlerweile als "Troopergate" bekannten Affäre hatten Wochen vor der Nominierung Palins als Nummer Zwei von Präsidentschaftskandidat John McCain Ende August begonnen. Palin selbst hatte zunächst ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Ausschuss erklärt, dies aber dann mit der Begründung zurückgenommen, dass die Ermittlungen "vergiftet" seien.
Polizeichef Walter Monegan war im Juni entlassen worden, Palin zufolge wegen Budgetstreitigkeiten. Monegan selbst erklärte jedoch, dass er das Opfer eines hässlichen Disputs innerhalb der Palin-Familie geworden sei. Nach eigenen Aussagen wurde er von Palin, deren Mann Todd und von Mitarbeitern der Gouverneurin dutzende Male indirekt, aber massiv unter Druck gesetzt, Palins Ex-Schwager, den Trooper (Polizisten) Mike Wooten, zu feuern. Wooten hatte sich von der Schwester der Gouverneurin scheiden lassen und sich danach mit ihr einen erbitterten Sorgerechtsstreit geliefert.

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