Das aktuelle Wetter NRW 18°C
Geiselnahme

Algerische Armee attackiert Geiselnehmer - Viele Tote

17.01.2013 | 12:58 Uhr
Algerische Armee attackiert Geiselnehmer - Viele Tote
Nach dem Überfall islamischer Extremisten auf ein Gasfeld in Algerien ist Medienberichten zufolge mehreren Dutzend Geiseln die Flucht gelungen.Foto: afp

Algier.  Mehrere Dutzend Geiseln sind in Algerien von ihren Entführern getötet worden. Auch islamistische Geiselnehmer sind ums Leben gekommen sein. Mehrere Verschleppte sollen bei dem Angriff der Luftwaffe befreit worden sein. Die Entführer fordern von Frankreich das Ende des Mali-Feldzugs.

Die algerische Armee ist am Donnerstag mit Boden- und Luftstreitkräften gegen islamistische Geiselnehmer auf einem Gasfeld vorgegangen. Der algerische Kommunikationsminister Mohamed Said sagte, es seien bei dem am Abend offenbar beendeten Einsatz mehrere Geiseln befreit worden, jedoch habe es auch Tote und Verletzte gegeben. Der britische Premierminister David Cameron sagte wegen der Krise eine lang erwartete Rede zur EU ab.

Die Lage auf dem Gasfeld im Osten Algeriens, das die Geiselnehmer am Mittwoch überfallen hatten, war nach dem Beginn des Militäreinsatzes unübersichtlich. Die Islamisten der Gruppe "Unterzeichner für Blut" hatten sich zu der Tat bekannt und ein Ende des französischen Einsatzes im Nachbarland Mali gefordert. Nach eigenen Angaben hatten sie rund 40 ausländische Geiseln in ihrer Gewalt, darunter Briten, Norweger, US-Bürger und Franzosen.

Militäraktion wurde am Abend beendet

Said rechtfertigte den Einsatz. Die Regierung habe zunächst auf Verhandlungen für eine friedliche Lösung gesetzt. Die Intervention sei aber notwendige geworden, da die "schwer bewaffneten" Geiselnehmer mit ihren ausländischen Geiseln ins Ausland fliehen wollten, um sich ihrer anschließend als Erpressungsmittel zu bedienen. Dem Minister zufolge wurde "eine bedeutende Zahl Terroristen" beim Versuch, zu fliehen "ausgeschaltet".

Später am Abend berichtete die algerische Nachrichtenagentur APS unter Berufung auf Angaben der örtlichen Präfektur, die Militäraktion sei beendet. Angaben über Tote und Verletzte gab es zunächst nicht.

Ein Sprecher der Geiselnehmer sagte der mauretanischen Nachrichtenagentur ANI, bei dem Militäreinsatz seien 34 Geiseln und 15 Kidnapper getötet worden. Sieben Ausländer seien aber noch am Leben, sagte der Sprecher und drohte im Fall eines Vordringens der Armee auf die Anlage, "alle Geiseln" zu töten. Algerischen Medien zufolge gelang 15 Ausländern und 30 Algeriern vor dem Angriff die Flucht. Später seien 600 weitere Geiseln befreit worden.

Briten-Premier Cameron verschiebt seine Rede zur EU

Cameron warnte seine Landsleute, sie müssten sich auf "schlechte Nachrichten" einstellen. Die Lage auf der Gasanlage sei "sehr schlecht" und "sehr gefährlich", mindestens ein Brite sei getötet worden. Über seinen Sprecher erklärte er, er wäre gern im Vorfeld über die Militäraktion informiert worden. Zudem gab er bekannt, dass er seine lang erwartete Rede am Freitag in Amsterdam zum Verhältnis seines Landes zur EU wegen der Krise auf unbestimmte Zeit verschoben habe.

Frankreichs Präsident François Hollande bezeichnete die Lage vor Ort am Abend als "dramatisch". Norwegens Regierungschef Jens Stoltenberg sagte, sie hätten keine Neuigkeiten von neun norwegischen Mitarbeitern von Statoil auf der Anlage. Deutsche waren laut Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) nicht betroffen. (afp)



Kommentare
17.01.2013
18:32
Islamistische Entführer töten dutzende Geiseln in Algerien
von mine1975 | #4

die Fremdenlegion besteht nicht aus solchen Weicheiern wie den Amerikanern.
Mit Terroristen wird nicht verhandelt, dass muss auch dieser Polyphem-Zyklop kapieren, der die Bande anführt: Du hast nun endlich Deine Meister gefunden !!!
Und jetzt rottet den Rest der Bande auch noch aus, in der Sahara gibt es keine Zeugen.

17.01.2013
17:08
Islamistische Entführer töten dutzende Geiseln in Algerien
von KasperHauser | #3

Die Religion des Friedens....

17.01.2013
16:50
Islamistische Entführer töten dutzende Geiseln in Algerien
von Entschuldigung | #2

Wie krieg ich die Geister los,
die ich rief?

17.01.2013
15:44
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Aus dem Ressort
So soll das riesige Ruhr-Parlament arbeitsfähig werden
Ruhr-Parlament
Das nächste Ruhrparlament wird doppelt so groß und teurer - und es entspricht nicht dem Wählerwillen. Nun haben sich CDU, SPD, Grüne und FDP auf „Vierergespräche“ geeinigt, um das Riesen-Parlament arbeitsfähig zu machen. CDU-Ruhr-Chef Wittke sagt, die Zahl der RVR-Politiker sei nicht verhandelbar.
Angeblich hunderte russische Panzer in Ukraine eingedrungen
Konflikte
Tausende Kämpfer und Hunderte Panzer sind nach Angaben der ukrainischen Führung aus dem Ausland auf ukrainisches Gebiet vorgedrungen. Veranlassen nochmals verschärfte EU-Sanktionen den Kreml zum Umdenken? Die Nato plant angeblich eine Eingreiftruppe,
Islamisten beschießen UN-Soldaten auf den Golan-Höhen
Syrien
Seit zwei Tagen schließen radikal-islamische Rebellentruppen mehr als 70 Blauhelme auf den Golanhöhen ein. Jetzt kommt es zu Kämpfen. Auch die Gefechte zwischen Rebellen und der syrischen Armee gehen weiter.
Göring-Eckardt fordert Legalisierung von Marihuana
Gesellschaft
Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, hat die Legalisierung von Marihuana gefordert. Die Strategie der Kriminalisierung sei gescheitert, sagte sie.
Neuer Ministerpräsident Davutoglu setzt auf Erdogans Leute
Türkei
Der neue türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat seine Regierungsmannschaft vorgestellt.In den Schlüsselpositionen des Kabinetts sitzt weiterhin die Ministerriege seines Vorgängers Erdogan.
Umfrage
Die Städte in NRW fordern viele Millionen von Bund und Land, um marode Straßen zu reparieren . Wie zufrieden sind Sie mit dem Zustand der Straßen?