Das aktuelle Wetter NRW 23°C
Mordprozess

Pistorius bestreitet Mordvorwurf "aufs Schärfste"

19.02.2013 | 10:35 Uhr
Pistorius bestreitet Mordvorwurf "aufs Schärfste"
Im Prozess gegen den Paralympics-Sportler Oscar Pistorius hat der Staatsanwalt den Läufer des vorsätzlichen Mordes beschuldigt.Foto: afp

Pretoria.   Die Anhörung im Fall des Paralympics-Sportlers Oscar Pistorius hat begonnen. Die Verhandlungen sind für zwei Tage angesetzt. Die Staatsanwaltschaft wirft Pistorius Mord an seiner Freundin, dem Model Reeva Steenkamp, vor. Seine Anwälte streben eine Freilassung auf Kaution an.

Der Paralympics-Star Oscar Pistorius hat den Mord an seiner Freundin Reeva Steenkamp bestritten. "Ich widerspreche den Anschuldigungen aufs Schärfste." Nichts sei von der Wahrheit weiter entfernt, den Anklagen fehle jede Substanz, betonte der 26-jährige Südafrikaner in einer Stellungnahme, die sein Anwalt am Dienstag vor dem Magistratsgericht in Pretoria vorlas. "Ich hatte nie die Absicht, meine Freundin zu töten."

Die Staatsanwaltschaft hatte Pistorius "vorsätzlichen Mord" an seiner Freundin vorgeworfen. Pistorius habe eine "unschuldige und unbewaffnete Frau" erschossen , sagte der Staatsanwalt am Dienstag in seinem Eröffnungsplädoyer vor dem Magistratsgericht in Pretoria.

Die Anwälte des behinderten Sportlers streben eine Freilassung gegen Kaution an. Sie plädieren für eine Anklage wegen Totschlags in einem minder schweren Fall. Die Anklagebehörde möchte, dass der Beschuldigte bis zum Prozess in Untersuchungshaft bleibt.

Die auf zwei Tage angesetzten Verhandlungen begannen am Dienstagvormittag in einem völlig überfüllten Saal des Magistratsgerichts. In dem Saal, der nur für etwa 40 Zuschauer vorgesehen ist, drängelten sich weit mehr als 100 Menschen, vor allem Journalisten. Anwesend waren auch der Vater des Beschuldigten, Henke Pistorius und die Geschwister des Athleten, Aimee und Carl.

Pistorius lässt sich von Staranwälten verteidigen

Pistorius, der bereits vor 7 Uhr am Morgen aus der Polizeihaft ins Gerichtsgebäude gebracht worden war, wird von renommierten Juristen und Experten unterstützt.

Für Dienstag war auch ein Gedenkgottesdienst für Reeva Steenkamp in Port Elizabeth an der Südküste Südafrikas geplant. Zugelassen waren nur etwa 90 Teilnehmer, von denen etwa zwei Drittel zur Familie und engem Freundeskreis gehören. (dpa)


Kommentare
19.02.2013
16:57
Pistorius bestreitet Mordvorwurf
von ruhrpottfan | #1

nach beweisaufnahme, zeugenvernehmungen und obduktion wird die staatsanwaltschaft genug anhaltspunkte haben um auf mord mit vorsatz zu entscheiden.
alles was pistorius vorbringt scheinen mir schutzbehauptungen zu sein.
3 kugeln ? aus versehen ? wenn man schon mist baut, sollte man auch dazu stehen.

Aus dem Ressort
Lottospieler holen Gewinne in Millionenhöhe nicht ab
Glücksspiel
Sechs Richtige im Lotto? Da muss man Glück haben. Doch das reicht mitunter nicht. Denn manche Lottospieler holen ihr Geld nicht ab - sogar Millionengewinne. Jetzt zog der deutsche Lotto- und Totoblock eine Bilanz. Alleine in NRW blieben 8,6 Millionen Euro liegen.
Anwälte wollen Mollath nicht mehr vertreten - müssen aber
Rechtsstreit
Im Wiederaufnahmeverfahren im Fall Mollath tobt der Streit zwischen dem Ex-Psychiatrie-Insassen und seinen Anwälten: Die Pflichtverteidiger wollen den 57-Jährigen nicht weiter vertreten, werfen ihm Lügen vor. Das Gericht lehnte den Antrag ab. Das Vertrauensverhältnis sei nicht ernsthaft gestört.
WHO will Ebola-Patient in Hamburger Klinik behandeln lassen
Ebola
Die Weltgesundheitsorganisation hat angefragt, ob ein Ebola-Patient aus Westafrika im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf behandelt werden kann. Es handelt sich um einen Mitarbeiter einer Gesundheitsorganisation.
Drei Menschen in Pakistan wegen Facebook-Eintrag getötet
Religion
Eine Frau und zwei kleine Kinder sind in Pakistan wegen eines "blasphemischen" Facebook-Eintrags getötet worden. Dutzende Sunniten hatte mitten in der Nacht eine Wohnsiedlung überfallen und die Häuser mit Benzin angezündet.
Im Darknet versteckt sich die dunklen Seite des Webs
Darknet
Anonym unterwegs im Internet – das geht tatsächlich. Wer seine Verbindungen richtig verschlüsselt, bereitet den Überwachern immense Schwierigkeiten. Doch was politisch Verfolgten zugute kommt, wird von Kriminellen genutzt, um Drogen, Waffen oder andere illegale Waren zu verkaufen.
Umfrage
Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?

Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?