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Doppelmord von Krailing

Großmutter spricht im Doppelmord-Prozess über Familienstreit

16.02.2012 | 14:24 Uhr
Großmutter spricht im Doppelmord-Prozess über Familienstreit
Der Angeklagte im Doppelmord-Prozess von Krailing: Der Großmutter nach hat er den Kontakt zur Familie gemieden.Foto: dapd

München.  Im Prozess um den Doppelmord von Krailing hat die Großmutter der ermordeten Mädchen sich zu den Streitigkeiten in der Familie geäußert. Ihren Angaben nach war das Verhältnis zum Angeklagten sehr schwierig. Er habe den Kontakt zur Familie gemieden. Zudem berichtet sie über Geldschwierigkeiten.

Im Prozess um den Kraillinger Doppelmord vor dem Landgericht München hat am Donnerstag die Großmutter der ermordeten Mädchen ihr schlechtes Verhältnis zur Familie ihres angeklagten Schwiegersohns geschildert. Dem Angeklagten sei es nie recht gewesen, wenn seine Familie Kontakt zu ihr gepflegt habe, sagte die 70-jährige Doris S. dem Gericht. "Ich bin mit ihm nicht zurecht gekommen", fügte sie hinzu. Seit 2009 habe sie keinen Kontakt mehr zu der Familie des Angeklagten.

Auch habe es in der sechsköpfigen Familie immer Geldprobleme gegeben. Zuvor hatte die letzte Ehefrau des verstorbenen Großvaters der ermordeten Mädchen von Erbstreitigkeiten in der Familie erzählt. Die 63-Jährige schilderte vor Gericht, wie ihre Stieftöchter nach dem Tod ihres Mannes massiv um das Vermächtnis stritten.

Familie hatte finanzielle Schwierigkeiten

Laut Staatsanwaltschaft litt die Familie des Angeklagten unter schwierigen finanziellen Verhältnissen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 51-Jährigen vor, seine beiden acht- und elfjährigen Nichten aus Habgier brutal ermordet zu haben, um seine Frau zur Alleinerbin des Familienvermögens zu machen.

Die Großmutter der ermordeten Mädchen, Doris S., bezeichnete ihr Verhältnis zu der Mutter der ermordeten Mädchen, ihrer leiblichen Tochter, als "sehr gut". Man habe regelmäßig und unkompliziert Kontakt gehabt. "Wir waren eine Patchworkfamilie, aber sehr liebevoll", sagte die Zeugin. Die getöteten Mädchen Sharon und Chiara hätten sowohl zu ihrem leiblichen Vater als auch zum neuen Lebensgefährten ihrer Mutter ein gutes Verhältnis gehabt: "Die Kinder haben sich sehr wohl gefühlt."

Mutter der toten Mädchen geht es "sehr, sehr schlecht"

Auch sei ihre Tochter stets mit ihrem Geld zurecht gekommen. S. bezeichnete ihre beiden Töchter als "sehr unterschiedlich". Während die Mutter der toten Mädchen seit ihrer Jugend "immer offen und lustig" gewesen sei, habe sie mit der anderen stets "große Schwierigkeiten" gehabt. Heute gehe es der Mutter von Sharon und Chiara "sehr, sehr schlecht", sagte die Zeugin auf eine Frage der Nebenklagevertreterin hin.

Thomas S. zeigte während der Vernehmung seiner Schwiegermutter deutlich seine Ablehnung. Immer wieder lachte er über deren Aussage und schüttelte heftig den Kopf. Im Laufe des Verhandlungstages will das Gericht unter anderen auch noch seine Ehefrau als Zeugin vernehmen. (dapd)



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