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Die Frau, die Prince am Saxofon um den Finger wickelt

09.07.2007 | 22:20 Uhr

Rotterdam. Mit dem Saxofon hat Candy Dulfer schon Prince fasziniert. Eigentlich ist sie aber mehr als eine Begleitmusikerin. Christoph Giese hat die Musikerin in Rotterdam getroffen.

Mit Candy Dulfer im Plattenladen - ein Vergnügen, bei dem man einiges über die Holländerin erfährt. Nicht nur, dass sie mit "Candy Store" eine neue Platte im Kasten hat. Das Album zeigt ihre Vorliebe für vielschichtige Musik. "Für mich ist Musik ganz breit. Ich mag Musik von Jazz und Gospel bis hin zu Hip-Hop und House. Und dazwischen eigentlich auch alles, außer Dixieland, klassische Musik und Schlager. So bin ich auch aufgewachsen. Ich habe als Kind Miles Davis gesehen und dann bin ich zu James Brown gegangen", er-zählt Candy.

James Brown ist ein gutes Thema. Schon hat Candy Dulfer eine alte Platte von ihm in der Hand: "Sex Machine". "James Brown habe ich das erste Mal gesehen, als ich fünf war, in Antibes, Süd-frankreich. Da sind wir im-mer in die Ferien gefahren, weil es dort die Möglichkeit gab, Urlaub zu machen und dabei Musik zu erleben. Ich war immer von James Brown begeistert und er war natür-lich eine Inspiration. Ver-rückt, heute spiele ich selbst mit Leuten wie Maceo Parker, die bei James Brown waren."

Mit Maceo hat sie auch bei Prince gespielt. Ja, der Popgigant Prince. "Den habe ich 1989 hier in Holland kennen gelernt. Er machte eine Tour und ich sollte im Vorpro-gramm auftreten. Aber das wurde im letzten Moment ab-gesagt und ich war böse. Dann habe ich einen Zettel geschrieben: ,You Missed A Chance To Hear A Girl Who Blows Her Ass Off On A Saxo-phone'." Frei übersetzt: Du hast etwas verpasst. "Ich war damals 19. Er hat den Zettel bekommen und gemeint, er wolle es wieder gutmachen. Und hat mich gefragt, ob ich anstatt vor ihm nicht mit ihm spielen wollte. Das war ein großes Abenteuer. Ich habe dann mit ihm gespielt und er rief mich am nächsten Tag an und meinte, ich müsse nach Washington kommen. Seitdem spiele ich mit ihm", erin-nert sich die heute 37-Jährige.

Dass sie Größen wie Van Morrison oder Pink Floyd traf, lag an einem Videoclip, in dem sie Saxofon spielte. Es ist der Titelsong zum Film "Lily Was Here", komponiert von Dave Stewart von den Eurythmics. Regisseur Ben Verbong hatte den Kontakt zwischen Dave Stewart und Candy Dulfer hergestellt. "Und wenn du einmal berühmte Leute kennst, kommen weitere automatisch hinzu." Den größten Einfluss habe aber ihr Va-ter, der etablierte Saxofonist Hans Dulfer, gehabt. "Ohne ihn hätte ich gar nicht mit dem Saxofon angefangen."

Dann entdeckt Dulfer eine Prince-Scheibe im Vinylparadies "Demonfuzz". Was hat er ihr beigebracht? "Ich kannte selbstverständlich Musik von ihm, bevor ich mit ihm spielte. Die Leute fragen mich immer: Hast du viel von Prince gelernt? Die Antwort ist: Eigentlich habe ich mehr gelernt durchs Anhören seiner Platten."

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