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Anonymous warnt BKA und Gema

18.06.2012 | 08:51 Uhr
Anonymous warnt BKA und Gema
Anonymous warnte per Videobotschaft das BKA, die Gema, aber auch die eigenen Anhänger.Foto: dapd

Berlin.  Die jüngsten bundesweiten Razzien des Bundeskriminalamtes gegen Anonymous haben die Aktivisten provoziert. Die Behörden hätten „Benzin ins Feuer der Revolution gegossen“, mahnte Anonymous in einem Video. Auch die eigenen Aktivisten sprach das Hacker-Kollektiv an.

Die jüngsten bundesweiten Razzien des Bundeskriminalamtes gegen Anonymous haben die Aktivisten provoziert. „Das Kollektiv belächelt den Versuch, Aktivisten unseres Schlages einzuschüchtern“, mahnte Anonymous in einem Video, das am Sonntagabend auf Youtube veröffentlicht wurde. Die Behörden haben aus ihrer Sicht „Benzin in das Feuer der Revolution gegossen“. Anonymous kündigte sogleich weitere Attacken im Digitalen an , um für frei zugängliche Informationen im Netz zu kämpfen. „Wir sind bereit dafür Opfer zu bringen“, hieß es.

Am Dienstag und Mittwoch waren Wohnungen von 106 Beschuldigten durchsucht worden. Sie stehen unter Verdacht, im Dezember 2011 die Seite der Musikrechtegesellschaft Gema attackiert zu haben - ein Protest, der sich gegen das Sperren urheberrechtlich geschützter Musikvideos richtet. Nach den Durchsuchungen legte Anonymous den Auftritt der Gema Ende der Woche allerdings prompt erneut lahm. „Manche mögt ihr verfolgen und sogar inhaftieren. Aber ihr werdet uns niemals alle kriegen“, hieß es dazu in der neuen Videobotschaft.

"Die Gema hat eine Grenze überschritten"

Die Gema hatte sowohl nach der Attacke auf ihre Server im Dezember als auch am vergangenen Donnerstag die Daten der Angreifer wie ihre sogenannten IP-Adressen an die Ermittler des BKA weitergereicht , wie eine Sprecherin der in München angesiedelten Gesellschaft der Nachrichtenagentur dapd bereits nach der jüngsten Attacke bestätigt hatte. „Die Gema hat eine Grenze überschritten“, warnte nun wiederum das Hacker-Kollektiv die Gema in seinem Film.

Offen blieb, ob die jüngsten Durchsuchungen nur Aktivisten trafen oder auch unfreiwillige Helfer, die den Internetauftritt der Gema versehentlich attackiert hatten - etwa mit Klicks auf manipulierte Links. Anonymous, das ohne feste Strukturen auskommt, warnte im Video daher auch die eigenen Anhänger: „Wir verweisen unsere Brüder und Schwestern darauf, sich technisch weiterzuentwickeln. [...] Wer sich seiner Sicherheit im Internet nicht vollkommen gewahr ist, sollte sich an keinen Serverangriffen beteiligen.“

Auf sich aufmerksam machen dürfte Anonymous zudem spätestens am 15. Juli wieder. Für diesen Tag haben die Aktivisten zu einem weltweiten „Julian Assange Tag“ aufgerufen, um sich mit dem Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks solidarisch zu zeigen. Das Kollektiv will dabei einer weiteren Videobotschaft zufolge mit verschiedenen Aktionen „hinauszugehen und die Straßen besetzen“. (dapd)



Kommentare
19.06.2012
11:07
Anonymous warnt BKA und Gema
von feierabend | #3

Ja, ja, ja, da regt sich die deutsche Justiz über somalische Piraten auf, muss sogar Militär und internationale Schutztruppen anfordern - und die echten Piraten und Helden der Meere sind hausgemachte Landeier, richtige Schreibtischsurfer, die sich in den Untiefen der Glasfaserkabel, Bytes genauso gut auskennen wie im Dschungel der Paths, Codewörter, Files und gesetzliche Irrtümer. Ha, ha, ha, diese Helden der Maschinen, Server und Festnetze, der Internetseiten und globalen techniquefreaks sind gewiefter, cleverer, klüger und vor allem geschulter,intelligenter als das BKA - vermutlich sogar wie die Geheimdienste! Sie könnten - vermutlich! - wenn sie wollten - sich an alle Daten heranschleichen - egal, ob Pentagon, NASA, Weltbank oder Atomwaffen (?)? Also, aufgepasst, das hat mit dem besserwisserischn Rechtssystem aber auch so gar nichts mehr zu tun....

18.06.2012
20:33
Anonymous warnt BKA und Gema
von rockingmom | #2

Und das alle wird so nebenbei berichtet, währen alle auf den Fußball schauen.
Dann erwarte ich mal den 15.7. und die Ankündigungen in der örtlichen Presse dazu.
Bin gespannt. ;)

18.06.2012
17:19
Das BKA hat eine Grenze überschritten,
von vantast | #1

indem es sich zum Büttel dieser Firma gemacht hat. Ich bezweifle, daß man den "Tätern" etwas Kriminelles nachweisen kann, dazu ist dieses Gebiet zu unübersichtlich. Zahlendreher führten schon zur Verurteilung. Wer weiß denn, wer vor dem PC saß, wer die Datenleitung mißbräuchlich benutzt hat.Vermutlich wird man viele Unschuldige opfern, um einem Rechthaber zu dienen, der Rechtsstaat wird immer mehr zur Farce.

1 Antwort
Und Anonymous hat keine Grenze überschritten?
von MisterStringer | #1-1

Man kann mit Sicherheit über einige Punkte der Gema bzw. Verwertungsgesellschaften insgesamt diskutieren. Ich bin auch weit davon entfernt, die Gebühren für Weihnachtslieder von Kindergärten gutzuheißen. Aber das Durchsetzen von Urheberrechten im Rechtsstaat als "Farce" zu bezeichnen ist eine Verdrehung der Tatsachen. Wenn eine Gruppe von Menschen mich bedroht und drängt, mein Eigentum kostenlos an sie abzugeben, ist dies Raub. Was kommt denn als nächstes? Rotten sich Gruppen von Maskierten vor einer Bäckerei zusammen und fordern vom Bäcker, ihnen die Brötchen umsonst zu geben? Freie Information im Internet gut und schön. Das darf aber nicht dazu führen, daß Personen oder Firmen erpreßt werden.

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