Das aktuelle Wetter NRW 5°C
Hunger

1,3 Milliarden Tonnen Essen gehen jährlich verloren - UN-Kampagne gegen Verschwendung

22.01.2013 | 17:52 Uhr
1,3 Milliarden Tonnen Essen gehen jährlich verloren - UN-Kampagne  gegen Verschwendung
Jedes Jahr werden weltweit rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Ein Viertel davon würde rein rechnerisch genügen, den Hunger in der Welt zu beenden.Foto: dapd

Genf/Rom/Wien.  Weltweit hungern Millionen Menschen - und trotzdem werden Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen oder verderben. Die Vereinten Nationen haben nun eine internationale Offensive gestartet: Verschwendung von Lebensmitteln könnte durch einfache Maßnahmen eingedämmt werden.

Mit einer weltweiten Kampagne wollen die Vereinten Nationen (UN) die dramatische Verschwendung und den Verlust von Essen eindämmen und so auch den Hunger bekämpfen. Jährlich landen 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel im Abfall, wie eine am Dienstag in Genf vorgelegte Studie herausfand. Das ist rein rechnerisch etwa viermal so viel wie nötig wäre, um das Hungerproblem in der Welt zu lösen.

Nach dem UN-Welthungerbericht vom vergangenen Oktober hat jeder Achte nicht genug zu essen - insgesamt sind das rund 870 Millionen Menschen. Allein die in den Industrie-Nationen weggeworfene Menge von 300 Millionen Tonnen jährlich würde - theoretisch - reichen, diese Menschen zu ernähren, sagte der Generaldirektor der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO), José Graziano da Silva, laut Mitteilung.

Vieles verdirbt: Würde der Verlust eingedämmt, könnten Preise sinken

Ein Teil der Nahrungsmittel wird weggeworfen, obwohl er noch essbar wäre - und vieles verdirbt aufgrund unzulänglicher Bedingungen. Würde der Verlust der Nahrungsmittel insgesamt eingedämmt, könnten auch die Preise sinken, hieß es. In vielen armen Ländern müssen die Menschen mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Essen ausgeben.

Durchschnittlich wirft der Studie zufolge jeder Europäer und Nordamerikaner jedes Jahr zwischen 95 und 115 Kilogramm Essen weg. In Teilen Afrikas und Asiens liegt die Abfallmenge zwischen sechs und elf Kilogramm pro Kopf. In Entwicklungsländern geht ein Großteil der Nahrung bereits am Beginn der Versorgungskette verloren - etwa durch unzureichende Erntetechniken, Insekten, mangelnde Kühlung oder schlechte Lagerbedingungen.

Unter dem Motto „Think.Eat.Save“ soll nun bei Produzenten und Verbrauchern mehr Bewusstsein geschaffen werden. Die Verschwendung von Lebensmitteln könnte nach Ansicht von UN-Experten durch einfache Maßnahmen eingedämmt werden. Sie fordern zum Beispiel, dass Kunden auch die weniger perfekt geformten Früchte kaufen sollten. Außerdem solle das Haltbarkeitsdatum nicht immer so streng gesehen werden.

„Untragbaren Trend umkehren und Lebensbedingungen verbessern“

„In einer Welt mit sieben Milliarden Menschen, deren Zahl bis 2050 auf neun Milliarden steigen soll, macht es absolut keinen Sinn, Lebensmittel wegzuwerfen - weder wirtschaftlich, noch ökologisch, noch ethisch“, sagte der Exekutivdirektor das UN-Umweltprogramm (Unep), Achim Steiner.

FAO-Generaldirektor da Silva sagte: „Gemeinsam können wir diesen untragbaren Trend umkehren und Lebensbedingungen verbessern.“ In den Industrienationen etwa sei die Hälfte des weggeworfenen Essens noch zum Verzehr geeignet. Den Auftrag für die Kampagne gaben das UN-Umweltprogramm Unep und die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO. (dpa)



Kommentare
23.01.2013
06:48
Jean Ziegler, ein unermüdlicher Kämpfer gegen den Hungertod auf der Welt.....
von DerRheinberger | #2

.....hat im mehreren Büchern die Ursachen des Welthungers aufgedeckt und sagt, jedes Kind, welches an Hungertod stirbt, wird ermordet!

Dabei ist allein die Profitgier der internationalen Lebensmittelkonzerne Hauptverursacher! Landwirtschaftliche Strukturen in der sogenannten 3. Welt werden immer mehr zerstört. Unser E-10 Benzin ist nur die Spitze dieses menschenverachtenden Treiben, womit auch der Deutschen Bank ihre Profite erwirtschaftet.

Doch auch wir Europäer sollten und nicht freuen! Aktuell steht eine Entscheidung über die Privatisierung der Wasserrechte in der EU an. Im Interesse von Veolia oder Nestlé
soll eine EU-Richtlinie dafür sorgen, dass die Gewinne aus der Wasserversorgung profitträchtig in die Taschen von Privatkapitalisten wandert. Bei dem aktuell anstehenden Versuch amerikanischer Energiekonzerne, in der BRD das Fracking einzusetzen, verspricht dieses Geschenk an die Privatkapitalisten ein Riesengeschäft.

Nicht bekannt ist,ob man die Luft auch privatieren will!

1 Antwort
1,3 Milliarden Tonnen Essen gehen jährlich verloren - UN-Kampagne gegen Verschwendung
von Pit01 | #2-1

#2 Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Es ist schon ein Verbrechen an der Menschheit, dermassen mit Lebensmitteln umzugehen.

22.01.2013
20:40
1,3 Milliarden Tonnen Essen gehen jährlich verloren - UN-Kampagne gegen Verschwendung
von Karlot | #1

Es gehört zu den Missverständnissen, zu glauben, dass man den Hunger in der Welt bekämpfen könne, wenn in den reichen Lândern weniger Lebensmittel weggeworfen werden.
Oder wenn man die weggeworfenen Lebensmittel zu den Hungernden bringen wuerde.
Auf dem Weg dorthin werden sie unbenießbar.
Und. nicht nur das: sie rauben den Bauern in den Laendern die Lebensgrundlage.
Man nennt das alles verschlimmbessern. Nichts koennen die Selbstberufenen Veramtwortlichen richtig machen.

Aus dem Ressort
Streit in Seniorenwohnanlage endet mit tödlichen Schüssen
Tödliche Schüsse
Ein 77-Jähriger Mann rastet während eines Streits in einer Seniorenwohnanlage in Hamm aus. Er zieht eine Waffe, schießt um sich und tötet einen Menschen. Drei weitere werden teilsweise schwer verletzt. Viele Hintergründe der Tat bleiben allerdings vorerst unklar.
Kino-Spots von Hanf-Lobbyisten werben für legales Kiffen
Hanf
Der Deutsche Hanfverband will im Kino zeigen, welche Nachteile ein Verbot der Droge angeblich hat. Möglich wurden die Werbe-Spots, weil Hanfverbands-Chef Wurth in einer TV-Show eine Million Euro gewann. Bei der "Millionärswahl" versprach er, das Geld für die Cannabis-Legalisierung einzusetzen.
Bizarrer Auftritt von AC/DC-Schlagzeuger vor Gericht
Drogen-Prozess
AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd hat einen Gerichtstermin zum Spektakel gemacht: Unrasiert und ungekämmt erschien er nach Androhung eines Haftbefehls. Rudd erzürnte den Richter, irritierte Reporter und baute fast einen Unfall. Dabei waren größere Anklagepunkte gerade wieder fallengelassen worden.
Jeder dritte Jurastudent würde die Todesstrafe einführen
Todesstrafe
Junge Jurastudenten am Anfang ihrer Ausbildung würden die Todesstrafe wieder einführen. Laut einer Studie wächst bei ihnen insgesamt der Wunsch nach höheren Strafen. Auch bei den Ermittlungsmethoden können sich die angehenden Juristen vorstellen, zu drastischen Maßnahmen zu greifen.
Proteste gegen Polizeigewalt in den USA in 170 Städten
Polizeigewalt
Die Proteste gegen die Polizeigewalt in Ferguson breiten sich aus. In New York, Los Angeles und weiteren US-Städten gingen die Menschen auf die Straßen. US-Präsident Barack Obama veruteilte die Ausschreitungen und Plünderungen. Währenddessen wird in Ferguson die Präsenz der Nationalgarde verstärkt.
Umfrage
Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?

Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?