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ver.di will den Kampf um Schlecker-Jobs nicht aufgeben

01.06.2012 | 16:22 Uhr
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Foto: /dapd/Adam Berry

Für ver.di-Chef Frank Bsirske ist der Kampf um die Arbeitsplätze bei der vor der Zerschlagung stehenden Drogeriekette Schlecker noch nicht verloren. "Heute ist ein trauriger Tag, das wäre in der Form nicht nötig gewesen, hätte es die Transfergesellschaft gegeben", sagte der Gewerkschafter am Freitagnachmittag bei einer kurzfristig organisierten Demonstration vor dem Bundeskanzleramt in Berlin.

Berlin (dapd). Für ver.di-Chef Frank Bsirske ist der Kampf um die Arbeitsplätze bei der vor der Zerschlagung stehenden Drogeriekette Schlecker noch nicht verloren. "Heute ist ein trauriger Tag, das wäre in der Form nicht nötig gewesen, hätte es die Transfergesellschaft gegeben", sagte der Gewerkschafter am Freitagnachmittag bei einer kurzfristig organisierten Demonstration vor dem Bundeskanzleramt in Berlin.

Zuvor hatte der Gläubigerausschusses beschlossen, dass das Unternehmen zerschlagen wird und damit 13.700 überwiegend weibliche Mitarbeiter ihren Job verlieren. "Das ist nicht hinnehmbar", sagte Bsirske. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei nun "gefordert, diesem Spuk ein Ende zu bereiten". Hauptverantwortlich für das Schlecker-Aus sei die FDP. Bsirske fügte hinzu: "Wir dürfen uns nicht vorführen lassen, von den Brüderles und Röslern dieser Welt."

"Wir brauchen zwei, drei Monate Zeit und einen Sonderfonds, um die Übergangsphase zu gestalten." Hierzu sollen nach Bsirskes Vorstellung auch Mittel des europäischen Globalisierungsfonds angezapft werden. Eine "Politik der maßlosen Ingnoranz" dürfe nicht "obsiegen", rief Bsirske den mehr als 100 Demonstranten zu. "Am nächsten Dienstag ist Kanzlergipfel. Da wird das Thema Schlecker auf die Tagesordnung kommen", sagte Bsirske.

Eine Botschaft, die bei den Demonstrationsteilnehmern auf ein dankbares Echo stieß. Mit Trillerpfeifen und ver.di-Fahnen machten sie ihrem Ärger Luft. "Unsere Solidarität für die Zukunft der Schleckerfrauen" stand auf einem Transparent an der Spitze des Demonstrationszuges.

"Merkel lass das Glotzen sein, setz' dich für Schlecker-Frauen ein", forderten die Demonstranten in Sprechchören an die Adresse der Kanzlerin. Viele Teilnehmer machten Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler aufgrund seiner Weigerung, eine Auffanggesellschaft mit Bundesmitteln finanziell zu unterstützen, direkt für die gescheiterte Unternehmensrettung verantwortlich.

"Rösler hat uns hängen lassen. Der macht sich doch überhaupt keine Vorstellung darüber, was der heutige Tag uns bedeutet", sagte eine Noch-Mitarbeiterin der Drogeriekette aus Ostdeutschland am Rande der Demonstration mit Tränen in den Augen.

dapd

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