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Schatzsuche im "Himmelspalast"

18.06.2012 | 09:17 Uhr
Foto: /AP/Ng Han Guan

So etwas hat es in der Raumfahrt noch nicht gegeben: Schatzsuche. Die Besatzung des chinesischen Raumschiffes "Shenzhou-9" ("Magisches Schiff") hat bei ihrer 13-Tage-Mission zum Orbitallabor "Tiangong-1" ("Himmelspalast") unter anderem die Aufgabe, Jagd auf "Schätze" zu machen.

Berlin/Peking (dapd). So etwas hat es in der Raumfahrt noch nicht gegeben: Schatzsuche. Die Besatzung des chinesischen Raumschiffes "Shenzhou-9" ("Magisches Schiff") hat bei ihrer 13-Tage-Mission zum Orbitallabor "Tiangong-1" ("Himmelspalast") unter anderem die Aufgabe, Jagd auf "Schätze" zu machen. Mit dem Spiel soll die Fähigkeit der drei Taikonauten getestet werden, in der Schwerelosigkeit "Puzzles" zu lösen, wie die offizielle Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua am Wochenende berichtet. Die Vorgehensweise des Trios werde dazu aufgezeichnet und dann analysiert.

"Die Entdeckung von unerwarteten Dingen" könne "mehr Freude in das Leben im All" bringen, begründete der Generaldirektor der Abteilung Astronautensysteme, Chen Shanguang, diese ungewöhnliche Maßnahme. Deshalb hätten die Konstrukteure "viele Überraschungen" in das Modul eingebaut. Worum es sich dabei handelt, wollte er freilich nicht verraten.

Überhaupt zeigen sich die Raumfahrt-Oberen bei der bislang längsten chinesischen Mission ungewöhnlich konziliant und rücksichtsvoll, weil mit Liu Yang erstmals eine Dame an Bord ist. So will das Flugleitzentrum streng darüber wachen, dass der Schlaf nicht zu kurz kommt. Sollte die Arbeit zulasten der Ruhezeit gehen, werde man einige Aufgaben streichen, sagte der Mediziner Gai Yuqing. Anfangs habe man den Flugplan bis auf die Minute aufschlüsseln wollen, fügte er hinzu. Nunmehr gebe man den Taikonauten die Möglichkeit, sich die Zeit selbst einzuteilen.

Da Astronauten großen Wert auf gutes Essen legen, habe man für die "Shenzhou-9"-Crew über 50 verschiedene Lebensmittel und Menüs an Bord. Dadurch wechsle der Speiseplan alle vier Tage, betonte Chen. Für weibliche Taikonauten habe man fettarme Gerichte und mehr Gemüse bei den Menüs eingeführt, zu denen auch Desserts, Schokolade und Speisen mit blutanreichernden Effekten gehörten. Dabei nutze man die Vorteile der traditionellen chinesischen Küche.

Überhaupt hat das chinesische Raumfahrtprogramm durch den Erstflug einer Frau viele Veränderungen erfahren. So habe man eine Serie von Raumanzügen für Taikonautinnen entwickelt, teilte der stellvertretende Chef-Disigner Li Tanqiu mit. Der neue Anzug sitze gut und erlaube schnellere Bewegungen, vor allem der Finger. Zudem gebe es spezielle Unterwäsche und Sportbekleidung für die Dame, deren Intimsphäre zudem im Modul durch einen eigens dafür angebrachten Vorhang geschützt werde.

dapd

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