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NRW wehrt sich gegen Akw-Neubau in den Niederlanden

11.01.2012 | 13:31 Uhr
NRW wehrt sich gegen Akw-Neubau in den Niederlanden
Das Atomkraftwerk Borssele. Ein zweites soll entstehen.

Essen.   Im niederländischen Borssele ist ein neues Atomkraftwerk geplant. Der Ort in der Provinz Zeeland ist nicht weit von Nordrhein-Westfalen entfernt. Die NRW-Landesregierung spricht sich gegen den Bau des Kraftwerks aus. Auch jeder Bürger kann bis zum 12. Januar Einspruch gegen das Akw erheben.

Nordrhein-Westfalen ist ein Bundesland ohne aktive Atomkraftwerke. Vor radioaktiven Gefahren sind die rund 18 Millionen Einwohner dennoch nicht sicher. Im niederländischen Borssele soll ein neues Atomkraftwerk gebaut werden . Spätestens 2018 soll es ans Netz gehen. Das NRW-Umweltministerium hat sich am Mittwoch stellvertretend für die Landesregierung gegen den Bau des Atomkraftwerks ausgesprochen.

"Die friedliche Nutzung der Atomenergie ist nicht der richtige Weg, um die Energieprobleme der Zukunft zu lösen" meint NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) und weist zudem auf die gesundheitlichen Risiken hin, die im Falle eines Reaktorunglücks oder anderen Störfällen auftreten können: Eine radioaktive Wolke könnte das Ruhrgebiet oder die Niederrhein-Region binnen sechs Stunden erreichen, heißt es in der Erklärung des Ministeriums.

BUND ruft zum Protest auf

Als Sofortmaßnahmen könnte die Gabe von Jodtabletten und der Aufenthalt in geschlossenen Räumen notwendig werden, Milch und zum Beispiel Blattgemüse aus NRW dürften bis auf Weiteres nicht mehr verzehrt und vermarktet werden, teilte Remmels Ministerium mit. In Borssele ist bereits ein anderes Atomkraftwerk in Betrieb, an dem der Konzert RWE mit 30 Prozent beteiligt ist.

Auch viele Bürger protestieren gegen den AKW-Neubau . Der BUND ruft auf seiner Homepage dazu auf, per Post oder telefonisch Einspruch zu erheben. Die Frist für die Einreichung läuft am Donnerstag, 12. Januar ab. Ein Musterschreiben bieten der BUND und die NRW-Grünen auf ihren Internetseiten an. Der Einspruch kann an folgende Adresse gesendet werden: Bureau EnergieprojectenInspraakpunt Tweede kerncentrale Borssele, Postbus 223, NL - 2250 AE Voorschoten. Auch ein telefonischer Einspruch ist möglich: Tel.: +31 (0)70 379 89 79.

Was der Einspruch der Bürger und Umweltverbände konkret bewirken kann, ist noch unklar. "Man kann leider nicht hoffen, dass der Bau durch diesen Protest gekippt wird", sagt Udo Buchhol vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz. Die Hoffnung gibt der Atomkraftgegner deswegen aber noch lange nicht auf: "Es ist wichtig, die Behörden darauf aufmerksam zu machen, dass es Proteste aus Nordrhein-Westfalen gibt. Die niederländischen Atomkraft-Gegner können auf unsere Unterstützung zählen", meint Buchholz. "Es gibt eine recht große Anti-Akw-Bewegung in Nordrhein-Westfalen. 

Anti-Akw-Bewegung ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen

In den Niederlanden ist sie zwar nicht so groß wie in Deutschland, aber es wird in Kürze viele gemeinsam Aktionen geben, wie zum Beispiel Kundgebungen und Demonstrationen zum Jahrestag vom Reaktorunglück in Fukushima am 11. März." Spätestens seit der Atomkatastrophe in Japan sei der Protest gegen Atomkraft in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Demo-Teilnehmer seien längst nicht mehr langhaarige Ökos in Birkenstock-Sandalen, sondern seien überall in der Gesellschaft anzutreffen.

Borssele liegt südwestlich von Rotterdam und ist etwa 180 Kilometer von Aachen und 250 Kilometer von Düsseldorf entfernt. (mawi mit dapd)

 

Maren Winterfeld

Kommentare
09.05.2012
11:25
noch RWE???
von wutmuelheimer | #80

RWE ist zu 30% beteiligt: - umsteigen auf grünen Strom!.

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http://www.derwesten.de/wr/nachrichten/nrw-wehrt-sich-gegen-akw-neubau-in-den-niederlanden-id6234835.html
2012-01-11 13:31
Borssele: Akw: Atomkraft: Atomkra, Niederlande, BUND
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