Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Plagiatsvorwürfe

Würdeloses Ringen um die Doktorwürde

22.01.2013 | 21:53 Uhr

Düsseldorf.  Annette Schavan wird den Verdacht nicht mehr abschütteln, dass sie es mit der Wissenschaftlichkeit nicht so genau nahm. Die Uni Düsseldorf ließ es dagegen in dem Verfahren gegen die Wissenschaftsministerin an Professionalität mangeln. Man möchte nach einem Neuanfang rufen - ein Kommentar.

Noch ist nicht entschieden, ob Bundesbildungsministerin Schavan ihre Doktorwürde verlieren wird. Schon jetzt steht aber fest, dass weder die Kanzlerinnen-Vertraute noch die Universität Düsseldorf unbeschadet aus einem würdelosen Ringen um einen vor 32 Jahren verliehenen Titel werden hervorgehen können.

Schavan wird den Verdacht nicht mehr abschütteln, dass sie es als junge Frau nicht so genau nahm mit dem wissenschaftlichen Handwerkszeug. Das ist für eine Wissenschaftsministerin fatal.

Die Düsseldorfer Hochschule wiederum ist den Nachweis schuldig geblieben, dass sie ein bundesweit beachtetes Verfahren wie dieses professionell durchführen kann. Gutachterliche Schnellschüsse, laufende Indiskretionen, juristische Manöver, hilflose Öffentlichkeitsarbeit – die Situation ist so verfahren, dass man nach einem völligen Neuanfang in diesem Plagiatsverfahren rufen möchte. Doch den Doktortitel kann nur aberkennen, wer ihn verliehen hat.

Tobias Blasius



Kommentare
24.01.2013
09:33
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

23.01.2013
15:23
Würdeloses Ringen um die Doktorwürde
von Syndikus | #4

In der FAZ haben schon vor über einem Jahr zwei renommierte Erziehungswissenschaftler die Dorktorarbeit von Frau Schavan "auseinandergenommen" und analysiert. Das Ergebnis war, dass sich echte oder vermeintliche Zitierfehler (es gibt insoweit eine durchaus abweichende Handhabung an verschiedenen Fakultäten/Universitäten) vor allem im beschreibenden ersten Teil der Arbeit vorkommen, wo sowioso niemand "eigene Ergüsse" des Autors erwartet. Dagegen wurden im zweiten Teil, der die Auswertung der vorhandenen Literatur und damit die eigentliche eigene Arbeit von Frau Schavan darstellt, nach meinem Kenntnisstand kaum Zitierfehler festgestellt. Dies ist letztlich der Grund, weshalb viele Wissenschaftler Frau Schavan unterstützen. Man fragt sich, weshalb die Medien diesen nicht ganz unwichtigen Aspekt weitgehend unterschlagen. Ist das Absicht oder meinen Sie, wir Leser würden das dann in seinen Verästelungen nicht mehr nachvollziehen können???

1 Antwort
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #4-1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

23.01.2013
12:38
Würdeloses Ringen um die Doktorwürde
von trickflyer | #3

offensichtlich hat frau sch. doch beschissen.als weg mit dieser unfähigkeit auf 2 beinen.

23.01.2013
11:21
Würdeloses Ringen um die Doktorwürde
von gudelia | #2

Das sogenannte "Würdelose Ringen" zeigt doch nur, daß solche Fälle sehr selten sind.
Wenn die nämlich erst mal professionell geworden sind ist der "Dr" nichts mehr wert.

23.01.2013
10:06
Würdeloses Ringen um die Doktorwürde
von 2013witten | #1

Es gibt doch nur zwei Möglichkeiten. Entweder hat sie ungeniert abgekupfert, also betrogen. Oder sie war zu dämlich, sich an die elementaren Regeln zu halten, die jährlich von zigtausend anderen künftigen Akademikern peinlich genau eingehalten werden. Keine der Variationen ist eine wirkliche Empfehlung, um sich als verantwortliche Wissenschaftsministerin mit dickfelliger Arroganz im Amt zu halten.

Statt von "würdelosem Ringen um die Doktorwürde" zu fabulieren, sollten wir uns eher um das würdelose Kleben an einem Chefsessel Gedanken machen, der für die Inhaberin eindeutig eine Nummer zu gross ist.

Aus dem Ressort
Anspruch auf Hilfe bei der Pflege
Pflege
Jeder Dritte von uns wird jenseits des 80. Lebensjahres auf Hilfe angewiesen sein. Die mobile Kleinfamilie ist mit der Pflege von Angehörigen zunehmend überfordert. Dass sich die Senioren allerdings künftig in zahllosen „Alten-WGs“ sammeln werden, dürfte eine Illusion bleiben. Kaum anzunehmen, dass...
Behördenversagen klar benennen
Misshandlungsskandal
Präsenz zeigen, Betroffenheit ausdrücken, Transparenz geloben, Konsequenzen ziehen – vordergründig folgt NRW-Innenminister Ralf Jäger exakt dem Handbuch für politisches Krisenmanagement, um den Misshandlungsskandal in den Flüchtlingsheimen des Landes zu bewältigen. Bislang kann der robuste SPD-Mann...
Misstrauen bei Transplantationen
Organskandal
2012 schlug der Skandal um Manipulationen bei Transplantationen in Göttingen hohe Wellen. Die aktuellen Verdachtsfälle im Berliner Herzzentrum spielten sich davor ab. Sie sind kein Beleg dafür, dass die seither verschärften Kontrollen nicht greifen. Doch das ganze System wirft weiter viele Fragen...
China fürchtet die Demokratie
Unruhen
Mitten im Finanzbezirk von Honkong haben sich nicht nur Schüler und Studenten versammelt. Sie fordern, was ihnen 1997 versprochen worden war, als Hongkong ins chinesische Reich zurückkehrte: freie Wahlen.
Von der Leyens Lektion
Bundeswehr
Anspruch und Wirklichkeit klaffen bei der Bundeswehr auseinander. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wollte mehr Verantwortung übernehmen, ganz im Sinne von Bundespräsident Joachim Gauck „bereit sein, mehr zu tun“. Die Truppe erteilt ihr eine Lektion: Pleiten, Pech und Pannen.
Kein Raum für Ausflüchte
Misshandlungsskandal
Die Macht der Bilder lässt kein Beschönigen des Misshandlungsskandals in den NRW-Flüchtlingsheimen zu. Die zur Schau gestellte Erniedrigung von Menschen, die eigentlich bei uns Schutz suchen, bietet wenig Raum für politische Ausflüchte. Stattdessen wird von der Ministerpräsidentin bis zum...
Schlecker: Kein Grund zum Lachen
Schlecker
Bei Betroffenen und Gewerkschaftern kommt die Idee, ausgerechnet eine Komödie über die Schlecker-Pleite zu drehen, gar nicht so schlecht an. Zum Lachen zu Mute ist den meisten der zuletzt 27.000 Beschäftigten aber dennoch nicht.
Geisterspiele helfen im Kampf gegen Rassismus nicht weiter
Kommentar
Im Kampf gegen Rassismus im Fußball ist der Ausschluss von Zuschauern eine bei der Uefa übliche Sanktion, zuletzt beobachtet beim Champions-League-Spiel zwischen ZSKA Moskau und Bayern München. Wirklich weiter kommt man damit nicht, zumal diese Strafe nicht nur die Verursacher trifft. Ein Kommentar
Ein Horrorbild
Flüchtlingsheime
Das Bild geht unter die Haut. Ein Mann liegt auf dem Boden, die Hände sind auf dem Rücken gefesselt. Ein kräftiger Kerl in schwarzer Uniform steht daneben, und mit dem rechten Stiefel drückt er den Kopf des 20-jährigen Flüchtlings auf den Boden. Das Bild schickten die Presse-Agenturen gestern rund...
Von der Leyens Kampf ums Geld
Bundeswehr
Deutschland fährt auf Verschleiß. Das gilt für die Infrastruktur, aber auch für die Bundeswehr. Man kann nicht gleichzeitig die Investitionen hochfahren und die Neuverschuldung auf Null senken. Dieser Zielkonflikt lässt sich vielfach beobachten.
Beschämend
Politik
Willkommen in Deutschland! Menschen, die in Afrika, Nahost und anderswo Gewalt und Verfolgung erlebt haben, die unter gefährlichen, widrigsten Umständen geflohen sind – diese Menschen sind bei uns nicht in Obhut, nein, sie erleben in offiziellen Flüchtlingsheimen wieder Willkür und Brutalität. Video...
Es droht ein neuer Konflikt
Politik
Der Kampf um die Kurden-Enklave Kobane im Norden Syriens dauert nun schon fast zwei Wochen an. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ steht im Süden, Osten und Westen der Stadt, kurdische Kämpfer versuchen sie zu halten. Anders als im Nordirak werden sie bislang eher verhalten durch Luftschläge der...
Die extremen Ausschläge im Leben von Schalke-Coach Keller
Revierderby
Vor einer Woche steckte Schalkes Trainer Jens Keller mit seiner Mannschaft noch in einer tiefen Krise. Jetzt hat er das Derby gegen Dortmund gewonnen und wird wieder als Entfesselungskünster gefeiert. Auch von den königsblauen Fans. Ein Kommentar.
Der ewige Blatter
Fussball
Joseph Blatter hat jetzt auch offiziell seine Kandidatur für eine weitere Amtszeit an der Spitze des Fußball-Weltverbandes erklärt. Als dann 79-Jähriger will sich der Schweizer am 29. Mai 2015 erneut zum FIFA-Chef wählen lassen. Seine Begründung kam einem bekannt vor. - ein Kommentar:
Ein schmutziges Geschäft
Fracking
Mineralölkonzerne wie ExxonMobile stellen ihre Fracking-Bestrebungen nicht ein, nur weil Bundesländer, Politiker, Umweltschützer und Bürger die umstrittene Gasförder-Technik ablehnen. Die Konzerne sitzen auf einem Haufen Geld, wollen diesen mehren und sind es auch gewohnt, ihren Willen durchzusetzen...
Weniger Polizei, weniger Randale
Gewalt beim Fußball
Weniger ist mehr, könnte man das Konzept von NRW-Innenminister Ralf Jäger zusammenfassen. Um die explodierenden Einsatzzeiten der Bereitschaftspolizei herunterzufahren, wurden Fußballspiele in einer Testphase vorab auf ihr Gefahrenpotenzial analysiert und der Einsatz der Sicherheitskräfte...
Einsatzbereit? Von wegen!
Bundeswehr
Da kann doch etwas nicht stimmen! Verteidigungsministerin von der Leyen hält die in 17 Auslandseinsätzen eingebundene Bundeswehr für hoch leistungsfähig. Zugleich zweifelt Wehrbeauftragter Königshaus grundsätzlich an der Einsatzfähigkeit der Streitkräfte. Königshaus dürfte deutlich näher an der...
Die Wahrheit wurde längst verscharrt
NSU
Auch in NRW soll es einen Untersuchungsausschuss zur Mordserie der NSU-Neonazis geben. Schon im August 2013 hat der Bundestagsausschuss seinen wenig erhellenden Abschlussbericht vorgelegt. Solange Verfassungsschutz und Nachrichtendienste die Aufklärung aber nicht sachdienlich unterstützen, können...
Urteil passt nicht in die Zeit
Kopftuchstreit
Kopftuch tragende Verkäuferinnen von Obst und Gemüse, entsprechend gestylte Friseurinnen oder Angestellte von Geldinstituten - kein Problem! Aber eine Bettpfanne leeren oder gar Fieber messen oder Blut abnehmen sollten Muslima mit Kopftuch in konfessionellen Krankenhäusern nicht dürfen. Eine...
Gut gemeint allein reicht nicht aus
Ebola-Hilfe
Freiwillige aus den Bundeswehr-Reihen im Kampf gegen Ebola zum Einsatz kommen zu lassen, ist nur gut gemeint, weil bei weitem nicht ausreichend. Der Westen hat die Seuchengefahr zu lange klein geredet.
Schlechtes Zeugnis
Flüchtlingsskandal
Ein Kommentar von
Auf Herz und Nieren geprüft
Organ-Transplantationen
Ein Kommentar von Nina Grunsky
Abgrund des Grauens
Kommentar
Das Tor zur aktiven Sterbehilfe öffnet sich also in Belgien immer weiter. Doch dahinter wird nicht etwa ein seliger Himmel der Erlösung erkennbar, sondern es tut sich vielmehr ein dunkler Abgrund des Grauens auf.
Die Mühen des Polit-Alltags
SPD
Hannelore Kraft bleibt im größten SPD-Landesverband alternativlos. Trotz einer veritablen Pannenserie haben die Genossen ihrer Chefin demonstrativ solidarischen Rückhalt geboten. Die einst strahlende Vorsitzende aber hat in den Mühen des Polit-Alltags an Glanz verloren. Vier Jahre nach Amtsantritt...
Ein Hauch von Abu Ghraib im Siegerland
Flüchtlinge
Wachleute posieren demonstrativ vor der Kamera mit einem wehrlosen Flüchtling aus Algerien. Ein Skandal. Wer sich bei diesem Bild an die Folteraffäre der US-Soldaten im Irak erinnert fühlt, liegt nicht ganz falsch. Es geht um Demütigung, es geht um Erniedrigung. Im Irak waren Insassen des...
Keine Chance für Fracking
Energiepolitik
So haben sich das die Gasproduzenten nicht vorgestellt. Gerade erst hat Exxon Mobil in einer bundesweiten Anzeigenkampagne die Möglichkeit eines giftfreien Frackings angekündigt. Doch flugs werden die Gasfirmen ausgebremst: Die Bundesregierung erklärt das komplette Einzugsgebiet der Ruhrwasserwerke...
Scheitern muss kein persönliches Versagen sein
Existenzgründer
Aufbruchstimmung fühlt sich anders an. Zwar verzeichnet NRW aktuell einen leichten Zuwachs bei den Gewerbeanmeldungen, trotzdem liegt das Land allenfalls im Mittelfeld, wenn es um Unternehmensgründungen geht. Die Metropolen in Berlin oder München laufen dem bevölkerungsstärksten Bundesland seit...
Die zweite Chance fürs Königreich
Referendum
Die Schotten haben sich in ihrem Referendum gegen die Unabhängigkeit entschieden - und für den Verbleib im Vereinigten Königreich. Das ist gut, aber es ist noch nicht das letzte Wort. Wer jetzt Ruhe für die nächsten 300 Jahre erwartet, dürfte enttäuscht werden und zwar schon bald. Ein Kommentar
Die Vernunft der Schotten muss belohnt werden
Kommentar
Die Schotten haben sich in ihrem Referendum gegen die Unabhängigkeit entschieden - und für den Verbleib im Vereinigten Königreich. Das ist gut, aber es ist noch nicht das letzte Wort. Wer jetzt Ruhe für die nächsten 300 Jahre erwartet, dürfte enttäuscht werden und zwar schon bald. Ein Kommentar
Der Linken geht ein Stück Professionalität verloren
Linke-Parteitag
Von einem Aufbruch ist die Partei Die Linke nach der Wahl von Katja Kipping und Bernd Riexinger zur neuen Führungsspitze weit entfernt. Im Gegenteil: Das unerfahrene Duo könnte sich für die Linkspartei zu einem klassischen Eigentor entwickeln. Ein Kommentar.
Fotos und Videos
Foodwatch-Wahl zur größten Werbelüge
Bildgalerie
Windbeutel 2014
Gewalt in Flüchtlings-Unterkünften
Bildgalerie
Misshandlung