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Mehr Rücksicht auf der Straße

24.01.2013 | 19:31 Uhr
Mehr Rücksicht auf der Straße
Mit dem Slogan "Kampf den Kampfradlern" wird an der Berliner Kastanienallee gegen rabiate Fahrradfahrer protestiert.Foto: dpa
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Es ja nun nicht so, dass deutsche Straßen in Anarchie versinken. Aber es wird enger in unseren Städten. Neue Radspuren dort, wo ehemals noch Platz für Autos war. Für die Freunde des zügigen Pedaltritts eine willkommene Einladung zur flotten Fahrt durch die City, für Autofahrer zunächst eine Umstellung. Dass es da schneller zu Unfällen kommt, verwundert nicht.

526 Menschen – 81 Radfahrer – starben im vergangenen Jahr im Straßenverkehr. Es sind 526 zu viel. Autofahrer, Radler und Fußgänger sollten die Schuld nicht jeweils bei dem anderen suchen. Es ist doch so: Sitzt man hinterm Steuer, sind die Radfahrer die rücksichtslosen Rüpel, hat man die Hände am Lenker, sind es die Autofahrer, die den Schulterblick nicht mehr kennen, die Idioten. Und dann rennt da noch ein Fußgänger bei „rot“ über die Ampel. Es hilft nichts: Wir müssen uns alle zusammenreißen, wenn wir heil nach Hause kommen wollen.

Gregor Boldt

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25.01.2013
10:07
Mehr Rücksicht auf der Straße
von karmey | #1

Alle müssen sich zusammenreissen, aber Fussgänger und Radler besonders, denn die riskieren bei einem Crash gleich Kopf und Kragen, der Autofahrer nur eine Beule im Blech. Der schönste neue Radweg ist unnütz, ist er zugeparkt. Bei den derzeitigen Verhältnissen auf deutschen Strassen gibt es zwar keine Anarchie, aber es gilt das Recht des Stärkeren. Und mit einem 1,5-Tonnen-SUV unter dem Hintern kann auch die schmächtige Hausfrau ihr Faustrecht gegen den Athlethen auf dem Rennrad durchsetzen. Im Strassenverkehr reduziert sich die Ellenbogengesellschaft aufs Wesentliche.

Die Schwächeren werden zu wenig geschützt und im Strassenverkehr drückt sich das besonders aus. Nicht umsonst werden die meisten Kinder heute mit dem Auto in die Schule oder in den Kindergarten gefahren, weil der hergebrachte Schulweg zu Fuss zu gefährlich geworden ist. Sie sind ganz unten angesiedelt in der Hierarchie.

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