Der Arabische Frühling wird teuer
17.01.2013 | 18:30 Uhr 2013-01-17T18:30:00+0100
Über Jahrzehnte haben die Regierungen Europas und der USA die Machthaber in Nordafrika gepflegt. Ben Ali in Tunesien, Gaddafi in Libyen und Mubarak in Ägypten waren Garanten für Stabilität. Dass ihre Herrschaft auf Gewalt, Terror und Menschenrechtsverletzungen basierte, wurde in Kauf genommen. Bis zum Arabischen Frühling.
Dann demonstrierten die Menschen dort, dass die Zeit für Diktaturen abgelaufen ist. Der Jubel über die Freiheitswelle war groß. Schnell beeilte sich der Westen, die Demokratiebemühungen zu beflügeln – wenn es sein musste militärisch. Nun sind die Diktatoren im Exil, tot oder im Gefängnis. Sie hinterließen ein Machtvakuum, das die gemäßigten Kräfte noch nicht gefüllt haben. Stattdessen haben sich Islamisten überall in Nordafrika etabliert und ziehen grenzüberschreitend ihre Kreise. Bis Algerien, bis Mali. Auch das ist der Preis der westlichen Politik. Er wird immer höher.
11:15
Was zur Renaissance des radikalen Islamismus führte ist der Hass auf Israel, besonders nach dem Sechstagekrieg. Leider lässt sich der Hass kaum noch stoppen was mich sehr traurig macht wenn ich an die Zukunft der Menschen denke.
10:13
ja klar, der Westen ist Schuld daran, dass ungebildete Einwohner von islamistischen Rattenfängern geködert werden....... Wenn man dieser Argumentation folgen würde, könnte man auch behaupten, dass Frankreich damals schuld war, dass die Deutschen auf Hitler reingefallen sind.
Lieber Herr Boldt, des Friedens ärgster Feind wächst, wenn sich Dummheit mit Extremismus paart. Das ist in diesen Ländern nun der Fall und wurde vorher durch die Diktatoren verhindert. Wenn das ganze mal richtig eskaliert ist, werden wir über unser demokratisches Selbstverständnis in Bezug auf andere Kulturen eine renovierte Denkweise pflegen.
07:52
die es bislang unterstützte, auch das in Verruf gebracht, was man "westliche Werte" zu nennen pflegt.