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180 Jahre Geschichte

Traditionshaus in Sachen Literatur macht dicht

24.01.2009 | 19:53 Uhr
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Traditionshaus in Sachen Literatur macht dicht

Dortmund. Bücher C.L. Krüger - ein Name und 180 Jahre Geschichte. Mit dieser 1828 begründeten Tradition aber ist es nun vorbei: Der Ausverkauf der alteingesessenen Buchhandlung läuft. Danach regiert Mode statt Literatur.

Buchhandlung Krüger in der Krüger Passage gibt das Geschäft auf. Foto: Knut Vahlensieck

Es ist ein trostloser Anblick, der sich jenen bietet, die in diesen Tagen durch die herrlich majestätische Krüger-Passage hinein gehen in das Geschäft: Leere Regale, Plastikschüsseln voll mit Restposten, signalrote Schilder mit der Aufschrift "Achtung Rausverkauf!" Es ist der Ausverkauf einer Buchhandlung, einer Tradition, eines Stücks Geschichte.

Unter dem Namen Bücher Krüger kamen buchhändlerische und verlegerische Ambitionen zusammen - basierend auf Christian Leonhard Krüger, der ab 1828 das "Dortmunder Wochenblatt" herausgab. Auch die Geschichte der Westfälischen Rundschau ist eng mit dem Unternehmen verknüpft: Bücher Krüger gab den "General-Anzeiger für Dortmund" heraus - der Vorläufer für die WR. Seit 1912 lockt die Buchhandlung mitten in der Dortmunder Innenstadt, am Westenhellweg.

Verkauf an die "Mayersche"

Damit ist es bald vorbei. Noch bis zum 24. Januar dauer der Ausverkauf - danach zieht eine französische Modekette ein. Zum Hintergrund: Im Januar 2007 verkaufte der langjährige Geschäftsfüher und Miteigentümer des Hauses, Rainer Scholten, die Buchhandlung an die "Mayersche". Grund waren die fehlende Nachfolge und Umsatzeinbußen. Zwei Jahre lang residierte die "Mayersche Bücher Krüger" weiter in dem mehrstöckigen Geschäft mit einem subventionierten Mietvertrag. Verhandlungen über eine Fortführung scheiterten - die Modekette zahlt einfach mehr.

Die langjährigen Mitarbeiter sehen nun betrübt zu, wie sich die Regale leeren: "Ich war fast 30 Jahre in dem Haus", sagt etwa Filialleiterin Doris Klang. 30 der Mitarbeiter werden von der Mayerschen in anderen Filialen übernommen, fünf stehen ab Februar ohne Arbeit da.

Die Schließung des Traditionshauses wird auch von der Konkurrenz bedauert: "Das ist schlecht für die Stadt und für uns", sagt etwa Wolfgang Thönes von der Buchhandlung "Litfass". Doch was sich in Dortmund abspielt, spiegelt den landesweiten Trend wider, wie Susanne Meinel, NRW-Pressesprecherin vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, bestätigt: "Natürlich finden Konzentrationsprozesse statt", sagt sie. "Für inhabergeführte Buchhandlungen wird es schwieriger, sie müssen sich spezialisieren, um sich im Wettbewerb abzuheben." So sank die Mitgliederzahl im Bereich Buchhandlungen beim Börsenverein von 973 im Jahr 1999 auf 799 im Jahr 2008.

Ein Stück Kultur, das langsam schwindet.

Nadine Albach

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