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Kunst, Kultur und Gartenzimmer - Haus Opherdicke wird immer attraktiver

25.01.2013 | 18:14 Uhr
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Kunst, Kultur und Gartenzimmer - Haus Opherdicke wird immer attraktiver
Haus Opherdicke, derzeit ein Wintermärchen – neue Wege rund ums Haus eröffnen jetzt schon neue Perspektiven.Foto: Joachim Kleine-Büning

Holzwickede.   20 000 Besucher zählte der Ausstellungsort Haus Opherdicke im vergangenen Jahr - so viele wie nie zuvor. Jetzt wird der ehemalige Herrensitz im Kreis Unna noch interessanter. Auf 30.000 Quadratmetern ist ein englischer Landschaftsgarten geplant, in dem die Grenzen zwischen gestalteten Gärten und freier Landschaft fließend sind.

Als „Haus der Moderne“ mit überregional bedeutsamen und viel beachteten Ausstellungen lockte das Haus Opherdicke im vergangenen Jahr 20 000 Besucher – so viele wie nie zuvor.

Diese Bilanz ist ausbaufähig, soviel ist sicher. Denn endlich – nach fast 15 Jahren in der Schublade – wird der grüne Masterplan für den ehemaligen Herrensitz im Besitz des Kreises Unna in die Tat umgesetzt. 30.000 Quadratmeter Natur gibt es künftig auf alten und neuen Wegen zu entdecken, zu erleben.

Ein neues Ausflugsziel

Geplant ist ein englischer Landschaftsgarten mit fließenden Übergängen zwischen gestalteter Gartenfläche und freier Landschaft. Im alten Park mit altem Baumbestand wachsen künftig auch Kletterrosen und Hortensienhecken, es gibt lauschige Lindendächer oder Bögen mit Blauregen. Zentrale Wegeachsen zwischen dem historischen Gartenpavillon und einem modernen Pendant laufen symmetrisch auf ein Rondell in der Mitte des Geländes zu. Aber nur in diesem Punkt greifen die Planer ein barockes Element auf.

Obstwiesen, auf denen der Weisse Winterglockenapfel, die Rote Sternrennette oder der Dülmener Rosenapfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen wurzeln, Fischteiche am Waldesrand, an denen Spaziergänger auf einer Bank eine Pause einlegen können, neue Wege rund ums Haus: Die neu zu entdeckende Natur lässt die berechtigte Hoffnung zu, dass noch viel mehr Menschen aus der Region auf dem Kamm des Ardeygebirges landen und hier noch in diesem Frühjahr ein Ziel finden, das zum Tagesausflug taugt.

Zufriedene Planer: Detlef Schroeder (Fachbereich Bauen, Kreis Unna), Thomas Hengstenberg (Leiter Fachbereich Kultur), Kreisdirektor und Kulturdezernent Rainer StratmannFoto: Joachim Kleine-Büning

Kunst und Kultur erleben, Kirschkuchen im Kulturcafé und Lustwandeln in großen grünen Zimmern. So oder auch andersherum könnte das Programm aussehen. Dazu kommen regelmäßige Musikreihen im Spiegelsaal – rund 40 Veranstaltungen im Jahr. Im historischen Kaminzimmer mit Kassettendecke wird jede Woche geheiratet, im Erdgeschoss stilvoll gefeiert. Komplettiert wird das Anwesen des einstigen Lehensgutes unter anderem durch Bauhaus, Scheune und Stallungen, die angemietet werden können.

Eine Investition in die Zukunft

Besucher kommen bisher aus dem gesamten Kreisgebiet, Dortmund und Hamm, rund 50 Prozent reisen aus dem Ruhrgebiet, Sauerland und dem Raum Münster an.

Der Kreis Unna kaufte das seinerzeit vom Verfall bedrohte Anwesen 1980 – für drei Millionen Mark. Dann folgte der Umbau zu einem „Kultur- und Begegnungszentrum“. 1,4 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II wurden jüngst in die Barrierefreiheit des Hauses, Renovierung und neue Museumstechnik gesteckt, „um das Haus zukunftsfähig zu machen“, wie Kreis-Kulturdezernent Rainer Stratmann betont.

Bei den Bauarbeiten im Denkmal wurden aber auch spektakuläre „Räume wiedergefunden“, erzählt Thomas Hengstenberg, beim Kreis Herr der Ausstellungen sowohl in Opherdicke als auf Schloss Cappenberg. Interessante Nischen wurden neu in Szene gesetzt, ein Kabinett mit Kamin und Rundumblick geöffnet. Den hat der Besucher aus vielen Fenstern hier oben – im Süden schweift er weit ins Ruhrtal und das Sauerland, im Osten gen Haarstrang. Hengstenberg ist überzeugt davon: „Wir haben hier die einmalige Chance, Natur und Landschaft zu erhalten.“ Denn für das kreiseigene Gelände ist es ein Glücksfall, dass sich unterhalb des ehemaligen Herrensitzes ein Truppenübungsplatz anschließt – teilweise Naturschutz- und heute schon Naherholungsgebiet. Und auch Pedalritter haben neuerdings eine eigene Spur, rollen nur den Berg runter und landen auf dem Ruhrtalradweg. Oder sie kämpfen sich aus dem Flusstal hoch zur Kunst.

Die Anstrengung lohnt sich.

Simone Melenk

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2013-01-25 18:14
Kultur