Ingo Appelt redet sich um Kopf und Kragen
30.03.2009 | 07:45 Uhr 2009-03-30T07:45:00+0200
Unna. Er ist hart, klopft fiese Sprüche und kennt keine Anstandsgrenzen. Aber das ist den Gästen in der ausverkauften Stadthalle Unna am Samstagabend schon im Vorhinein klar. Wenn Ingo Appelt auf der Bühne steht, dann bekommen alle ihr Fett weg: Frauen, Männer, Politiker, Künstler, Lesben, Schwule.
Lustig ist es trotzdem. „Männer muss man schlagen” heißt nicht nur sein Programm, sondern auch die subtile Botschaft, die sich durch alle temporeichen Erzählungen und Kommentare zieht. Um sie zu übermitteln, streift Ingo Appelt nahezu jedes Thema an, auch wenn es längst Schnee von gestern ist: Doping im Radsport oder die Elefantenrunde am Kanzlerwahltag. Die Gags sind alt und verbraucht, das Publikum lechzt nach neuem Stoff.
Lacht der Sitznachbar?
In Sachen Politik stehe für Appelt aber eines fest, egal was Kritiker über Angela Merkel sagen: „Hochgeschlafen hat die sich nicht”, glaubt Appelt zu wissen. Und als treuer Staatsbürger habe er natürlich auch Merkels Foto im Schlafzimmer hängen. „Da guck ich immer drauf, wenn ich den Orgasmus herauszögern muss.”
Viele Zuschauer schielen zum Nachbarn. Sie sichern sich ab, lacht der, lachen sie auch. Es ist etwas anderes, einem Komiker zuzuschauen, der kein unbeschriebenes Blatt ist, aber auch keines vor den Mund nimmt. Appelts Witze leben von der Doppeldeutigkeit, lassen immer genau zwei Interpretationen zu, von denen die eine sarkastisch bis ins Mark ist. So sei heute das Problem vieler Männer, und besonders der Arbeitslosen, die fehlende Motivation. „Früher war alles besser, der Niki Lauda zum Beispiel, der hat gebrannt für seinen Job – der war Feuer und Flamme”, posaunt Appelt raus. Unglaublich sei es da, dass Schumacher sich still und heimlich verabschiedet habe, „und nicht mit einem großen Knall, wie es der Formel 1 würdig wäre.”
Ein bisschen Sex, meine Ruhe und ein Bier
Appelt kann aber nicht nur Sprüche klopfen, sondern auch Klavierspielen und dabei singen. Zwar in Bass-Tonlage, sodass die Zuschauer manche Textpassagen nicht verstehen können, der Refrain seines Liebeslieds kommt aber an: „Ein bisschen Sex, meine Ruhe und ein Bier – mehr will ich gar nicht von dir”, trällert der Komiker und glaubt für alle Männer im Saal zu sprechen. Fast drei Stunden lang redet sich Appelt um Kopf und Kragen, bis gegen Ende ein behinderter Zuschauer im Rollstuhl mit einem Autogrammwunsch auf ihn zurollt. Die anderen Gäste halten inne und die Luft an, rechnen mit einem bösen Appelt-Spruch. Doch Überraschung: „Du bist gleich der erste am Autogrammstand”, verspricht der Komiker nett und freundlich.
Ingo Appelt kann also doch auch anders.
10:57
@ThomasS
Sehr richtig bemerkt aber es gibt eben auch Menschen die etwas anspruchsloser sind, denen genügt eben Ingo A..
10:33
@Gnomenzicke: Es ist für die Qualität und Diskussionswürdigkeit des Beitrages abträglich, anderen Unverständnis, d.h. Dummheit zu unterstellen und gleichzeitig die Rechtschreibung von Grundschülern zu unterbieten.
10:20
@Gnomenzicke
Kann es sein, daß wir einen unterschiedlich hohen Anspruch an Humor haben ? Über Geschmack lässt sich sicherlich streiten, über den guten Geschmack jedoch nicht.
10:14
ups ich vergaß: Vergesst nicht euer Musikandenstadl einzuschalten....
10:13
Hui...Humorlose Biederne Dorfgreise anwesend ^^
Wenn ihr den Zynismus,seinen Schwarzen Humor nicht versteht,wenn ihr es nicht merkt das er viele Dinge ausspricht,die andere nur denken - dann tut IHR mir leid.
Aber Hauptsache ihr habt euer tägliches Feierabendbier ( übrigens ist man auch bei 1 Bier,auf das man sich Mittags für den Abend schon freut Alkoholsuchtgefährded),eure Ernte23 + Mütterchen in der Küche die das Bier und die Schnittchen holt.
Boah..wie kann man nur so Humorlos sein...
15:50
#5 ThomasS
Gut, bei Herrn Becker gehe ich davon aus, daß er in absehbarer Zeit nicht der Allgemeinheit durch Harz IV zur Last liegen wird. Bei Herrn A. hege ich da meine Zweifel, gebe ihm aber auch keine Chance da ich sofort einen anderen Fernsehsender einschalte, sollte er auftauchen.
14:32
Das mit der Berufsausbildung ist wohl auch nicht gerade ein angemessener Vorwurf. Für welchen konventionellen Beruf wäre denn z.B. Boris Becker geeignet?
Maximal könnte man ihm vorwerfen, dass sein Zynismus die Saat für den Erfolg dieser erbärmlichen deutschsprachigen Gangster-Rapper gelegt hat. Das halte ich für schlimmer, denn deren jugendliches Publikum ist leichter manipulierbar als die Erwachsenen, die freiwillig für Appelt zahlen.
Und um Missverständnissen vorzubeugen: Ich würde mir den Appelt auch nicht antun wollen.
13:52
..kenne Herrn Appelt nicht, seine Auftritte sind einfach nur dumm. Hat der Mann keine andere Berufsausbildung oder hat es dafür nicht gereicht ?
13:47
Genau das ist der Punkt.
Der ist privat ganz anders, der spielt nur eine Rolle auf der Bühne, um sein Publikum zu bedienen, das ja offensichtlich existiert. Insofern sind die zahlenden Besucher schuld, denn sie wissen ja, was sie erwartet.
Das ist selbst dem ************* der Zeitung klar.
Stellt sich nur die Frage, für wen dann diese Rezension geschrieben wurde ..
13:21
erst dann wenn ihn kein mensch mehr sehen will
aber solange da noch welche hinrennen ,mir wäre jeder cent zu viel eintrittsgeld für soviel blödsinn