Das aktuelle Wetter NRW 8°C
Fernsehen

Delling feiert 25-jähriges Arbeitsjubiläum - "Manchmal fühle ich mich alt"

24.06.2012 | 16:51 Uhr
Delling feiert 25-jähriges Arbeitsjubiläum - "Manchmal fühle ich mich alt"
Heute vor 25 Jahren hat Gerhard Delling erstmals über Sport im Fernsehen berichtet.Foto: imago

Hamburg.   Eine beängstigende Entwicklung hat das Fernsehen genommen, was die Technik angeht - zumindest in den Augen vorn Gerhard Delling. Ein Interview über die Sportschau, Experten im Fußball, technische Hilfen und Manfred Krugs Krawatten.

Am Montag feiert ARD-Sportreporter Gerhard Delling (53) sein 25-jähriges Arbeitsjubiläum. In Hamburg, beim Interview, ahnte Gerhard Delling noch nicht, dass er dies nicht bei der Europameisterschaft würde feiern können. Private Gründe zwangen zur vorzeitigen Rückkehr.

25-jähriges Arbeitsjubiläum – fühlen Sie sich gealtert?

Gerhard Delling: Wenn ich darüber nachdenke, was alles gewesen ist, fühle ich mich tatsächlich manchmal alt. Aber: Das Schöne an unserem Beruf ist, manchmal hat man natürlich mit älteren Kollegen zu tun, aber eben auch mit ganz, ganz vielen jungen. Und natürlich auch mit jungen Sportlern. So richtig bewusst wird mir das wahrscheinlich erst, wenn ich aufhöre, und dann werde ich in ein tiefes Loch fallen.

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie sich auf alten Fernsehbildern sehen?

Delling: Meine Frisur war damals ziemlich haarig. Meine Haare standen etwas zu Berge, eine Art Bürste, und ganz am Anfang hatte ich sogar noch einen Schnäuzer. Das hat heute vielleicht einen Unterhaltungswert, bis vor einigen Jahren hat es weh getan.

Und kleidungsmäßig?

Delling: Ich hatte ein Faible für ganz, ganz bunte Hemden.

Die Antwort der „Sportschau“ auf Jürgen von der Lippe ...

Delling: ... und Manfred Krug. Der hatte als „Tatort“-Kommissar eine Vorliebe für ganz bunte Krawatten. Das fand ich gut, damals – und da stehe ich auch zu.

Ist das moderne Fußball-Fernsehen etwas grauer geworden?

Delling: Zumindest von der Kleidung. Sonst nicht. Das Fernsehen hat eine geradezu beängstigende Entwicklung genommen, im Hinblick darauf, welche technischen Möglichkeiten wir heute haben, mit wie vielen Schnitten wir arbeiten, wie brillant die Bilder geworden sind. Früher waren wir ja froh, wenn wir sehen konnten, wie der Ball ins Tor flog.

Die Technik erlaubt mehr Präzision.

Delling: Nicht unbedingt. Es ist unheimlich schwer, die Kameras ganz genau einzustellen. Das hat Konsequenzen beim Abseits. Da können schon mal zwei Zentimeter entscheiden. Deshalb finde ich es klug, dass man sagt, im Zweifel für den Angreifer.

Wo stehen Sie beim Streit um Tatsachen-Entscheidung des Schiedsrichters oder Fernsehbeweis?

Delling: Ich kann nicht verstehen, dass wir die Mittel, die wir haben, nicht nutzen. Ich fände es als spielerisches Element gar nicht schlecht, wenn jede Mannschaft einmal pro Halbzeit den Fernsehbeweis in strittigen Fällen aufrufen könnte. Dann gäbe es grobe Ungerechtigkeiten nicht mehr, die schon darüber entschieden haben, wer zur EM fährt und wer nicht. Man könnte sogar dem Schiedsrichter eine Überprüfung in strittigen Fällen erlauben.

Vor einigen Jahren sind Fußball-Experten eingeführt worden. Brauchen Sie Sparring-Partner wie Mehmet Scholl oder Günther Netzer?

Delling: Nein! Die Gespräche mit Mehmet Scholl oder früher mit Günther Netzer waren bereichernd, waren eine Freude. Und Günter Netzer ist einer der besten Fachleute, die es im Fußball gibt. Aber auch der Journalist sollte so viel Wissen haben, dass er ein Spiel bewerten kann. Also „brauchen“ nicht, aber „haben“ ist durchaus bereichernd.

Was hat sich für Sie in 25 Jahren verändert?

Delling: Gravierend viel. Ich habe gelernt, loszulassen und mich auf Neues einzulassen. Die BBC hatte beispielsweise vor Jahren bei einem Spiel in Wembley einen Kreis um die Mauer gezogen, um den Abstand zum Schützen zu markieren. Erst haben wir gesagt, das ist eine Spielerei. Aber uns war auch sofort klar, das sieht doch gut aus und ist ein neues, zusätzliches Element. Ich hoffe nur, dass bei der rasanten technischen Entwicklung nicht das Menschliche auf der Strecke bleibt. Wir haben in unserer Redaktion ein Mannschaftsgefühl.

Elf Freunde?

Delling: Elf Freunde ist vielleicht übertrieben. Aber gerade bei der „Sportschau“ sind wir tatsächlich auch kameradschaftlich sehr eng zusammengewachsen.

Jürgen Overkott



Kommentare
Aus dem Ressort
"The Voice of Germany"-Liveshow endet dramatisch für Favorit
The Voice of Germany
Die erste Liveshow von "The Voice of Germany" mündete für Rapper und Mitfavorit Alex Hartung in einem dramatischen Ende. Die neue Duell-Form Clashes waren eine Offenbarung für die Stimmen in der Musikshow. Moderator Thore Schölermann hatte mit peinlichen Aussetzern zu kämpfen.
„Tatort“ – wie weit darf Loyalität bei der Polizei gehen?
Tatort
Kumpanei bei der Polizei im "Tatort Stuttgart": Bootz (Felix Klare) steckt nach einem Todesschuss bei einer Geiselnahme in einem Loyalitätskonflikt. Doch was hat sich wirklich zugetragen? Regisseur Till Endemann erzählt die Geschichte spannend. Zudem ist der Krimi gut besetzt.
Blinde Duisburgerin siegt bei ARD-Show „Klein gegen Groß“
Fernsehen
Die zwölfjährige Schülerin des Steinbart-Gymnasiums begeisterte mit ihrem „absoluten Gehör“ bei der ARD-Show „Klein gegen Groß“, die am Samstagabend ausgestrahlt wurde. Sie gewann das Duell gegen die US-Stargeigerin Lindsey Stirling, bei dem sie die Füllhöhe von Wassergläsern am Klang erriet.
Abrissbirne rammt Joko: Schulter verletzt, Show unterbrochen
Joko und Klaas
Erstaunlich konservativ verlief die letzte Sendung von „Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt“ in diesem Jahr. Dennoch musste sie wegen einer Verletzung unterbrochen werden. Immerhin: Das gefährlichste Tier der Show war eine Seekuh - und Klaas spielte mit Vielleicht-Kannibalen Kniffel.
Essener FDP fordert Richtigstellung von ARD-Magazin Monitor
EBE-Skandal
Das ARD-Magazin „Monitor“ brachte einen Beitrag zum Thema „Postengeschacher bei kommunalen Unternehmen“. Dabei unterlief den Machern ein Fehler: Statt des ehemaligen Geschäftsführers der Entsorgungsbetriebe Essen wurde der FDP-Fraktionschef im Essener Rat gezeigt. Bei der FDP ist man sauer.
Umfrage
Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

 
Fotos und Videos
Die "WWM"-Gewinner
Bildgalerie
Wer wird Millionär
Das war "Wetten, dass..?"
Bildgalerie
TV-Show
1500 Folgen Lindenstraße
Bildgalerie
Fernsehen
So viel verdienen die TV-Stars
Bildgalerie
Stars