Über die tägliche Flut von englischen Begriffen
13.09.2008 | 12:28 Uhr 2008-09-13T12:28:00+0200
Die Siegerländer Leserinnen und Leser der WR-Ortsausgabe werden sich möglicherweise wundern: Alle Artikel, ob kurze Meldungen oder lange Berichte, sind am Samstag Englisch- und weitgehend auch Fremdwortfreie Zone. Anlass ist der „Tag der deutschen Sprache”.
Ausnahmen gibt es nur wenige: Sie finden einige englische Begriffe, die zur Erklärung erforderlich sind, in diesem Artikel und in den beiden Meinungsbeiträgen auf dieser Seite. Und unter der Rubrik „Guten Morgen” haben wir mal aufgelistet, welche (d)englischen Begriffe im Laufe eines einzigen Tages in der Redaktion ankommen. Natürlich haben wir auch Begriffe wie „Musik” (griechisch = Tonkunst) stehen lassen, und natürlich übersetzen wir englische Filmtitel im Kinoprogramm ebenso wenig wie „Kanon”, den Titel eines von Dr. Knut Lohmann besprochenen Buches. Im Kollegenkreis haben wir lange darum gerungen, ob solch eine Ausgabe wie die heutige überhaupt Sinn macht – angesichts einer Flut von Begriffen vor allem aus dem Englischen, mit denen die Menschen täglich überschüttet werden. Speziell in der Werbung, so scheint es, will (oder kann?) kaum ein „Texter” noch auf Begriffe von der britischen Insel verzichten. Mehr als 31 000 Mitglieder setzen sich im Verband Deutsche Sprache (VDS) seit über 10 Jahren für die Erhaltung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt Europas ein. Gegen „sprachliche Unterwerfung”, wie es die englische Presse („linguistic submissiveness”) nennt, wehrt sich auch die VDS-Gruppe im Kreis Siegen-Wittgenstein, „Wortreich 57”. Sie „kann auf Funeralmaster, Facility Manager oder Funcard verzichten und zeigt auch Alternativen auf”. Die Redaktion möchte natürlich von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, gerne wissen, wie Sie Ihre heute weitgehend Englisch- und Fremdwortfreie WR finden. Bitte schreiben Sie uns oder diskutieren Sie mit - hier im weltweiten Netz in DerWesten.

16:04
Meine Entdeckung der Woche muß ich einfach beisteuern; in der Kühltheke eines Supermarktes:
Bacon-Speck -vorgeschnitten.
Das ist doch hochintelligent, oder?
22:09
Nur schade, daß die Pfeifen bei Telekom und Bahn kein Deutsch können. Wie sollen Ausländer denn mit dem dort geschriebenen Schwachsinn klarkommen?
.....Sinn macht: ich glaube der Urheber war Altkanzler Helmut Schmidt, der das aufbrachte. Es ist die englisch geformte Art zu sagen, daß etwas Sinn hat.
Übrigens gibt es kein Nichtsdestotrotz, (Trotzdem+Nichtsdestoweniger), das hat ein Spaßvogel erfunden und selbst Reporter machen (ungewollt) mit.
Es gibt auch keinen Fakt, sondern nur das Faktum.
Urheber war wohl AltVorsitzender Walter Ulbricht.
Seine Halbbildung kann man mit hübschem Englisch beweisen: Er ist schwer auf Draht heißt auf Englisch He is heavy on wire!
18:42
Ich finde es schon sehr entgegen kommend, dass der Kaufhof uns das Sale übersetzt in Klammern reduziert. Klasse
17:56
Si! Und raundäbaut 1 Jahr später:
what shalls?
13:28
...ob solch eine Ausgabe [..] Sinn macht...
Bei diesem Satz entgegnet einem heutzutage doch schon jeder Hauptschüler das Sprüchlein: Das heißt Sinn ergeben!
@#1: Blabla. Immer diese Paranoiden, die zu wenig selbstbewusst sind, Fremd- und Lehnwörter aus anderen Sprachen nach Belieben verwenden zu lassen, zu kreieren und zu verwenden – oder dasselbe eben sein zu lassen...
16:36
Wir brauchen weder die englische Sprache noch den Manchesterkapitalismus. Wir leben hier in Deutschland. Danke, WR!