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Trainer-"Loose" Sportfreunde Siegen

30.09.2007 | 14:53 Uhr

Paukenschlag am Samstagmorgen. Sportfreunde-Cheftrainer Ralf Loose unterbreitete zunächst seinem "Ziehvater" Manfred Utsch und dann dem Aufsichtsrat, dem Vorstand sowie den Sportlichen Leiter Heinz Knüwe darüber, dass er mit sofortiger Wirkung z

Siegen.Am Abend zuvor, im Heimspiel gegen Bayern München II (1:1), wusste im Siegener Leimbachstadion wohl nur der vom DFB per Spielsperre auf die Tribüne verbannte Ralf Loose selbst, dass es für ihn das letzte Spiel als Cheftrainer für die Sportfreunde sein würde. Er hatte seit einiger Zeit mit dem Zweitligisten FC Augsburg verhandelt und Mitte der Woche dann die Gunst der Stunde genutzt, nachdem der bisherige FCA-Trainer Rainer Hörgl, trotz eines 2:0-Sieges gegen den VfL Osnabrück, am Dienstag aus persönlichen Motivationsgründen ("Mir fehlt das Feuer") völlig unerwartet seinen Rücktritt erklärt hatte.

Vertrag in Siegen bis 2011 - aber mit Ausstiegsklausel

Und während Hörgl am Freitagabend in Paderborn zum letzten Mal auf der Bank saß, schaute sich Loose aus einer der Glaskabinen unterm Dach des Leimbachstadions seine Spieler gelassen aus der Vogelperspektive an. Nur wenige Stunden später, gegen vier Uhr morgens, waren die Augsburger Spieler nach der Rückkehr von der Partie in Paderborn (1:1) über ihren neuen Trainer Ralf Loose in Kenntnis gesetzt worden.

In der Augsburger Presse wurden die derzeit vereinslosen Trainer Falko Götz, Volker Finke, Michael Frontzeck, Klaus Augenthaler und Lothar Matthäus als Kandidaten genannt. Und so wurde die Nachricht, dass nun der Wahl-Liechtensteiner den vakanten Trainerjob übernehmen wird, sowohl in Augsburg als auch in Siegen mit großer Überraschung entgegengenommen.

Der von der Entwicklung überraschte Vorstandsvorsitzende Christoph Hansen trug die Nachricht aber mit Fassung und erklärte im Gespräch mit der WR: "Wir wussten, dass Ralf Loose für andere Vereine interessant ist. Und wir wussten auch, dass er eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag hatte. Irgendwann war mit einer solchen Nachricht zu rechnen. Und es traf auch uns nicht ganz unvorbereitet."

Blick zurück: Der heute 44-jährige Ralf Loose, der nach wie vor mit Ehefrau Andrea und Töchterchen Aida (5) seinen Hauptwohnsitz in Vaduz, der nur 5 200 Einwohner zählenden Hauptstadt Liechtensteins hat, war im Juni 2006 wohl nur deshalb zum zweiten Mal für ein Traineramt in Siegen zu begeistern, weil dem Dortmunder Ex-Profi ein lukratives Paket geschnürt worden war. Ehrenpräsident Manfred Utsch wollte seinen Wunschtrainer, der die Sportfreunde ein Jahr zuvor in die 2. Liga geführt hatte, mit aller Macht zurück. Das kostete zum einen viel Geld - zum anderen ließ sich Ralf Loose einen cleveren Vertrag, der nach WR-Informationen bis 2011 (!) Gültigkeit hatte, mit einer einseitigen Ausstiegsklausel versehen. Und die galt nicht nur im Falle eines Angebotes aus der 2. Liga oder dem Ausland - sondern jederzeit.

Zu den Beweggründen, Siegen den Rücken zu kehren, erklärte Ralf Loose, er habe "den FC Augsburg schon seit längerer Zeit verfolgt. Dort wird perspektivisch gearbeitet. Das riesige Zuschauerpotenzial und der Ausblick auf das neue Stadion waren für meine Zusage ebenso wichtig wie die ehrgeizigen Ziele des Vereins." Die größere Nähe zu Vaduz wird dann noch das Zünglein an der Waage gewesen sein.

Ehrgeizige Ziele, die hat ein Ralf Loose, durch und durch Profi, schon immer gehabt. Im WR-Interview im Trainingslager auf Mallorca 2005 sagte Loose: "Erste Bundesliga, oder irgendwann Mal bei einem Top-Team in Spanien zu arbeiten, das wär` was."

Von Frank Steinseifer

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