Skurriles Musik-Spektakel
10.07.2009 | 17:23 Uhr 2009-07-10T17:23:00+0200Die Musik mancher Bands ist schwer in Worte zu fassen. Und sicherlich sind die Secret Chiefs 3 eine dieser Gruppen. Jedoch dürfte sicher sein: Bei ihrem Konzert im Vortex legte die Band aus San Francisco eine Menge Wert auf gelebte Spontanität.
Freunden von Led Zeppelin oder Jethro Tull hätte der Auftritt sicherlich Freude bereitet. Drei Teile hatte das Programm. Jeder war vollkommen verschieden: Mal saßen die Musiker mit langen schwarzen Mänteln auf der Bühne und verloren sich in orientalisch anmutenden Klangeskapaden. Ganz anders der Einstieg: „Surf-Sounds” aus den sechziger Jahren. Als letzten Teil brachten die Musiker um den Produzenten Trey Spruance ein skurriles Rock-Durcheinander auf die Bühne. Das alles war so kurzweilig, dass kaum auffiel, dass die Band vollkommen ohne Gesang auskam.
Dazu trug auch die Auswahl der Instrumente bei: Violine, Trompete und eine türkische Laute, genannt Saz, erweiterten das stilistische Spektrum der Secret Chiefs 3 ungemein. Das jedoch nicht, weil das klassische Rock- Instrumentarium einseitig geklungen hätte. Denn allein was die Band mit Gitarren, Bass und Schlagzeug erzeugte, grenzte an Zauberei. Dumpf grollten bloß mit dem Handballen gegriffene Saiten. Der E-Bass hatte zusätzliche Bundstäbchen, um Vierteltonschritte darstellen zu können.
Improvisation im
Prozess des Spielens
„Wir haben recht einfache Songstrukturen”, erklärte Trey Spruance die Improvisation der Band. „Darauf entstehen dann beim Spielen neue Harmonien”. Aber auch die Rhythmik war nicht nur fest vorgegeben. So war die gute Kommunikation zwischen Schlagzeug und Bass zu erkennen: Alles kam völlig souverän auf den Punkt, wenn auch frei improvisiert. Wie bei der gesamten Band. Das kleinste Zucken der Augenbrauen schien anzudeuten, was als nächstes passieren könnte. Teils so ungeplant aus dem Prozess des Spielens heraus, dass die Musiker nach dem Auftritt erst einmal besprachen, was sich an Harmonien ergeben hatte.

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