Nichts ist unmöglich: Schwarzgurt mit 61
20.01.2009 | 18:08 Uhr 2009-01-20T18:08:02+0100"Nichts ist unmöglich", heißt es bei Toyota. Was für japanische Autos gilt, macht auch für die japanische Kampfsportart Karate offenbar Sinn: Denn im fortgeschrittenen Alter von 61 Jahren hat Edelgard Weber die Prüfung zum 1. ...
... Dan im Karate bestanden und ist nun stolze Trägerin des Schwarzgurtes. Den Weg zum asiatischen Kampfsport fand sie vor zwölf Jahren eher zufällig über ihre Tochter, die sie zum Karatetraining begleitete, die jedoch bald die Lust am Karate verlor. Edelgard Weber blieb.
"Ich litt unter starken Rückenschmerzen, vor allem im Winter war es schlimm. Im Karatetraining habe ich eine Möglichkeit gesehen, mit regelmäßigem Training dagegen etwas zu unternehmen. Mittlerweile habe ich keine Rückenschmerzen mehr und bin stolz, die hohe Prüfung geschafft zu haben", sagt Edelgard Weber, die für zweimal pro Woche aus Rommerskirchen bei Dormagen nach Hagen reist, um im Karate- und Fitness-Center an der Sedanstraße zu trainieren. "Ich wollte beim Verband IKF bleiben, da lag der nächste Verein in Hagen, nachdem sich bei uns in der Gegend alle mehr dem Wettkampfkarate verschrieben haben, aber das entartet leider immer mehr in Richtung Kickboxen", sagt Edelgard Weber über ihre Motive.
Sie bezeichnet sich nicht als Leistungssportlerin. "Mir geht es um Fleiß und Selbstdisziplin, beides wird beim Karate geschult. Ich habe auch nie daraufhin trainiert, für Kampf- oder gefährliche Situationen im Alltag zu werden. Das war auch nie ein Grund mit Karate erst anzufangen und dann weiterzumachen", sagt die Hausfrau. Gleichwohl sei die Prüfung hart gewesen, "da wird einem nichts geschenkt, auch wenn in unserem Alter nicht mehr im Freien Kampf geprüft wird".
Mohamed Oussar ist ihr langjähriger Trainer in Hagen: "Man kann die Prüfungsanforderungen beim Karate ungefähr mit dem Deutschen Sportabzeichen vergleichen. Selbstverständlich muss ein 50-Jähriger nicht das vormachen, was von einem 30-Jährigen erwartet wird. Einfach ist es aber nicht, mit 61 so eine Prüfung zu bestehen, Frau Weber hat sich das mit viel Fleiß erarbeitet."
Und sie bestätigt Mohamed Oussar, von Beruf Dolmetscher, in seiner Zielsetzung, ältere Menschen für das Karate zu gewinnen. "Vor 13 Jahren haben wir eine Ü30-Gruppe aufgemacht, mittlerweile treffen sich dort regelmäßig rund 30 Leute, unter ihnen viele Paare. Der älteste Teilnehmer ist 71 Jahre", berichtet Oussar.
Der 51-Jährige trägt den 6. Dan im Shotokan-Karate und ist auch Trainer in den Vereinen TuS 02 Eintracht Eckesey und Post SV Hagen: "Edelgard Weber macht vielen älteren Menschen Mut, sich sportlich zu betätigen und ist auch ihren jüngeren Vereinskameraden ein Vorbild", sagt er und Frau Weber ergänzt: "Ich möchte so lange wie möglich dabei bleiben. Karate bereichert mein Leben."
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