„Keine Kreditklemme für die Mittelständler”
15.03.2010 | 17:58 Uhr 2010-03-15T17:58:00+0100
Siegen. Vor einem Jahr hatte die Wirtschaftskrise ihren Tiefpunkt erreicht. Seit Mitte letzten Jahres geht es wieder aufwärts...
...langsam, aber sicher. Die Geschäftsleitung der Deutschen Bank-Region Siegen-Sauerland erwartet für 2010 eine deutlich bessere Entwicklung.
Entsprechend zufrieden fiel die Bilanz aus, die Mark Sauer, Leiter der Marktregion Siegen-Sauerland, für die zweite Jahreshälfte 2009 und die ersten Monate 2010 zog: „Wir konnten die Zahl unserer Kunden auf hohem Niveau halten.” Die deutsche Bank betreut in der Region 110 120 Privat- und Geschäftskunden, davon in Siegen rund 35 500.
Kunden sind kritischer geworden
Das Geschäftsvolumen in der Marktregion wuchs gegenüber 2009 um 1,3 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, in Siegen lag es bei rund 1,1 Milliarden Euro. Auch das Personal wurde – so Mark Sauer – gehalten: In der Region betreuen 167 und in Siegen 51 Mitarbeiter die private Kundschaft.
Die Krise hat dennoch ihre Spuren hinterlassen. „Die Kunden sind kritischer geworden”, stellte Mark Sauer fest. Und sie legen ihr Geld konservativer an. Nach Meinung der Banker wird immer noch zu viel auf dem Sparbuch geparkt – dabei könne man mit Rentenwerten und auch wieder mit Aktien höhere Renditen erzielen. „Eine gewisse Sorglosigkeit” stellt die Deutsche Bank-Geschäftsführung im Siegerland beim Umgang mit der privaten Altersversorgung fest – man verlasse sich noch zu sehr auf den Staat.
Hans-Werner Bieler, zuständig für die Firmenkunden in Siegen, betont, dass die Bank dem Mittelstand ausreichend Kredite zur verfügung stellt: „Wir sehen bisher keine Kreditklemme.” Insgesamt sei das erste Halbjahr 2009 für die Unternehmen „von Einbrüchen gezeichnet” gewesen. Die zweite Hälfte sei auch für die Firmenkunden deutlich besser verlaufen. Am härtesten traf die Krise die Maschinenbauer: „Sie hatten 2009 kaum Aufträge.” Auch momentan seien die Bücher noch leer. Die Branche brauche dringend Nachfrage aus dem Inland. Überraschend gut habe der Automotive-Bereich die Krise überstanden – obwohl er von der Abwrackprämie kaum profitiert habe, weil er vorwiegend die deutschen Premiummarken beliefere. Insolvenzen habe es trotz der Krise erstaunlich wenige gegeben: „In unserer Region haben die Unternehmen bessere Eigenkapitalquoten als woanders.”
Diskretes Geschäft mit großen Vermögen
Um die besonders vermögenden Kunden kümmert sich Andreas Muhl – und davon scheint es eine ganze Reihe zu geben. Zahlen teilte er auf der Jahrespressekonferenz in der Filiale Siegen nicht mit: „Das ist ein sehr diskretes Geschäft.” Auch in diesem Bereich hätten sich die Anleger eher defensiv verhalten: „Die Kunden wollen keine riesigen Vermögensverluste erleiden.” Unter anderem waren Rentenwerte gefragt – was auch zu guten Renditen geführt habe. Jetzt investiere die vermögende Kundschaft wieder verstärkt in Aktien. Wobei der Blick auch in den asiatischen Raum gehe. Andreas Muhl: „China und Indien haben eine enorme Dynamik.”
Mark Sauer kündigte an, das die Deutsche Bank in Siegen Schulpatenschaften anbieten möchte: „Wir wollen helfen, die Schüler auf die Berufsausbildung vorzubereiten.”

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