Gottschalks Wechsel zu RTL ist peinlich
22.06.2012 | 18:58 Uhr 2012-06-22T18:58:00+0200Man muss kein Gottschalk-Fan sein, um an diesen Erkenntnissen nicht vorbei zu kommen: Der nicht altern wollende Blonde hat wohl für alle Zeiten dem Samstagabend-Spaß „Wetten, dass..? seinen Stempel aufgedrückt. Er ist der Entertainer unter den deutschen Entertainern. Er kann’s am besten. Er ist der Dampfplauderer, den das Publikum freiwillig nie hergegeben hätte.
Jetzt wird’s aber richtig peinlich. So peinlich wie es immer wird, wenn Lichtgestalten den richtigen Zeitpunkt für einen würdevollen Abschied verpassen. Dies gilt für die Helden aus der volksnahen Unterhaltung ebenso, wie für die aus Sport, Kultur und anderen ähnlich wichtigen Bereichen der Gesellschaft.
Offenkundig ist niemand da, der Thomas Gottschalk ordentlich berät. Niemand der ihm sagt, dass sich der Wechsel von den Öffentlich-Rechtlichen zu RTL und dann auch noch an die Seite von Oberproll Dieter Bohlen verbietet. Deshalb verbietet, weil ein denkender Gottschalk sich niemals zum Supertalent-Juroren und Co-Moderatoren dieses kaum genießbaren Modern Talkers degradieren ließe. Also hat er vor dem Wechsel in dekadente TV-Niederungen wohl nicht nachgedacht. Oder er hat sich nach der katastrophalen Niederlage mit dem ARD-Talk „Gottschalk Live“ aus Gründen fehlleitender Eitelkeit für Bohlen entschieden. Vielleicht ist es auch nur das Geld, mit dem RTL lockt. Davon hat er allerdings mehr als genug.
Gottschalk hat also die Orientierung verloren und ist dabei, seinen Namen nachhaltig zu ruinieren. Schade ist das – und peinlich zugleich.

07:56
Peinlich?
Peinlicher finde ich es allerdings, dass der Chefredakteur einer seriösen Tageszeitung es sich nicht verkneifen kann ein solches "Nicht-Ereignis" als Hauptkommentar auf Seite 1 zu platzieren (und noch selbst zu schreiben). In der Printausgabe. Ich dachte ich sehe nicht richtig.
"Er ist der Entertainer unter den deutschen Entertainern. Er kann’s am besten. Er ist der Dampfplauderer, den das Publikum freiwillig nie hergegeben hätte."
Wow!
Den Terminus Dampfplauderer würde ich ansonsten selbst zunächst einmal mit einer negativen Konnotation betrachten, und mit Bezug auf Herrn G. passt er (für mich) dann durchaus. Schmieriger Altherren-Humor kommt mir auch noch in den Sinn, aber unabhängig davon: Er geht zu RTL und in der WR wird das auf der ersten Seite oben links kommentiert? Vom Chefredakteur?
Meine Güte!
Meine bange Frage: Was kommt als nächstes? Justin Bieber kann sich selbst die Schuhe zubinden?
Ich finde den Kommentar sehr zutreffend vielleicht noch zu verhalten, den peinlich ist gar kein Ausdruck. Thomas Gottschalk scheint den Sinn für die Realität vollkommen verloren zu haben, wenn ichs nicht besser wüßte würde ich sagen der hat Alzheimer. Er leidet wahrscheinlich unter Öffentlichkeitssucht. Für Medienpräsenz klettert er nun sogar in die Mülltonne, Geld wird er doch wohl genug haben.