"Fluch der Karibik" und Beethoven
15.03.2010 | 17:18 Uhr 2010-03-15T17:18:00+0100
Siegen. Die Schüler der Streicherklassen fünf und sechs saßen schon mit ihren Instrumenten auf der Bühne des Gymnasiums am Löhrtor...
...da erschien eine finstere Gestalt, die sich als Steuermann Gibbs vorstellte. Richtig! Im Programm war ja zu lesen: „Fluch der Karibik”.
Filmmusik also, von Musikschulleiterin und Dirigentin Angelika Braumann arrangiert und so nach Schwierigkeitsgraden gestuft, dass die jeweils nachfolgenden Teile vom Unterstufenorchester und dann vom Mittelstufenorchester vorgetragen werden konnten.
Früh mit richtiger Musik auf die Bühne
Das nach und nach sich entwickelnde Klangbild gab Anlass zu der Feststellung, wie wichtig es doch ist, wenn Musikschüler schon ganz früh mit „richtiger” Musik auf die Bühne geschickt werden - allein schon aus Gründen der Motivation.
Es war geschichtlich und musikdidaktisch ein großer Sprung, den Moderator Hans-Otto Seinsche danach ankündigte und mit einer Befragung der Solistin einleitete. Das war Abiturientin Annette Rudek, die begleitet vom Jugendsinfonieorchester unter Leitung von Siegfried Fiedler das Allegro aus Bachs Violinkonzert E-Dur spielte - sicher eine bemerkenswerte Leistung, der Iris Pfleging, ebenfalls Abiturientin, einen erstaunlichen Vortrag des Allegros aus einem Fagottkonzert von Danzi folgen ließ. „Immer locker bleiben!” hatte sie dem Moderator auf seine Frage geantwortet, wie sie es fertig brächte, Konzert- und Abiturvorbereitung miteinander zu verbinden. Das Rezept scheint zu funktionieren.
Im zweiten Teil kam die Vokalmusik zu ihrem Recht: Der kleine und der erweiterte Chor präsentierten sich unter Leitung von Valeria Solbach mit gefälligen und auch gut gestalteten Arrangements aus Musical und Hitparade. Und die Dirigentin bewies mit einer Arie aus Händels Oper „Rinaldo”, dass sie selbst auch Klassisches singen kann. Dazwischen gab es noch eine Besonderheit: Das Jugendsinfonieorchester spielte Kompositionen eines Abiturienten.
Ouvertüre zu Goethes „Egmont”
Alexander Müller hatte sie „Barocke Stücke 1 und 3” genannt; aber sie erschöpften sich nicht in der Imitation historischer Stilmerkmale, sondern hatten durchaus eigenen Charakter.
Zum Abschluss dann spielte das Jugendsinfonieorchester eindrucksvoll eines der großen Dokumente von Beethovens musikalischen Freiheitsutopien: seine Ouvertüre zu Goethes Schauspiel „Egmont”. Mit viel zustimmendem Beifall wurden alle Beteiligten verabschiedet.

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