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Ein Signal gegen den Fachkräftemangel

20.05.2012 | 18:44 Uhr

Ohne das übliche Säbelrasseln und mit nur einer Warnstreikwelle ist die Tarifrunde für eine deutsche Schlüsselbranche über die Bühne gegangen. Vom Ergebnis profitieren beide Tarifpartner: Mit 4,3 Prozent Lohnsteigerung und Übernahme-Anreizen für Auszubildende senden die Arbeitgeber ein wichtiges Signal gegen den Fachkräftemangel. Die sieben Milliarden Euro, die der Abschluss die Wirtschaft kosten mag, sind deshalb gut angelegt. Und nach Abzug der Inflation haben die Beschäftigten mehr Geld in der Tasche.

Auch mit dem „Frieden“ um die Leiharbeit, wie ihn Gesamtmetall-Präsident Kannegießer nennt, können sich beide Lager gut schmücken. Die Arbeitgeber behalten ihre Flexibilität und können weiter Auftragsspitzen mit Zeitarbeitern abfangen. Dass sie gute Leute nach zwei Jahren übernehmen müssen, beugt auch dem Fachkräftemangel vor.

Die IG Metall indes hat den Einfluss ihrer Betriebsräte gestärkt und kann einen Etappensieg bei ihrem Kampf gegen die zunehmende Spaltung der Belegschaft in den Unternehmen verbuchen. Die zwei Welten aus Stamm- und Leiharbeitern werden ein Stück weit vereint.

Frank Meßing

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Kommentare
21.05.2012
19:12
Ein Signal gegen den Fachkräftemangel
von kuba4711 | #2

Einen Frieden mit der Leiharbeit wird es aus der Sicht eines Betriebsrates der IG -Metall niemals geben.
Der vorliegende Tarif - Abschluß ist eine Zwischen -Etappe !
Nicht weniger ,aber auch nicht mehr.
Als Mitglied eines starken Betriebsrates darf ich im übrigen berichten ,dass in unserer Belegschaft ,die an meinem Standort cirka 4500 Mitarbeiter stark ist ,lediglich 35 Leiharbeiter -per Sondergenehmigung - werkeln dürfen!
Und dies obwohl unsere Branche derzeit eine strukturelle Krise durchläuft!
Wo ein Wille ist ,da ist bei starkem Organisationsgrad und Kampfes -Willen auch durchaus ein Weg!
Was die Übernahme der Azubis betrifft , so komme ich aus einem Tarif -Bezirk in dem der Arbeitgeber -Präsident - mit dem Namen Dulger - bisher seine Lehrlinge lediglich über eine eigens gegründete Leiharbeits -Firma weiter beschäftigt!
Dies sind die sog. Arbeitgeber -Vertreter ,die ständig etwas von Fachkräfte -Mangel schwadronieren!

20.05.2012
20:37
Ein Widerspruch in sich und wo bleiben die "Boni" für Leiharbeiter?
von nachdenken | #1

Die Arbeitgeber behalten ihre Flexibilität und können weiter _Auftragsspitzen_ mit Zeitarbeitern abfangen. Dass sie gute Leute nach _zwei_ (?) Jahren übernehmen müssen, ...
Ganz bequem können die Leute nach zwei Jahren ausgetauscht werden.
Auftragspitzen - wie lange dauern die denn so im Allgemeinen?
Und kein Wort über die Bezahlung der Leiharbeiter..., besser als Stammarbeiter wegen der hohen Flexibilität, hohen Qualitfikation (schnelle Einsetzbarkeit in unbekannte Arbeitsgebiete) und Unsicherheit des Jobs?
Das sind doch die Gründe, weswegen befristet eingestellte "Manager" hohe Boni zum eh schon hohen Gehalt erhalten, also warum mit zweierlei Maß messen?.

Aber es besteht doch Grund zur Hoffnung: Dass nämlich, wie jetzt schon im Gastgewerbe, mit den Füßen abstimmt wird, wer die besten Arbeitskonditionen bietet.

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