Wissenschaftler sind Entstehung von Parkinson auf der Spur
06.08.2012 | 08:45 Uhr 2012-08-06T08:45:00+0200
Graz. Forschungen an der Karl-Franzens-Universität in Graz haben neue Erkenntnisse über die Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer oder Creutzfeldt-Jakob hervorgebracht. Damit ist auf dem Weg zu wirkungsvollen Therapien gegen diese Art von Krankheiten ein großer Schritt getan.
Einem Schlüsselmechanismus bei der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen wie Parkinson , Alzheimer , Creutzfeldt-Jakob und Chorea Huntington sind Wissenschaftler der Karl-Franzens-Universität in Graz auf der Spur. Sie konnten im Detail beobachten, wie eine Wechselwirkung mit dem körpereigenen Protein SERF zum krankhaften Zusammenklumpen bestimmter anderer Proteine führt. Damit sei die Forschung der Entwicklung von wirksamen Therapien einen Schritt näher gekommen, heißt es in einer Pressemitteilung der Hochschule. Die Studie wurde Ende Juli im Fachjournal "Cell Reports" veröffentlicht.
Bei neurodegenerativen Krankheiten verlieren bestimmte Proteine ihre ursprüngliche dreidimensionale Struktur. Sie verbinden sich zu fadenförmigen Fasern, sogenannten "Amyloiden". Diese können ihre biochemischen Aufgaben in den Zellen nicht mehr erfüllen. Amyloide Ablagerungen lassen sich in sterbenden Neuronen im Gehirn nachweisen. Fabio Falsone von der Grazer Universität konnte nachweisen, dass das Protein SERF die krankheitsfördernde Faserbildung beschleunigt. Das Eiweißmolekül komme in den meisten Körperzellen vor und scheine ein einzigartiger amyloidfördernder Faktor zu sein, sagte der Wissenschaftler. Im nächsten Schritt wollen die Forscher nun herausfinden, aus welchem Grund SERF den schädlichen Verklumpungsprozess in Gang setzt. (dapd)
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