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Interview

Ein Blondschopf mit Köpfchen

24.05.2012 | 19:00 Uhr
Ein Blondschopf mit Köpfchen

Der „Verstehen Sie Spaß?“-Moderator erweist sich in seinem neuen Bühnen-Programm „Cantz schön clever“ als Schlaumeier.

Hinter seiner Stirn rattert ein Superhirn: Aktuell vergoldet „Verstehen Sie Spaß?“-Moderator Guido Cantz (40) seinen Hang zur Schulmeisterei und präsentiert analog zum neuen Buch „Cantz schön clever“ auch ein gleichnamiges Bühnenprogramm vor. Wir sprachen mit dem „König von Porz“.

Herr Cantz, Sie spielen hobbymäßig beim SSV Troisdorf 05. Ist Fußball der einzige Bereich, wo Sie keinen Spaß verstehen?

Cantz: Ja, ich erwische mich immer dabei. Ich bin zwar gut gelaunt auf dem Platz, aber Zweikämpfe möchte ich schon gewinnen.

Ehrgeiz haben Sie auch bei „Schlag den Star“ bewiesen…

Cantz: Aber ich war nicht zufrieden mit mir, ich habe ja auch verloren. Mein einziger Trost ist, dass ich Stefan Raab im Quiz geschlagen habe.

Mal schauen, ob Sie dazugelernt haben: „Welcher Tennisspieler hat neben Björn Borg fünfmal in Folge Wimbledon gewonnen?“

Cantz: Oh, das habe ich damals falsch beantwortet. Aber ich glaube, es war Roger Federer.

Richtig! Oder um Ihren neuen Programmtitel zu bemühen: „Cantz schön clever“. Wie
kamen Sie auf die Idee, einen Comedyabend rund ums Wissen aufzuziehen?

Cantz: Weil ich so zwei Bereiche verbinden kann, die mir Freude bereiten: Zum einen Humor und zum anderen mein Hang zur Klugscheißerei – was für mein Umfeld nicht immer so lustig ist. Aber ich bin jemand, der gerne nachguckt, warum etwas ist, wie es ist, oder warum etwas heißt, wie es heißt. So kam es zum „Comedyprogramm mit Klugscheiß-Garantie“.

Sie wollen aber jetzt nicht die Volkshochschule überflüssig machen, oder?

Cantz: (lacht) Nein. Mit der VHS habe ich schon lange nichts mehr zu tun gehabt. Außer bei einem Spanischkurs vor ca. 500 Jahren. Die Menschen sollen bei mir dazulernen, aber ich will sie vor allem auch amüsieren.

Sie erklären im Programm u.a., wie man mit einer Banane eine Bierflasche öffnet. Wollen Sie Affen zu Alkoholikern machen?

Cantz: Moment! Es ist ja noch gar nicht raus, ob man das wirklich kann. Ich stelle nur die Frage, ob es möglich ist.

Und? Ist es möglich?

Cantz: Das verrate ich erst im Bühnenprogramm.

Ihr Nachname dient Ihnen als Reservoire für diverse Wortspiele. Standen auch Titel wie „Cantztagsschule“ oder „Cantze vergessen“ zur Diskussion?

Cantz: „Cantze vergessen“ eher nicht. Ich hoffe nur, dass die Leute nachher sagen: „Cantz toller Abend“.

Woher kommt der Name Cantz eigentlich?

Cantz: Oh, ich habe einen ganz langen Stammbaum. Wir haben auch ein schönes Familienwappen mit einem Pferd…

… auf dem Flur?

Cantz: (lacht) Leider nicht. Es könnte aber sein, dass ein Vorfahre von mir mal als Hofmarschall für Pferde zuständig war.

Seit 2010 moderieren Sie „Verstehen Sie Spaß?“, die Liste ihrer Vorgänger ist lang: Mit Harald Schmidt haben Sie den Charme gemein, mit Karl Dall das gute Aussehen. Aber was verbindet Sie mit Cherno Jobatey?

Cantz: Wenn ich an mir heruntergucke, dann wohl die Turnschuhe. Und die Fröhlichkeit natürlich auch.

Unlängst sind Sie zum„König von Porz“ gekrönt wurden. Welche Privilegien genießen Sie nun?

Cantz: Ich hatte darauf spekuliert, dass ich keine Steuern zahlen muss. Wenn ich mir aber meine Kontoauszüge angucke, hat das leider nicht funktioniert. Und Freibier gibt es auch nicht – meine Getränke muss ich selber zahlen.

Gutes Stichwort! Nervt es, dass Sie als Karnevals-Künstler nüchtern durch die Session gehen müssen, während das Publikum angesäuselt schunkelt?

Cantz: Das ist ja mein Job. Sie sitzen wahrscheinlich auch nicht mit einer Flasche Cognac in der Redaktion. Aber grundsätzlich geht es im Kölner Karneval um einiges zivilisierter zu als man denkt. Dafür sorgen schon die Getränkepreise.

„Cantz schön clever“ - die Termine:
27.9. Hagen (Stadthalle),
28.9. Düsseldorf (Savoy),
4.10. Soest (Alter Schlachthof),
5.10. Leverkusen (Scala Club).

Carsten Dilly



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