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Verbraucherschützer:

Brillenversicherung nicht für jeden sinnvoll

20.03.2009 | 15:33 Uhr

Knapp 60 Prozent der Menschen in Deutschland sehen schlecht - und brauchen eine Brille oder Kontaktlinsen. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten nur noch in Ausnahmefällen. Trotzdem lohnt sich eine zusätzliche Brillenversicherung nicht für jedermann, betonen Verbraucherschützer.

Welche Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung?

Die Kasse zahlt eine Brille oder Kontaktlinsen, wenn Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren betroffen sind. Die Kasse zahlt auch, wenn jemand sehr schlecht sieht. Das ist der Fall, wenn selbst mit der Sehhilfe nur noch 30 Prozent der Sehkraft vorhanden sind. Die meisten Brillenträger müssen laut Experten ihre Sehhilfe somit selbst zahlen.

Was leistet eine Brillen-Ergänzungsversicherung?

(Foto: Franz Luthe)

Viele Versicherer zahlen laut der Verbraucherzentrale NRW alle zwei Jahre für Brillen oder Kontaktlinsen, bei einer Sehschärfen-Veränderung von ein bis zwei Dioptrien auch zu einem früheren Zeitpunkt. Die Höhe der Leistungen unterscheidet sich dabei von Versicherer zu Versicherer, so dass sich ein entsprechender Vergleich der Angebote lohnt.

Für wen lohnt sich eine Brillenversicherung - und was kostet sie?

Das Problem einer Brillenversicherung liegt darin, dass man sie selten einzeln abschließen kann. „Meistens bieten Versicherungen nur Pakete an, etwa in Kombination mit Heilpraktikerleistungen, einer Auslandskrankenversicherung oder Kosten für Arzneimittel”, sagt Rechtsanwältin Elke Heidenbach von der Verbraucherzentrale NRW. Verbraucher sollten sich also genau überlegen, ob sie auch die anderen Leistungen benötigen. 

Im Alter von 30 Jahren müssen Männer mit Tarifen 2 bis 33 Euro pro Jahr für die Ergänzungsversicherung rechnen. Frauen im gleichen Alter zahlen 2 bis 47 Euro.

55-Jährige kostet die Versicherung 3 bis 67 Euro (Männer) bezwiehungsweise 4 bis 67 Euro (Frauen).

Oft ist es preiswerter, selbst regelmäßig Geld zur Seite zu legen und die Kosten für die neue Brille selbst zu tragen, sagen Verbraucherschützer.

Bieten auch Optiker Brillenversicherungen an?

Ja. Am bekanntesten ist die „Nulltarif-Versicherung” einer großen Optikerkette, die diese seit 2004 zusammen mit einem privaten Versicherungsunternehmen anbietet. Mit dieser „Nulltarif-Versicherung” können Verbraucher so genannten Kassengestelle bekommen und müssen dafür lediglich den Versicherungsbeitrag zahlen.

Der Beitrag für diesen Versicherungssschutz ist zwar mit jährlich 10 Euro für Einstärkengläser und 50 Euro bei Mehrstärkengläser relativ gering, sagen Verbraucherschützer. Diese Versicherung biete aber auch nur eine beschränkten Leistung. Alle zwei Jahre können sich Versicherte eine neue Brille aussuchen. Geht die Brille kaputt oder hat sich die Sehstärke um mindestens 0,5 Dioptrien verändert, erhalten die Versicherten nach einem kürzeren Zeitraum eine neue Brille. Allerdings dürfen die Versicherten das neue Gestell nur bei der Optikerkette erwerben – und dabei lediglich Kassengestelle aussuchen. Wer eine andere Fassung wählt, bekommt einen geringen Betrag gutgeschrieben.

Der Versicherte sollte also vor dem Abschluss der Versicherung überlegen, ob ihm die angebotenen Kassengestelle gefallen. Wenn ja, kann dieser Versicherungsschutz laut Experten sinnvoll sein.

Maike Braun

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