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Meine letzte Fahrt

„Meine Rost-Ente zum Schrott geschoben“

16.05.2012 | 15:17 Uhr
„Meine Rost-Ente zum Schrott geschoben“
Wer seine Ente liebt, der schiebt - notfalls auch bis zum Schrottplatz.

„Gegen den ausdrücklichen Willen meiner Eltern und auf ausdrückliches Betreiben meiner damaligen Freundin schaffte ich mir 1966 mein erstes Wunsch-Auto an: eine fesche 2CV-Kombi-Ente, froschgrün mit satten 26 PS.

Klar, dass ich damals zu den Exoten gehörte: Alles in meiner damaligen Einkommensklasse als Lehrling fuhr Käfer, NSU oder normale Ente. Aber in meinen Kombi passten sowohl mein Schlagzeug als auch noch Luftmatratzen und Schlafsäcke für unsere Ausflüge.

Das Auto war beim Kauf gerade noch für sechs Monate TÜV-frei, danach wurde es ernst. Genau am Vortag des TÜV-Termins hatte ich eine Reifenpanne. Jung und unerfahren setzte ich den Wagenheber an und kurbelte. Leider tat sich nichts, bis auf ein leises Knirschen. Da hatte der Vorbesitzer mir doch den vollkommen durchgerosteten Unterboden verschwiegen, der von ihm mit Holzbohlen ersetzt und flächendeckend mit einer Gummimatte belegt worden war.

Dieser Holzboden wurde nun angehoben und drückte die Sitze gegen das Wagendach. Das war das Knirschen. Beim TÜV klopfte der Prüfer so zwei-, dreimal unter den Wagenboden, kam dann zur Fahrertür und sagte: ,Ich klopf mal nicht weiter, damit Sie noch nach Hause kommen!’ Das fand ich sehr nett.

Es wurde dann ein paar Tage später nicht zur letzten Fahrt, sondern zum letzten ,Schub’ zum Schrottplatz. Der Motor meiner Kombi-Ente gab kurzfristig auch noch seinen Geist auf.“

Von Wolfgang Klasmeier



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