Jeder dritte Fahrschüler fällt durch - Auto-Club wittert Abzocke
22.01.2013 | 19:39 Uhr 2013-01-22T19:39:00+0100
Essen. Der Auto Club Europa (ACE) wirft Fahrlehrern absichtlich eine schlechte Fahrausbildung vor. Der Branchenverband weist die Vorwürfe entschieden zurück. Die Studie sei eine Mogelpackung und absolut unseriös, sagt der Fahrlehrer-Verband NRW.
Hunderttausend Menschen rasseln jedes Jahr in Deutschland durch die Führerscheinprüfung. Der Auto Club Europa (ACE) macht dafür eine mangelnde Vorbereitung in den Fahrschulen verantwortlich.
Wenn fast jeder dritte Prüfling durchfalle, sei dies kein Zeichen für eine hoch qualifizierte Ausbildung, heißt es in einer ACE-Studie. In seiner Erhebung beruft sich der ACE auf Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes. Demnach fielen im Jahr 2011 bei der praktischen Pkw-Prüfung rund 30 Prozent der Prüflinge durch. Es könne ein Zusammenhang hergestellt werden zwischen der hohen Durchfallquote und der schlechten Ertragslage, unter der viele Fahrschulen leiden. So kämen 55 Prozent aller Fahrschulen auf einen jährlichen Umsatz, der unter 100.000 Euro liege.
Es sei nicht auszuschließen, dass „einige Institute auf eine hohe Durchfallquote spekulieren, um anschließend zusätzliche Fahrstunden abrechnen zu können“, heißt es in der Studie.
Infame Unterstellungen
„Diese Studie ist eine Mogelpackung und absolut unseriös“, erwiderte Friedel Thiele, Vorsitzender des Fahrerlehrer-Verbands NRW. Eine Fahrschule könne es sich gar nicht leisten, Schüler extra durchfallen zu lassen. „Fahrschulen werden durch Mund-zu-Mund-Propaganda weiterempfohlen. Wenn es dann heißt: Da fallen die Jugendlichen reihenweise durch, geht da doch keiner hin.“ Außerdem entscheide nicht der Fahrlehrer, ob ein praktischer Test bestanden sei oder nicht, sondern eine Prüforganisation. Auch die Bundesvereinigung der Fahrverbände kritisiert die ACE-Studie scharf: „Die Unterstellung, Fahrschulen und Prüforganisationen würden Fahranfänger bewusst abzocken, ist eine infame Unterstellung.“
Die jährliche Durchfallquote von knapp 30 Prozent ist für Friedel Thiele kein Grund zur Aufregung. „Diese Quote gab es schon, als ich 1971 den Führerschein gemacht habe.“ Trotz steigender Anforderungen stagniere die Quote seit Jahren. „Zum einen entwickeln sich die Prüfungsrichtlinien immer weiter, zum anderen sind die Schüler durch das Turbo-Abitur einer weiteren großen Belastung ausgesetzt.“
Manchmal braucht es einen Perspektivenwechsel. Um über die Gefahr zu sprechen, die Raser an der Vorfahrtstraße Hausmannsfeld für Grundschüler und Kindergartenkinder darstellen, hat sich Dieter Elsenrath-Junghans von der Verkehrswacht in die Lage eines Sechsjährigen gebracht.
Billigangebote ablehnen
Außerdem müsse bei der Durchfallquote auch die Verkehrsdichte des Prüfungsortes berücksichtigt werden. So betrage die Quote im Märkischen Kreis nur 22 Prozent. „Auf dem platten Land fallen weitaus weniger durch als in dicht besiedeltem Gebiet wie zum Beispiel in Dortmund.“
Tatsächlich haben sich die Durchfallquoten nach Daten des Kraftfahrtbundesamtes seit 2001 im Bundesdurchschnitt kaum verändert. Die Zahl der Prüflinge geht dagegen zurück. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede. In Ostdeutschland fallen weit mehr Fahrschüler durch als im Westen. In NRW ist die Quote der nicht bestandenen Prüfungen in den vergangenen fünf Jahren allerdings leicht angestiegen (siehe Grafik).
Während Verkehrsexperten eine Verlängerung der Ausbildung fordern, befürchtet der ACE, dass der Führerschein bald nicht mehr erschwinglich sei. Schon heute koste ein Pkw-Führerschein im Durchschnitt 1800 Euro.
18:26
Jeder der ein Fahrzeug führen will sollte erst eine MPU machen müssen.
Da würde die Durchfallquote der Fahrschulen schnell sinken , der EVAG ginge es besser und Kinder könnten wieder ohne Risiko mit dem Fahrrad zur Schule fahren.
11:18
Die Durchfaller Quote is nicht zu hoch sondern zu niedrig. Wenn man sich anguckt wie viele Fahranfänger durch die Gegend fahren, fragt man sich wie die den Führerschein bekommen haben.
Um mal das Beispiel von #28 Melli21 aufzugreifen:
Wenn ein Fahrschüler nicht weiß was eine Gefahrenbremsung ist oder wo im Motorraum gewissen Dinge sind, dann zeugt dies von absolutem Desinteresse. Mit ein wenig Eigeninitiative kann man auch ohne Fahrschule/-lehrer diese Dinge lernen. Solche Leute gehören zurecht nicht hinters Lenkrad.
Leider gibt es auch das Gegenteil, wo fähige Fahrschüler, aufgrund unglücklicher Verkehrssituationen oder einem schlecht gelaunten Prüfer durchfallen. Und ob eine Fahrschule gut oder schelcht ist, erfährt man meist von den Erfahrungsberichten von Freuden/Bekannten. Der Vorwurf von ACE is haltlos.
22:21
ich gebe den Club völlig recht, in allen Punkten. Begründung ich bin selber da durch und immer noch nicht am Ziel. Denn ich habe bereits für meinen Führerschein der immer noch nicht in meinen Besitz ist 4000, 00 Euro ausgegeben und habe schon meine dritte Prüfung hinter mir. Und meine Fahrschule gewechselt den als ich zur zweiten Prüfung antrat sagte mir der Prüfer ich sollte eine Gefahr-bremsung durchführen, zudem wusste ich nicht mal wie das funktioniert den in meinen sehr vielen Übungsfahrten wurde mir dies nicht einmal gezeigt sowie der Motorraum wahr denke ich mal zu der normalen Aufgabe meines Fahrlehrers gehört denke ich mal, bin kein Fahrlehrer !! Bin jetzt bei einer anderen Fahrschule und nicht mal die hätte mir den Motorraum erklärt wenn ich nichts gesagt hätte. Bin sehr enttäuscht von solchen Fahrschulen und zudem hätte ich auch gleich einen LKW Führerschein machen können für so viel Geld, das ich meiner Meinung nach nicht ausgeben hätte müssen.
Melli21,
wenn Sie mit dem Autofahren überfordert sind, dann sollten Sie sich vielleicht mal der deutschen Sprache zuwenden. Da sehe ich auch noch einigen Nachholbedarf bei Ihnen.
15:10
Sollten die Fahrschulen wirklich noch größere Abzocker sein als die ACE ?
10:06
Tja, die StVO wird nun mal nicht geändert, nur weil die jungen Zeitgenossen diese nicht begreifen und beachten wollen.
Da sind die Anforderungen gleich geblieben.
Eben anders als beim Abitur, dessen Niveau heute unterhalb eines Hauptschulabschlusses der 70er-Jahre liegt.
08:36
(siehe Grafik)
Was für eine Grafik?
05:56
Sehe ich auch so das mal die "Prüfer" eher geprüft werden sollten ! Seinerzeit bei meine Prak.Prüfung: Hellweg: Anordnung "Nächste Kreuzung Links" Ich: Innenspiegel,Aussenspiegel,Schulterblick-in dem Moment zieht ein Auto OHNE Blinker einfach auf die Strasse-Fahrlehrer bremst um einen Unfall zu vermeiden...durchgefallen. Fahrlehrer versucht zu retten indem er den Prüfer sagte,das dieser Unfall nicht verhindert werden können,wenn er oder der Prüfer am Steuer gesessen hätten-Prüfer gab im Recht,aber liess mich trotzdem durchrasseln weil der Fahrlehrer gebremst hat..Naja..ich mußte die Zweite Prüfung nicht bezahlen und der Prüfer ward nicht mehr gesehen seitdem ;-)
Was für eine tolle Aussage: "Fahrlehrer versucht zu retten indem er den Prüfer sagte,das dieser Unfall nicht verhindert werden können,wenn er oder der Prüfer am Steuer gesessen hätten-"
Die hätte den Unfall nicht verhindern können, aber der Fahrlehrer konnte den Unfall verhindern?
Ich halte die Führerscheinprüfungen noch für viel zu lasch. Da bekommen Menschen den Führerschein, die wirklich nicht mit dem Auto und den Verkehr umgehen können.
Die Ausbildung und die Prüfung müssten massiv verschärft werden um die Menschen optimal auf den heutigen verkehr vorzubereiten!
Dann verursachen Fahranfänger auch hoffentlich wieder weniger Unfälle!
00:28
Schon seit ewigen Zeiten wird dieses Thema angeschnitten.
1800 EUR für einen Führerschein, von dem man ein Leben lang etwas hat, ist nicht zu viel.
Man muss den Preis im Verhältnis zum Einkommen sehen.
1971 habe ich 450 DM bezahlt, das waren 2 Monatslöhne!
Ja und die flasche bier hat 30 pfennig gekostet.. Es geht doch nicht darum was man von 1800 euro ein leben hat, sondern von welcher qualität die ausbildung ist. Und zur qualität gehört auch eine seriöse und transpararente "durchfallquote". Gezielt durchfallen lassen dürfte wohl gängige praxis sein.. bloß das nachzuweisen ist wohl schwer. Wie gut wäre wohl der Mensch fahrlehrer , wenn er nicht die unsicherheit eines fahrschülers auszunutzen würde, um sich nicht selbst finanziell ein wenig besser zu stellen? Der ACE könnte ja mal einen vorschlag machen, wie man diese unsicherheit beseitigen könnte. Das wäre doch mal was! Soweit ich weiß wird heute an jeder schule die qualität der lehre überprüft.. warum nicht auch an fahrschulen?
23:46
Als ich den Führerschein erwarb (Mitte der 70er), gab es bereits Fahrschulen, bei denen die Durchfallquote bei rund 30 % lag u. solche die mit gut 10 % hinkamen.
Die mit den hohen Quoten gingen allerdings auch mit weniger als 20 Std. in die Prüfung, die mit den positiveren Quoten ließen die Fahrschüler bis zur Prüfung rund 30 Std. ableisten - hier allerdings mit dem besseren Durchschnittsergebnis.
Heutzutage sind die Anforderungen an die Fahrschüler meines Wissens noch weit höher als in damaliger Zeit. So machten wir die meisten Fahrstunden sowie die Prüfung noch auf einem Automatikfahrzeug, heute fährt man nur noch Schaltwagen. Genau wie früher gibt es heute natürlich bessere u. schlechtere Fahrlehrer. Wie sollte es auch anders sein. Der ACE kann sich ja andere Fahrlehrer backen!
23:04
Ich finde eine Quote von 25% schon sehr hoch. Was würde man sagen, wenn beim Abi 25% der Schüler durchfallen würden. Die Rolle der Fahrprüfer hierbei wird kaum erwähnt. Schon 1972, als ich meine Prüfung abgelegt habe, gab es jede Menge Fahrprüfer, die von ihrer Persönlichkeit kaum für eine solche Aufgabe geeignet waren. In den letzten Jahren haben meine Kinder die Fahrprüfung gemacht. Sie und ihre Freunde und Freundinnen sind sehr oft auf Prüfer getroffen, die meine uralt Erfahrungen bestätigt haben. Ich möchte hier keine Personenbeschreibungen dieser sogenannten Prüfer abgeben, aber ich glaube, daß hier das Problem liegt. Es ist dringend erforderlich, diesen Aspekt einmal näher zu untersuchen. Die Ergebnisse bei einer wirklichen Prüfung der Prüfer lassen mich jetzt schon erschauern.