Gastronomiepreis : Sterne für Westfalens Küche
Dortmund. Westfälische Küche? Spontan fallen Pfefferpotthast, Möpkenbrot, Panhas, Stielmus, Steckrüben ein. Spezialitäten. Dass darüber hinaus eine bemerkenswerte Küche existiert, beweist der „Westfälische Gastronomiepreis”, der am Freitagabend zum ersten Mal vergeben wurde.
Der westfälische Gastronomiepreis wurde am 17.10.08 im Brauersaal der DAB vergeben. Foto: Vahlensieck
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Feinschmecker-Magazine und Kritiker schenken der westfälischen Region wenig Beachtung. Medien sprechen gar vom gastronomischen „Dunkelland”, wie Autor Gerhard Besler herausfand. Die Realität sieht anders aus. Und deshalb hat Besler den ersten „Westfälischen Gastronomiepreis” ausgelobt. Freitagabend wurden in Dortmund die Sieger ausgezeichnet. Ein kulinarischer Abend mit Überraschungen.
Produkte aus der Region auf hohem Niveau
Bei „Variationen vom Muskat-Kürbis mit marinierter Senne-Forelle” oder „Filet und Sauerbraten vom Weiderind in Nelkenpfeffer auf Risotto von gelben Rüben” konnten 150 Gäste im Festsaal der Radeberger-Gruppe erleben, was es heißt, Produkte aus der Region auf hohem Niveau zu verarbeiten. Sterne-Köche aus Westfalen in Aktion.
Doch zur Überraschung vieler waren es nicht die genialen Meister am Herd, wie Elmar Simon aus Paderborn, Jens Bomke (Wadersloh), Stefan Manier oder Björn Freitag (Dorsten), die die Preise absahnten.
Oben auf der Hitliste als Restaurant des Jahres: die Wielandstuben in Hamm, gefolgt von „Heinrich's Restaurant” in Fröndenberg und die Antoniushütte in Eisborn.
In der Kategorie bestes Landhotel/Gasthof siegte die Astenrose, das Landhaus am Rothaarsteig, vor dem Dortmunder Haus Overkamp und dem Landhotel Donner in Meschede.
Auch wenn seit vergangener Woche die „Reich-Ranicki-Angst” über Preisverleihungen schwebt, wie Moderator Peter Grossmann (WDR) schmunzelnd bemerkte, gab's bei den Siegern und Platzierten nicht den Hauch von Verweigerung. Ganz im Gegenteil: Unter Tränen der Freude dankte Helga Kirschbaum-Schwind von der Astenrose für den Vertrauensbeweis: „Mit viel Einsatz und wunderbaren Gästen und einer experimentierfreudigen Küche mit heimischen Produkten konnten wir dies erreichen.”
Und die „normalen” Gäste waren es wohl auch, die über das Wohl und Wehe bei der Prämierung gesorgt hatten. Aus 8300 Einsendungen wählte die fünfköpfige Fachjury nach mehreren Testessen schließlich die Sieger aus.
Köche gehen neue Wege
Um die westfälische Gastronomie müsse man sich zurzeit wenig Sorgen machen, stellte schließlich Organisator Besler fest, der im Rahmen der Preisverleihung sein 8. Buch über die Region und das Kochen vorstellte: „Westfalen ist ein modernes und aufgeschlossenes Land und seine Menschen sind auch nicht in erster Linie stur. Die Köche gehen neue Wege, ohne die Tradition zu vernachlässigen.” Und das werde von den Gästen honoriert.
Björn Freitag (Restaurant Freitag aus Dorsten), Franz Lauter (Schloss Nordkirchen), Sascha Stemberg (Restaurant Stemberg in Velbert), Stefan Manier (Gastraus Stromberg und B1 in Dortmund) und Jens Bohmke (Hotel Bohmke in Wadersloh) Foto: Vahlensieck
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Dass auch der Gastronomiepreis auf gutem Weg ist, zeigt, dass schon die Fortsetzung terminiert ist: Weiter geht's am 22. Oktober 2009 im Casino Hohensyburg. Ansporn für die Zauberer am Herd, auch mit westfälischen Klassikern die liebenswerte Region jenen schmackhaft zu machen, die bisher nur glaubten, dass kulinarische Köstlichkeiten erst südlich der Mainlinie aufgetischt werden.
Der Preis wurde in drei Kategorien vergeben
Restaurant des Jahres:
- Wielandstuben (Hamm)
- Heinrich's Restaurant (Fröndenberg)
- Antoniushütte (Eisborn)
- Schloss-Restaurant (Nordkirchen)
- Hotel Restaurant Lindenhof (Emsdetten)
Gasthaus/Gasthof des Jahres:
- Astenrose
- Overkamp
- Landhotel Donner
- Hotel Gnacke (Nordenau)
- Hürsters Kochwerkstatt (Dortmund-Bodelschwingh)
Das Produkt des Jahres ist der Sasse-Korn von der Feinbrennerei Schöppingen.
















