Wo leben die Reichen in NRW?
26.05.2008 | 19:09 Uhr 2008-05-26T19:09:05+0200NRW hat 18 Millionen Einwohner - und genau 2585 Einkommens-Millionäre. Doch: Wo leben die Reichen? Nur in Metropolen wie Düsseldorf? Oder gerade in kleineren Vororten und idyllischen Sauerland-Ecken? ...
... Die Überraschung: Nummer 1 der Millionärs-Orte ist Schalksmühle im Märkischen Kreis. Steigt die Zahl der Einkommens-Millionäre?
Nein. In Nordrhein-Westfalen ist sie zwischen 2001 und 2004 um fast 500 gesunken. Das hat aber ausschließlich mit Änderungen im Steuerrecht für Firmeninhaber zu tun. Mit dem so genannten "Halbeinkünfteverfahren" wird nur noch ein Teil des Einkommens - insbesondere Dividenden - mit dem persönlichen Einkommen versteuert, die andere Hälfte beim Unternehmen.
Wer hat heute die höchste "Millionärs-Dichte"?
Die Gemeinde Schalksmühle im Märkischen Kreis liegt (Stand 2004, neuere Daten gibt es nicht) auf Platz 1 und löst damit Meerbusch bei Düsseldorf ab, das auf Platz 2 steht. Von den 11 847 Schalksmühlern haben 13 Bewohner Einkünfte, die höher sind als eine Million Euro. Auf 10 000 Einwohner kommen damit elf Millionen-Schwere. Zum Vergleich: Düsseldorf, wo, in absoluten Zahlen, mit 206 Millionären die meisten im Land wohnen, kommt nur auf einen Wert von 2,1 pro 10 000.
Warum ausgerechnet Schalksmühle?
Viele der Schalksmühler Millionäre dürften Inhaber mittelständischer Unternehmen der Elektroinstallationsbranche sein, die in der Region konzentriert sind.
Gibt es weitere Millionen-Gemeinden in Westfalen?
Von den zehn Gemeinden mit der höchsten "Millionärs-Dichte" in Nordrhein-Westfalen liegen sechs im östlichen Landesteil. Besonders "reich" sind danach der Märkische Kreis (neben Schalksmühle auch Neuenrade und Halver) und der Ennepe-Ruhr-Kreis (Herdecke und Sprockhövel). Zu den Millionen-Orten gehört im Süden Westfalens Neunkirchen im Kreis Siegen-Wittgenstein.
Profitiert eine Gemeinde von Millionären?
"Für die Einkommensteuer bringt mir ein Millionär in der Gemeinde wenig", sagt Schalksmühles Kämmerer Reinhard Voss. Diese Einnahmen werden der Kommune weggenommen und über das Land gleichmäßig verteilt. Aber, so sagt der Kassenchef: "Für die Gemeinden lohnt es sich, wenn Gewerbe dahinter steht." Das ist in Schalksmühle der Fall:
Dreizehn Millionen Euro Einnahmen an Gewerbesteuer hat die Gemeinde zuletzt eingenommen, der Trend zeigt nach oben. "Außerdem", sagt Voss, "zahlen natürlich auch die Mitarbeiter der ansässigen Betriebe Einkommensteuer" - was die Gemeindekasse füllt. So ist die Kommune bemüht, im Rahmen der Wirtschaftsförderung einen guten Draht zu ihren Millionären zu halten.
0mitdiskutieren