Westfälischer Gastronomiepreis lobt die regionale Küche
23.10.2009 | 17:38 Uhr 2009-10-23T17:38:00+0200
Dortmund. Guter Geschmack gewinnt an Bedeutung: 16 000 Restaurantbesucher, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr, wählten die besten Speiselokale Westfalens und machten so der regionalen Küche ein großes Kompliment.
Gasthaus / Gasthof des Jahres
- 1 Hotel Antoniushütte, Balve 0,95
- 2 Landgasthof Hoffmann, Arnsberg 1,00
- 3 Landhotel Donner, Meschede 1,03
- 4 AstenRose, Winterberg 1,10
- 5 Sebastian's Hof, Warstein 1,13
- 6 Gasthaus Stromberg, Waltrop 1,14
- 7 Gasthaus Middendorf, Bönen 1,21
- 8 Waldhotel Schinkenwirt, Olsberg 1,21
- 9 Hotel Gnacke, Schmallenberg 1,25
- 10 Hugo im Dahl, Ascheberg 1,31
- 11 Landhaus Lindenbusch, Borken 1,34
- 12 Gasthaus am Königsweg Lichtenau 1,34
- 13 Overkamp, Dortmund 1,35
- 14 Gasthaus Spieker, Hövelhof 1,35
- 15 Gasthaus Alte Schenke, Versmold 1,36
- 16 Hotel-Restaurant Zur Mühle, Iserlohn 1,39
- 17 Altes Gasthaus Leve, Münster 1,40
- 18 Landgasthof Gilsbach, Winterberg 1,42
- 19 Bonnsmanns Hof, Herdecke 1,48
- 20 Hürster’s Kochwerkstatt, Dortmund 1,48
- 21 Sunshine Hotel & Restaurant, Dortmund 1,53
- 22 Hof Hueck, Bad Sassendorf 1,53
- 23 Waldhotel Morhoff, Petershagen 1,53
- 24 Freischütz Gastronomie, Schwerte 1,70
Im Dortmunder Casino Hohensyburg nahmen am Donnerstagabend die Gewinner den Westfälischen Gastronomiepreis 2009 im Rahmen einer großen Gala entgegen.
Britta Spiekermann ist wieder in ihrem Element. Am Abend zuvor noch stand sie im festlichen Ballkleid auf der Bühne, stellte sich dem Blitzlichtgewitter der Fotografen und dem Applaus der rund 200 Gäste im Casino Hohensyburg.
»Über den eigenen Tellerrand schauen«
Jetzt, nur wenige Stunden später, schaut die Hotel-Chefin ihrem Koch Florian Gallis am Herd in der Küche der Antoniushütte über die Schulter, wo eine Rinderbrühe langsam vor sich hin köchelt. Das Balver Hotel ist einer der beiden großen Sieger des Westfälischen Gastronomiepreises 2009. Im vorigen Jahr in einer Publikumsabstimmung auf Platz 3 gewählt, ist die Antoniushütte nun in der Kategorie Landgasthöfe ganz vorn: „Das ist toll”, freut sich die Chefin.
Zum zweiten Mal wurde am Donnerstag der Gastronomiepreis in den drei Kategorien „Restaurant – Landgasthof – Produkt des Jahres” verliehen. 152 Häuser beteiligten sich, forderten per Abstimmungskarten ihre Gäste auf, Kritik zu üben oder Lob auszusprechen.
Und die Gäste der Speiselokale aus ganz Westfalen machten rege Gebrauch davon, freut sich Initiator Gerhard Besler vom „Westfalen-Magazin”. „Mit unserem Preis möchten wir die Leistung der regionalen Gastronomen würdigen”, sagt er. Denn: Während überregionale Medien und Gourmetzeitschriften vor allem Häuser südlich der Mainlinie im Blick haben, hat sich in Westfalen eine Gastro-Szene entwickelt, die immer öfter jenseits des Klischees von deftiger Hausmannskost auf hohem Niveau kocht.
Die Antoniushütte, die mit der besten Bewertung aller 152 Restaurants und Gasthöfe abschnitt, ist ein Beispiel für diese neue westfälische Gastronomie. „Sicher gibt es bei uns auch die westfälischen Klassiker”, sagt Britta Spiekermann. Aber nicht nur. Gerade war sie in Dubai, hat neue Trends erlebt und Anregungen für ihre Küche gefunden. „Man muss über den eigenen Tellerrand schauen”, weiß sie. Das Ergebnis, das ihre Gäste genießen, ist ein spannender Mix aus moderner Küche und traditionellen Gerichten, die hochwertig zubereitet werden und auf Produkte aus der eigenen Region setzen.
Produkt des Jahres
- 1 Sasse Korn (Theo Sasse), Schöppingen
- 2 Grubensalz (Stefan Manier), Waltrop
- 3 Spargel (Spargelhof Haus Mundloh), Bönen
- 4 Schwerter Senf (Schwerter Senfmühle), Schwerte
In der Kategorie „Restaurant des Jahres” gelang den Wielandstuben aus Hamm erneut der Sieg. Wie schon im Vorjahr wurde das Haus von Jürgen Faßbender vom Publikum auf Platz 1 gewählt. „Unsere Küche ist klassisch-französisch geprägt”, charakterisiert Faßbender sein Restaurant. Aber auch bei ihm gesellt sich zur „mediterranen Leichtigkeit gern einmal deftige Hausmannskost”.
Wie solch ein „Spagat” aussehen kann, demonstrierten auf der Gala zur Verleihung des Gastronomiepreises fünf Spitzenköche aus der Region: Westfälische Küche mit regionalen Zutaten auf höchst ungewöhnliche Weise.
Sternekoch Stefan Manier vom Gasthaus Stromberg reichte vorab Crostini-Variationen, bei denen er zum Beispiel bewies, wie ein roher Schinken wunderbar mit einer Erdnuss-Feigen-Creme harmoniert.
Karamellisierte Spanferkelbäckchen
Restaurant des Jahres
- 1 WielandStuben, Hamm 0,97
- 2 Hotel & Restaurant Dresel, Hagen 1,03
- 3 Haus Hochstein, Eslohe 1,12
- 4 Hotel Rotisserie Brombach, Medebach 1,14
- 5 Kleiner Kiepenkerl, Münster 1,15
- 6 Astenkrone, Winterberg 1,18
- 7 Restaurant Café Pellemeier, Lienen 1,19
- 8 Hotel Deimann, Schmallenberg 1,21
- 9 Restaurant Ziener's Kastell, Iserlohn 1,24
- 10 Hotel am Rosenberg, Bad Driburg 1,25
- 11 Restaurant Gabriel’s, Münster 1,30
- 12 Ahauser Ratshotel, Ahaus 1,35
- 13 Hotel Restaurant Lindenhof, Emsdetten 1,37
- 14 Hotel Restaurant Schettel, Olsberg 1,39
- 15 Romantik Hotel Sim-Jú, Werne 1,42
- 16 Parkhotel Schloss Hohenfeld, Münster 1,42
- 17 Restaurant Mauritz, Rietberg 1,51
- 18 Rohrmeisterei, Schwerte 1,56
- 19 Turmgastronomie Florians, Dortmund 1,58
- 20 Hotel Westfalen Hof, Rahden 1,60
- 21 Haus Waldesruh, Borken 1,70
Eine Kartoffelsuppe mit Milchschaum, dazu Forellentartar und gebackene Blutwurst schickte der Paderborner Elmar Simon („Balthasar”) ins Rennen und Björn Freitag – ebenfalls Sternekoch aus dem Goldenen Anker in Dorsten – ließ karamellisierte Spanferkelbäckchen auf einem süß marinierten Rote Beete-Bett servieren.
Den Hauptgang kreierte „Hausherr” Rolf van der Linde, Chefkoch im Casino Hohensyburg: „Gekräutertes Medaillon und geschmorte Haxe” mit Kartoffel-Thymian-Kuchen. Und Sascha Stemberg schließlich variierte zum Dessert westfälische Birnen bis hin zum Marshmallow aus der Molekularküche.
Den dritten Sieger des Westfälischen Gastronomiepreises gab es als Digestif: Sasse Korn aus dem Münsterland – erneut westfälisches Produkt des Jahres wie schon im vorigen Jahr.
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