Spektakuläre Brückenbaustelle in Sondern
29.06.2009 | 21:00 Uhr 2009-06-29T21:00:00+0200
Spektakuläre Bilder werden sich den Zuschauern in den kommenden zwei Jahren an der Talbrücke in Sondern bieten. Mit einem Finanzvolumen von 10 Mio. Euro entsteht dort in einem komplizierten Bauvorhaben eine neue Verkehrsverbindung über den Biggesee.
Olpe/Sondern. Spektakuläre Bilder werden sich den Zuschauern in den kommenden zwei Jahren an der Talbrücke in Sondern bieten. Mit einem Finanzvolumen von 10 Mio. Euro entsteht dort in einem komplizierten Bauvorhaben eine neue Verkehrsverbindung über den Biggesee.
Die Planungen für dieses momentan teuerste Brückenbauprojekt in Südwestfalen stellten Ludger Siebert, Siegener Niederlassungsleiter des Landesbetriebs Straßen.NRW, und Jörg Börries von der ausführenden Firma Alpine gestern im Clubhaus des Wassersportvereins Biggesee vor.
Einzelteile werden auf Pontons abtransportiert
Die jetzt 46 Jahre alte und marode Spannbetonkonstruktion soll ab August nach einem eigens erstellten Plan auf spektakuläre Weise abgebrochen werden. Dabei wird der Überbau mit Fahrbahn und Gewegen in rund 300 Tonnen schwere Teile zerlegt und auf Pontons im Biggesse herabgelassen. Diese werden dann zum Schiffsanleger an der Listertalsperre geschoben, wo die Brückenteile für das anschließende Recycling zerkleinert werden, erläuterte Börries. Nach umfangreichen Vermessungen und Betonprüfungen - zum Teil auch unter Wasser - hat sich herausgestellt, dass die fünf Pfeiler und auch Teile der Widerlager erhalten bleiben können.
Nach Vermessungen und Betonprüfungen - zum Teil auch unter Wasser - hat sich herausgestellt, dass die fünf Pfeiler und auch Teile der Widerlager erhalten bleiben können. Darauf soll dann eine Beton-Stahl-Verbundkonstruktion geschoben werden, deren zwölf Einzelteile an Land montiert werden, erläuterte Ulrich Seibel vom Landesbetrieb Straßen.NRW.
Neptun-Stahl aus 1960er Jahren macht Probleme
Notwendig ist der Neubau dieser Querverbindung zwischen L 512 und L 563, weil die Spannbeton-Konstruktion aus dem Jahre 1963 erhebliche Mängel hat. Wie Ludger Siebert erläuterte, wurde damals so genannter Neptun-Stahl verwendet. Dieser weist kleine Lufteinschlüsse auf, die zu Sollbruchstellen unter Belastung werden. Bei einer Sanierung im Bestand, wären diese Probleme nicht gelöst worden, so Siebert. Einsturzgefahr bestehe aber ausdrücklich nicht, betonte der Niederlassungsleiter.
Erneuert werden sollte die Brücke bereits seit 2003. Nur sei die Finanzierung für ein solches Investitionsvolumen nicht gegeben gewesen. „Wir sind froh über die Mittelzuweisung”, betonte Siebert deshalb.
Kreisverkehr an Anbindung Repetal
Neben den 8,8 Mio. Euro für den Brückenbau, sollen auch die Straßenanbindungen der Brücke saniert werden. An der Anbindung Repetal wird ein Kreisverkehr entstehen. Damit, so der Landesbetrieb könne man zwei Probleme beseitigen. Der Unfallschwerpunkt werde entschäft und gleichzeitig würde die Gesamtmaßnahme um rund 300 000 Euro günstiger. Da bei einer Anbindung ohne Kreisverkehr eine Aufweitung der Brücke nötig gewesen wäre.
Ab Donnerstag, 2. Juli, ist die Brücke für den Verkehr gesperrt. Die Umleitungen werden ausgeschildert.
20:54
Vor einer Woche wurde die Baustelle eingerichtet, für den rollenden Verkehr seitdem gesperrt. Getan hat sich dort bisher aber nichts. Ist jetzt erst aufgefallen, dass die Ferien begonnen haben und das beauftragte Unternehmen möglicherweise seine Mitarbeiter im Urlaub hat?
Was soll der Unsinn??!
10:55
Dem Stadt wächterkommentar kann ich mich nur anschließen. Außerdem bleibt mir unverstänlich daßgerade in der Urlaubszeit die Sperrung beginnt. Die Tourismusbranche unternimmt ja zur Zeit Einiges um Verbesserungen zu erreichen, diese Sperrung in dieser Zeit läuft dem Zuwider.
Gruß Erwin
13:34
Na prima! Was lange (seit 2003) währt, wird hoffentlich gut.
Als Laie kann ich nicht feststellen, ob die Brücke tatsächlich marode ist. Da aber jeden Tag reichlich 40-Tonner die Brücke nutzen, kann es so schlimm nicht sein. Ich stelle dabei aber immer wieder fest, dass diese LKW wohl ein paar Kilometer LKW-Maut sparen wollen und aus Richtung Attendorn kommend nicht in Olpe auf die A45 fahren sondern über Rhode-Lütringhausen-Altenkleusheim erst am Kölschen Heck die Auffahrt zur A4 nutzen. Das durch diesen (auch zeitlichen) Umweg der übrige Verkehr behindert und die Anwohner der vorstehenden Orte unnötig belästigt werden, ist wohl unstrittig.
Wenn die Baustelle dann zwei Jahre dauern soll frage ich mich, ob es nicht sinnvoller wäre, die Nutzung für Fahrzeuge über 7,5 oder 12 oder 18 Tonnen zu sperren und die bestehende Brücke - auch im Interesse der Fußgänger und Radfahrer - zu erhalten?
Die Mülldeponie hat bald ausgedient (sämtlicher Abfall muss bald Müllverbrennungsanlagen zugeführt werden) und der nach noch verbleibende LKW-Verkehr kann meines Erachtens auch den kleinen Umweg über die gut ausgebaute B54/55 machen.
Abschließend die Frage: Was soll dabei zwei Jahre dauern? Aber ich bin nun mal nur ein Laie.